Feyenoord Rotterdam: Eine Legende meldet sich zurück

Feyenoord Rotterdam: Eine Legende meldet sich zurück

In der Wanne ist wieder Stimmung! „De Kuip“, Rotterdams legendäres Feyenood-Stadion, ist der alte und neue Hotspot im niederländischen Fußball. Mehr noch: Der Erfolg der Mannschaft von Giovanni van Bronckhorst in der Europa League gegen Manchester United (1:0) hat den Klub auch international wieder in den Fokus gerückt.

Nicht weniger als 10 Europapokal-Endspiele fanden im berühmten Feyenoord-Stadion „De Kuip“ statt – aber selten spielten sich auf den Rängen der „Wanne“, so die niederländische Bezeichnung für die Arena, solch liebenswerte Szenen ab wie beim Liga-Spiel gegen ADO Den Haag (3:1) am 11. September 2016.

In der 12. Minute der Partie in der niederländischen Ehrendivision ließen die Gästefans Kuscheltiere aus dem Oberrang des Stadions herabregnen. Auf der unteren Tribüne waren Kinder des Rotterdamer Sophia-Krankenhauses zu Gast. Das gesamte Stadion zollte dem Kuscheltier-Regen donnernden Applaus.

Ein Bild mit Seltenheitswert. Impressionen aus dem Stadion des 14-fachen niederländischen Fußballmeisters (zuletzt 1998/99) standen in der Vergangenheit fast ausschließlich in negativem Kontext. Feyenoord Rotterdam – das war zuletzt nicht nur in den Niederlanden für viele Fans ein Synonym für Fan-Gewalt und biederes sportliches Mittelmaß.

Dortmunds Final-Albtraum 2002 hieß Feyenoord

Zuletzt hatten Pyro-Attacken und rassistische Anfeindungen gegen den Spieler Gervinho vom AS Rom im EL-Spiel (1:2) im März 2015 Fußball-Europa in Atem gehalten. Die UEFA verhängte eine Strafe von € 50.000 gegen die Niederländer und die Auflage, dass man 1 Europacup-Heimspiel in den nächsten 2 Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen muss. Deutschen Fans in unguter Erinnerung: Beim UEFA-Cup-Finale 2002 zwischen Feyenoord und Borussia Dortmund (3:2) gab es ebenfalls Übergriffe gegen BVB-Fans.

In Rotterdam scheint man aus diesen Vorfällen gelernt zu haben. Im Europapokal nahm man eine Reduzierung der Zuschauerkapazität im „De Kuip“ von 51.000 auf 26.000 Zuschauer vor.

Van Bronckhorst brachte den Erfolg zurück

Geht es nach den Verantwortlichen, so soll der 3-malige Europapokalsieger künftig nur noch sportliche Schlagzeilen liefern. „Wir haben in diesem Sommer in Sachen Transfers für Klarheit und Stabilität gesorgt“, sagt Feyenoords technischer Direktor Martin van Geel nicht ohne Stolz, „der Transfer von Nicolai Jörgensen und das Leihgeschäft mit Steven Berghuis standen frühzeitig fest.“

Die wichtigste Personalie tätigte man im Mai 2015: Vize-Weltmeister Giovanni van Bronckhorst wurde neuer Coach, führte das Team zum Pokalerfolg gegen den FC Utrecht (2:1) und damit zum ersten Titelgewinn seit 2008. Der Start in die Eredivisie war das nächste Ausrufezeichen für den mit € 75 Mio. nur drittstärksten Kader der Liga: 18 Zähler aus den ersten 6 Spielen.

Offensiv-Power mit Kuyt und Jörgensen

Van Bronckhorst setzt – ganz gemäß der niederländischen Fußballschule – auf ein offensives 4-3-3-System mit den Neuzugängen Jörgensen und Berghuis in der zentralen Stürmerposition bzw. auf Rechtsaußen und Routinier Dirk Kuyt hinter den Spitzen. Der Ex-Liverpooler Kuyt traf 3-mal in 8 Pflichtspielen. Der Däne Jörgensen kam vom FC Kopenhagen und netzte in 9 Partien 4-mal ein. Mittelfeld-Allrounder Tonny Vilhena spielt bevorzugt auf der Sechserposition, traf zum 1:0-Siegtreffer gegen Manchester United in der Europa League. „Es geht nicht so sehr um das System“, sagt van Bronckhorst, der gegen United auf 4-2-3-1 umgestellt hatte, „ich appelliere an meine Spieler, solche Auftritte wie gegen Manchester zu genießen, geduldig zu sein und den Gegnern wenig Räume zu bieten.“

Kuyt ist sicher: „Feyenoord gehört auf die europäische Bühne, die Atmosphäre im de Kuip ist einfach wunderbar.“ Ohne Frage! Und wenn die Fans in der „Wanne“ friedlich bleiben, ist alles okay.

Giovanni van Bronckhorst
Der Aufschwung bei Feyenoord ist eng mit Trainer Giovanni van Bronckhorst verbunden.
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