Finnland: Auch ohne Stars mit großen Ambitionen

Finnland: Auch ohne Stars mit großen Ambitionen

Am Mittwoch trifft die deutsche Nationalmannschaft in einem Freundschaftsspiel auf Finnland. Während die DFB-Auswahl mit Stars gespickt ist, sucht man diese bei den Skandinaviern vergebens. Viele Spieler stehen nur bei unterklassigen Vereinen unter Vertrag. Trotzdem hat das Land einen großen Traum, für den die Spieler alles geben werden.

Jari Litmanen, Sami Hyypiä, Mikael Forssell oder Jonatan Johansson – in der Vergangenheit hatte der finnische Fußball den einen oder anderen internationalen Star aufzubieten. Besonders Litmanen war über 2 Jahrzehnte das Aushängeschild des finnischen Fußballs und der beste Spieler in der Geschichte des Landes.

Aktuell sucht man solche Ausnahmefußballer bei den Nordeuropäern aber vergeblich. Kein Spieler aus der aktuellen Nationalmannschaft spielt bei einem europäischen Top-Verein. Allgemein stehen nur 4 Akteure in einer der Top-4-Ligen in Europa unter Vertrag: Torwart Lukáš Hrádecký bei Eintracht Frankfurt, Joel Pohjanpalo bei Bayer Leverkusen, Niklas Moisander bei Werder Bremen und Përparim Hetemaj bei Chievo Verona.

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Roman Eremenko ist der Kopf der finnischen Mannschaft und verfügbt über die meiste Erfahrung.

Die Zeiten, in denen ein Finne für den FC Barcelona (Litmanen), den FC Liverpool (Hyypiä) oder den FC Chelsea (Forssell) auflief, sind vorbei. Im Kader für das Deutschland-Spiel stehen dagegen viele Akteure aus der finnischen oder anderen unterklassigen Ligen. Mit Alexander Ring (1. FC Kaiserslautern) ist auch ein Akteur aus der 2. Bundesliga im Aufgebot vertreten.

Die beiden wohl bekanntesten Spieler der Finnen sind Stürmer Teemu Pukki (Bröndby IF) und Roman Eremenko (ZSKA Moskau). Pukki lief in seiner Karriere bereits für Schalke 04 und Celtic Glasgow auf, Eremenko trug die Trikots von Udinese Calcio, Dynamo Kiew und Rubin Kazan. Er kann bereits auf 351 Profispiele (u. a. Champions League) zurückblicken und ist mit einem Marktwert von € 15 Mio. der mit Abstand wertvollste finnische Spieler.

Trotz einer nahezu namenlosen Elf hat Finnland ein großes Ziel: Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland. Noch nie nahmen die Skandinavier an einem großen Turnier teil – weder an einer WM noch an einer EM. Neben den Spielern ist der neue Trainer ein Hoffnungsträger für diese schwierige Mission. Hans Backe betreut seit Anfang des Jahres die Nationalmannschaft. Der Schwede arbeitete in seiner Karriere bereits mehrmals mit Sven-Göran Eriksson zusammen.

Die Gruppe in der kommenden WM-Qualifikation ist aus Sicht der Finnen schwer. Neben den Favoriten Kroatien, Türkei und Ukraine befindet sich auch die EM-Überraschung Island in der Gruppe. Auftaktgegner ist am kommenden Montag der wohl schwächste Gegner, der Kosovo. Gelingt gegen den Neuling kein Sieg, würde der Traum von der ersten WM-Teilnahme direkt zu Beginn in weite Ferne rücken.

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