FC Liverpool: Klopp im Defensiv-Dilemma

FC Liverpool: Klopp im Defensiv-Dilemma

1:4 bei Tottenham Hotspur in der englischen Premier League, auf Platz 9 praktisch ohne Titelchance und der drittschlechteste Gegentor-Schnitt aller Liverpool-Trainer. Jürgen Klopp (50) gerät an der Merseyside allmählich in Erklärungsnot.

Im Presseraum des Londoner Wembleystadions erlebte Jürgen Klopp am Sonntag ein unangenehmes Déja vu. Bereits 2 Mal hatte der deutsche Trainer des FC Liverpool im englischen Fußballtempel nach einer bitteren Niederlage seine Statements abgeben müssen. Nach den verlorenen Finals 2013 in der Champions League mit Borussia Dortmund gegen Bayern München und 2016 im englischen Liga-Cup gegen Manchester City. Noch nie aber klangen Klopps Worte so bitter wie dieses Mal.

Klopp geht mit Pleiten-Abwehr ins Gericht

„Wir rufen unsere Qualität nicht konstant genug ab“, erklärte der 50-Jährige gegenüber britischen Journalisten, „wäre ich beim ersten Gegentor auf dem Platz gewesen, wäre Harry Kane nicht an den Ball gekommen.“ Beißender Sarkasmus. Dass der Ex-Zweitligaprofi Klopp den 2-fachen Torschützen der Spurs im Alleingang gestellt hätte, ist schon rein bildlich ein Armutszeugnis für Liverpools Abwehr. Die Defensive der Reds kassierte beim 1:4 in Wembley gegen Tottenham die Gegentore Nr. 13 bis 16. Damit stellen sie Liga weit eine der 5 schlechtesten Abwehrformationen.

Schlechtester Liverpool-Start seit 1964

Unter dem Strich heißt das: Liverpool spielt seine mieseste Erstliga-Saison seit 1964. „Wir stehen verdient auf Platz 9 mit der schlechtesten Statistik seit 53 Jahren, ich kann es nicht fassen“, so Klopp. Mit einem Gegentor-Schnitt von 1,13 Treffern in 114 Spielen liegt der im Oktober 2015 in Liverpool wie ein Messias empfangene Deutsche bereits auf Rang 3 einer Negativ-Statistik. Unter den LFC-Trainern, die die meisten Gegentore pro Spiel kassierten, rangieren nur noch sein Vorgänger Brendan Rodgers (1,21 Treffer / Spiel) und Graeme Souness (1,18) vor Klopp.

Klublegende Souness ist der Klopp-Hype definitiv zu viel. „Er muss endlich liefern und Titel gewinnen, dafür ist er geholt worden“, erklärte der 64-jährige Schotte nach dem 1:4 bei den Spurs gegenüber BBC Sport, „es gibt eine Menge Gründe, ihn zu mögen, aber mit den getätigten Transfers sind auch die Erwartungen und der Druck für ihn größer geworden.“

Eigentümer John W. Henry gab fast 90 Mio. € für neue Stars aus. Unter den Neuzugängen fand sich mit Linksverteidiger Andrew Robinson (23) von Hull City nur ein Abwehrspieler. Die Leistungen in der Champions League, wo Liverpool zuletzt beim 7:0 bei NK Maribor Fans und Kritiker verzückte, stehen auf den ersten Blick im krassem Kontrast zur Liga.

Achterbahn-Fahrt: Liverpool nur in der CL in Form

Liverpools Abwehr-Dilemma offenbarte sich auch in der „Königsklasse“. Inklusive der CL-Qualifikation gegen 1899 Hoffenheim kassierte man in diesem Wettbewerb in 5 Spielen 6 Gegentore. In der Premier League wie international leistete sich der LFC zu viele individuelle Fehler. Ein unsicherer Keeper Simon Mignolet, ein hölzern agierender Joel Matip, ein überfordert wirkender Dejan Lovren in der Vierer-Kette. Dazu fehlen im defensiven Mittelfeld oft Tempo und Aggressivität. Jordan Henderson oder Emre Can geben der Mannschaft auf der Doppel-Sechs nicht die notwendige Stabilität. „Die Fragilität in der Defensive war bereits vor dieser Saison ein offenes Geheimnis“, schrieb der Daily Mail am Montag über die Abwehr-Misere, „aber nie wurde sie so brutal offenbart wie beim 1:4 in Tottenham. Klopp braucht Lösungen – und er braucht sie schnell.“

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Und wieder schlägt’s ein! In der Champions League blieb der FC Liverpool mit seinem deutschen Keeper Loris Karius (hier in Moskau) nur in einem Spiel ohne Gegentor…
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