FCB-Sportdirektor: Die Vorgänger von Philipp Lahm

FCB-Sportdirektor: Die Vorgänger von Philipp Lahm

Seit einer gefühlten Ewigkeit wird darüber diskutiert, ob Philipp Lahm der zukünftige Sportdirektor des FC Bayern wird. Seit der Jahreshauptversammlung des Rekordmeisters am Freitag ist so gut wie sicher, dass der aktuelle Kapitän der Münchner in die Funktionärsebene wechseln wird. Er wird damit in die Fußstapfen einiger prominenter Vorgänger treten.

Karl-Heinz Rummenigge tätigte am Freitag auf der JHV eine Aussage, die ziemlich sicher darauf schließen lässt, dass Philipp Lahm der zukünftige Sportdirektor des FC Bayern München wird:

„Ein Sportdirektor ist bei uns von Nöten. Wir werden in nicht allzu ferner Zukunft wieder einen Sportdirektor haben. Wir haben einen im Hinterkopf und werden den dann auch holen – den Namen haben Sie vielleicht auch schon gelesen. Nur er muss aktuell noch Fußball spielen, weil wir ihn auf dem Platz brauchen.“

Der Vertrag des Weltmeisters von 2014 läuft ursprünglich noch bis Juni 2018. Allerdings deutete der 33-Jährige zuletzt an, dass er sich ein verfrühtes Karriereende aufgrund eines Wechsels in die Funktionärsebene vorstellen kann. Dass Lahm – entweder im kommenden Sommer oder spätestens ein Jahr später – in der Führungsriege des FCB tätig werden wird, gilt als offenes Geheimnis.

Sein direkter Vorgänger in diesem Amt war Matthias Sammer. Der ehemalige BVB-Spieler hatte die Position vom 2. Juli 2012 bis zum 10. Juli 2016 inne. In seine Ära fallen 4 Deutsche Meisterschaften, 3 DFB-Pokalsiege und der Triumph in der Champions League. Von einigen Teilen der Medien und manch einem Experten wurde Sammers Rolle als Mahner und Dauer-Nörgler kritisch gesehen. Allerdings wird momentan deutlich, dass einer von seinem Schlag dem FCB fehlt. Aufgrund gesundheitlicher Probleme trat Sammer im letzten Sommer von seinem Amt zurück. Seitdem ist der Posten unbesetzt.

Vor Sammer versuchte sich Christian Nerlinger als Sportdirektor/Manager des FCB. Die Amtszeit des langjährigen Bayern-Spielers verlief eher durchwachsen. Nerlinger galt als Wunschkandidat und Ziehsohn von Uli Hoeneß. Den Anforderungen wurde er allerdings nicht dauerhaft gerecht. Sein Problem war zudem der Aufschwung und die Hochphase von Borussia Dortmund. 2011 und 2012 machte der BVB den Bayern die Vorherrschaft im deutschen Fußball streitig. Das damalige FCB-Versagen wurde auch auf die Trainer- und Transferpolitik von Nerlinger zurückgeführt, weshalb er 2012 von seinen Aufgaben entbunden wurde. Insgesamt arbeitete er 3 Jahr als Sportdirektor und gewann in dieser Zeit eine Meisterschaft und einen DFB-Pokal.

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Uli Hoeneß gilt als erfolgreichster Manager des deutschen Fußballs.

Der erfolgreichste aller FCB-Manager war Uli Hoeneß. Der heutige Bayern-Präsident bekleidete den Posten von Mai 1979 bis November 2009. In den 30 Jahren formte er aus dem Klub die Weltmarke FC Bayern München. Durch seine Arbeit ist der FCB heute dort, wo er steht: In der Weltspitze. Die Münchner sind der wohl gesündeste und finanziell am besten aufgestellteste Sportverein der Welt. Aufgrund seiner herausragenden Arbeit wird Hoeneß von den Anhängern seines Klubs dermaßen geliebt und vergöttert, weshalb er auch nach seiner Haftstrafe umgehend in das Präsidentenamt des FCB zurückkehren konnte.

Walter Fernbeck (1977-1979) und Robert Schwan (1965-1977) waren die ersten beiden Manager des Vereins. Vor allem Schwan leistete Pionierarbeit. Unter seiner Regie stieg der Klub in die Bundesliga auf und gewann die ersten Meisterschaften und Titel. Er war verantwortlich für das Grundgerüst beim FCB, welches den nachfolgenden Aufstieg zum Weltverein ermöglichte. Er verpflichtete die Spieler der Generation um Franz Beckenbauer, die den Klub von Erfolg zu Erfolg führten. Er gilt als Ziehvater von Uli Hoeneß in diesem Amt.

Die Erwartungen an Philipp Lahm werden groß sein. Ob er diese nahtlos nach dem Ende seiner aktiven Karriere als Neueinsteiger in diesem Beruf erfüllen kann, muss man abwarten.

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