FC Chelsea: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

FC Chelsea: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Schlechtester Titelverteidiger der Premier-League-Geschichte, kein internationaler Startplatz – Der FC Chelsea geht in der neuen Saison vor allem auf Wiedergutmachungs-Tour. Mit Antonio Conte soll ein italienischer Trainer den Erfolg zurückbringen.  

31 Punkte lag der englische Meister FC Chelsea am Saisonende 2015/2016 hinter dem neuen Titelträger Leicester City. Eine Demütigung für die stolzen Londoner, die als 10. der Tabelle ohne internationalen Wettbewerb dastanden und die Spielzeit als schlechtester Titelverteidiger in fast 25 Jahren Premier League beendeten.

Wird Conte Chelsea ähnlich beleben wie einst Ancelotti?

Solche Negativ-Rekorde soll es nach dem Wunsch der Chelsea-Verantwortlichen um Klubchef Roman Abramowitsch nicht mehr geben. Mit dem ehemaligen italienischen Nationaltrainer Antonio Conte hat nun ein neuer und charismatischer Trainer das Kommando an der Stamford Bridge.

Wie sein italienischer Landsmann Carlo Ancelotti, der die „Blues“ 2010 zum „Double“ führte, soll auch Conte nach der verkorksten letzten Saison unter José Mourinho neue Impulse setzen. „Wichtig ist, dass wir wieder um den Titel spielen“, sagte der Italiener bei seiner Vorstellung in London, „das System ist dabei zweitrangig, wir brauchen Leidenschaft und Organisation.“

Neue Stars: Kanté, Batshuayi – und sonst?

Zwar stellt Chelsea vor Saisonbeginn mit einem Marktwert von € 552 Mio. den drittstärksten Kader der Premier League, doch anders als im letzten Sommer (€ 90 Mio.) und in den Jahren 2012 bis 2014, als man auf Transfer-Ausgaben zwischen € 107 Mio. und € 137 Mio. kam, herrscht im Londoner Westen spürbare Zurückhaltung bei den Neuzugängen. N‘ Golo Kanté, für € 35,8 Mio. vom Sensations-Meister Leicester City geholt, und der Belgier Michy Batshuayi von Olympique Marseille – die Dienste des Stürmers ließ sich Chelsea € 39 Mio. kosten – sind bislang die einzigen großen Namen.

Findet Hazard zu alter Form?

Gefordert sind Leistungsträger wie Eden Hazard. Der belgische Außenstürmer, in dieser Woche von Paul Pogba (Manchester United / € 70 Mio.) als wertvollster Spieler der Liga (Marktwert: € 65 Mio. / Quelle: Transfermarkt.de) abgelöst, kam letzte Saison nach einer Hüftblessur mit nur 4 Liga-Treffern nicht in die Gänge. 2015 hatte Hazard Chelsea noch mit 14 Treffern und 10 Assists in 38 PL-Spielen zum Titel geführt. Neben Hazard in der Pflicht: Nemanja Matic. „Er soll und kann als einer der Sechser eine zentrale Rolle im Spiel unter Conte einnehmen“, glaubt Premier-League-Experte Keir Radnedge (Kicker), „doch dazu benötigt er viel mehr Selbstvertrauen.“

hazard

Leidenschaft, Organisation, Selbstvertrauen – diese Tugenden muss Chelsea wieder leben. Die „Blues“ bleiben vor dem Liga-Start am 15. August vor heimischer Kulisse gegen den Stadt-Rivalen West Ham United der große Unbekannte unter den englischen Top-Klubs.

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