Florian Kainz steht in der Tradition großer Ösis bei Werder

Florian Kainz steht in der Tradition großer Ösis bei Werder

Jetzt ist der Deal perfekt: Florian Kainz wechselt von Rapid Wien zu Werder Bremen. Bislang fuhr man an der Weser mit Spielern aus der Alpenrepublik sehr gut …

Im Winter war Borussia Mönchengladbach bereits an Florian Kainz dran, in den letzten Wochen verdichteten sich die Gerüchte, dass der Österreicher zu Werder Bremen wechseln würde. Jetzt wurde Vollzug gemeldet: Der 23-Jährige gebürtige Grazer kommt von Rapid Wien an die Weser. Wen bekommt Werder da? Kainz ist ein Flügelstürmer, der vor allem über links für mächtig Druck nach vorne sorgt. In der abgelaufenen Saison glänzte er als Vorbereiter: In Bundesliga, Pokal, CL-Quali und Europa League gelangen ihm in Summe 21 (!) Assists, dazu kommen noch 11 Tore. In Österreichs U21-Nationalteam kam er regelmäßig zum Einsatz – und würde Marcel Koller nicht so viel Wert auf Legionäre legen, hätte Kainz wohl mehr als 1 Länderspiel zu Buche stehen. Für Rapids Sportdirektor Andreas Müller war der Wirbelwind jedenfalls der “Spieler der Saison”.

Kainz kann die Bundesliga bereichern

Sein Marktwert beträgt aktuell € 4,5 Mio., ganz so viel wird Werder wohl nicht nach Wien überwiesen haben. Ob sich der Transfer für die Bremer lohnt? Kainz hat sicherlich das Potenzial, der Elf von Viktor Skripnik sofort zu helfen. Er kann das zuletzt phasenweise behäbige Spiel der Grün-Weißen schnell machen und sich auch im Eins-gegen-Eins durchsetzen. Zudem haben sie an der Weser an die bisherigen Ösi-Legionäre meist gute Erinnerungen.

Andreas Herzog: Wer an glorreiche Zeiten von Österreichern in Bremen denkt, der denkt wohl zuerst an Andreas Herzog – oder “Herzilein”, wie ihn die Fans tauften. Von 1992 bis 1995 und nach einem kurzen Gastspiel beim FC Bayern wieder von 1996 bis 2001 lenkte der Regisseur das Spiel des SVW. Herzog bildete vor allem mit Mario Basler zusammen ein Duo, das die Massen begeisterte. Gefürchtet waren auch die Standards und der linke Fuß von Herzog, der mehr als 300 Partien für die Bremer bestritt (70 Tore, 81 Assists).

Bruno Pezzey: Etwas ältere Semester denken gerne an die Zeiten mit Bruno Pezzey zurück. Der Libero war 4 Jahre lang an der Weser aktiv. 1979 war er Spieler der Weltauswahl, in seiner Bremer Zeit erreichten die Grün-Weißen 2 Mal die Vize-Meisterschaft (1985 und 1986). Pezzey starb bei einem Eishockeyspiel an plötzlichem Herztod – im Alter von nur 39 Jahren.

Zlatko Junuzovic: In den vergangenen Jahren prägte vor allem Zlatko Junuzovic das Spiel der Bremer. 2012 kam er von der Wiener Austria nach Deutschland. Wie lange er noch bleibt, steht in den Sternen. Vor dem Beginn der EM 2016 berichtete Junuzovic dem Klub nämlich von seinen Wechselabsichten – trotz Vertrags bis 2018. Derzeit laboriert der Spielmacher und Freistoß-Schütze an einer Sprunggelenksverletzung im Knöchel. In den bisherigen 141 Einsätzen für Bremen gelangen Junuzovic 15 Tore, 39 bereitete er vor.

Die weiteren Österreicher beim SV Werder: Gerhard Steinkogler (1979-1980), Heimo Pfeifenberger (1996-1998), Martin Harnik (2007-2009), Sebastian Prödl (2008-2015), Marko Arnautovic (2010-2013), Richard Strebinger (2012-2014) und Florian Grillitsch (2015-). Mal sehen, in welche Fußstapfen Florian Kainz mit seiner Performance im Bremen-Trikot treten wird.

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Ihm flogen die Fan-Herzen an der Weser zu: Andreas Herzog.
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