bwin Check: So will der 1. FC Köln die Modeste-Lücke schließen

bwin Check: So will der 1. FC Köln die Modeste-Lücke schließen

Nach einer traumhaften Saison, die den 1. FC Köln erstmals seit 25 Jahren in den Europacup spülte, steht bei der Elf aus der Domstadt ein kleiner Umbruch an. Zwar bleiben der Stöger-Elf praktisch alle Leistungsträger erhalten, aber einer eben nicht: 25-Tore-Stürmer Anthony Modeste. Ihn adäquat zu ersetzen, wird die große Challenge am Rhein sein. Ob es gelingt, wie die anderen Mannschaftsteile aufgestellt sind und was für den 1. FC Köln in der Bundesliga-Saison 2017/18 drin ist – wir wagen eine Prognose.

Problemzone Angriff: Wer schießt die Modeste-Tore?

25 Liga-Tore hat Anthony Modeste in der Vorsaison für den 1. FC Köln erzielt – das sind 49% aller Bundesliga-Treffer des Klubs. Kein Verein war 2016/17 abhängiger von seinem Top-Torschützen als die Stöger-Elf. Dennoch haben die Kölner nicht um ihren Super-Stürmer gekämpft. Im Gegenteil: Schmadtke & Co. zogen die China-Millionen in der Hand offenbar einem Modeste im Kader vor. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Wirtschaftliche Zwänge oder Chancen. Zweifel an der mittel- und langfristigen Leistungsfähigkeit des inzwischen 29-jährigen Franzosen. Oder eine Mischung aus beidem. Fakt ist: Die 25 Tore, die Modeste in der Vorsaison erzielte, müssen jetzt andere machen.

Ein Spieler allein kann „Tony“ sowieso nicht ersetzen. Die Kandidaten im FC-Kader sind in erster Linie Rekordtransfer Jhon Cordoba, Yuya Osako, Simon Zoller, Artjoms Rudnevs und – ganz vielleicht – Sehrou Guirassy. Ein Kollege widmete dem Thema bereits vor einigen Tagen einen Artikel. Sein Urteil ist knallhart: Aus diesem Quintett scheint einzig Cordoba, der 17-Millionen-Neuzugang aus Mainz, das Zeug zu haben, die 10-Tore-Marke zu knacken. Und selbst für den talentierten Kolumbianer würde das eine Verdoppelung seiner persönlichen Bestmarke bedeuten: In 4 Erstliga-Jahren in Europa erzielte er pro Saison immer 4 oder 5 Tore (8 Treffer in 54 La Liga-Spielen, 10 in 51 Bundesliga-Partien).

Von den Kölner Stürmern ist Rudnevs der Einzige, der in der Bundesliga bereits zweistellig getroffen hat (12 HSV-Treffer 2012/13). Mehr erwarten darf man grundsätzlich auch von Yuya Osako (7 Tore 2016/17), insbesondere wenn er nach Modestes Abgang möglicherweise noch etwas offensiver agieren darf. Allerdings laboriert der Japaner an einer Bänderverletzung, seine Rückkehr auf den Platz ist noch nicht abzusehen. Unter diesen Bedingungen wird er, zumindest was die Torausbeute angeht, in der kommenden Spielzeit nicht helfen können, die Modeste-Lücke zu schließen. Das Ende unseres Rechenspiels: Selbst wenn Cordoba, Rudnevs und Zoller allesamt ihre Torquote der letzten Saison verdoppeln und Osako erneut 7 Mal trifft, fehlen noch 5 Buden, um Modestes Abgang zu kompensieren (Null-Tore-Mann Guirassy lassen wir mal außen vor). Wer also darauf wetten will, dass die Kölner 2017/18 wieder 50 oder mehr Tore erzielen, muss auf die ausbaufähige Treffsicherheit der Mittelfeldkollegen Risse, Jojic und Bittencourt bauen.

Abwehr und Mittelfeld: Alle Ampeln auf grün

Knapp 35 Mio. € spült der Modeste-Verkauf dem FC in die Kassen. Zunächst kommt davon aber nur ein knappes Sechstel als Leihgebühr an, den Rest gibt es 2019. Weil genügend liquide Mittel da sind, sprang Manager Schmadtke trotzdem in die Spendierhosen. 17 Mio. € gab der 1. FC Köln für Rekordtransfer Jhon Cordoba aus. Hinzu kommen die drei Defensiv-Akteure Jorge Mere (IV), Jannes Horn (LV) und Joao Queiros (IV), die in Summe nochmal 17 Mio. € kosteten. Die insgesamt 32 Mio. € sind – man ahnt es – Klubrekord.

Neben Modeste verließen BVB-Leihgabe Neven Subotic und Marcel Hartel den Verein. Beide spielten sportlich keine tragende Rolle, ihre Abgänge sind zu verkraften. Zumal auf der Subotic-Position Routinier Maroh wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist und mit den Neuzugängen vielversprechende Talente Druck auf die Abwehr-Stammkräfte ausüben. Mere ist in diesem Trio der heimliche Star. Dem spanischen U21-Nationalspieler ist durchaus zuzutrauen, auch kurz- oder mittelfristig einen Platz in der ersten Elf zu erobern. Potenzielles Opfer ist hier Sörensen. Linksverteidiger Horn wäre insbesondere im System mit Viererkette eine Option. Durch seine Verpflichtung ist Nationalspieler Jonas Hector endgültig frei für einen dauerhaften Einsatz im Mittelfeld.

Mit Tim Handwerker, der aus Leverkusen den Sprung über den Rhein wagte, kam ein weiterer Linksverteidiger ablösefrei zum 1. FC Köln. Mit allzu vielen Bundesliga-Minuten darf der 19-Jährige allerdings nicht rechnen. Anders sieht es da schon bei Nikolas Nartey aus. Der erst 17-jährige Däne beeindruckte in der Vorbereitung und könnte nach Salih Özcan (19 Jahre, 13 Bundesliga-Spiele) das 2. Eigengewächs sein, das binnen kurzer Zeit im FC-Mittelfeld Erstligaluft schnuppert. Ein gefühlter Neuzugang ist auch Außenbahn-Pferdelunge Marcel Risse, der nach überstandenem Kreuzbandriss wieder voll mit der 1. Mannschaft trainiert.

1. FC Köln Check: Fazit und Prognose

Gar nicht angesprochen haben wir bisher die Position des Torhüters. Ist auch nicht notwendig, Olympia-Silbermedaillen-Gewinner Timo Horn ist einer der Besten im Land und eine Bank, sein Back-Up Kessler bewährt (wenn auch derzeit verletzt). In Abwehr und defensivem Mittelfeld ist der FC nicht nur aktuell, sondern – sofern Abgänge ausbleiben – sogar über Jahre stark besetzt. Einzig Kapitän Lehmann wird hier in absehbarer Zeit zu ersetzen sein, aber mit Marco Höger steht ein ähnlich guter Nachfolger parat.

Auf den Außen ist die Qualität unbestritten. Wichtig wird für die Kölner sein, dass Risse und Bittencourt seltener ausfallen als zuletzt. Die Ersatzmänner (Clemens, Zoller, Rausch) sind solide, mehr aber auch nicht. Zentral wird es spannend, ob Milos Jojic an seine starke Rückrunde 2016/17 anknüpfen kann und zu dem wird, was einst den BVB dazu animierte, ihn zu verpflichten: ein richtig starker Mittelfeldspieler. Die neue Problemzone des FC heißt Angriff. Nur wenn einer der Stürmer förmlich explodiert, ist der Abgang von Anthony Modeste zu kompensieren. Wieder in den Europacup vorzustoßen, wird verdammt schwer. Gut nur, dass sie es in Köln selbst wissen. Das Saisonziel gibt Manager Schmadtke mit „um Platz 9“ an. Recht hat er.

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