Lewandowski-Kritik: Zwischen seinem und Lahms Interview liegen Welten!

Lewandowski-Kritik: Zwischen seinem und Lahms Interview liegen Welten!

Es rumort an der Säbener Straße! Auslöser für die Weltuntergangsstimmung: Weniger der durchwachsende Saisonstart der Bayern, sondern die General-Kritik von Robert Lewandowski. Erst in diesen Tagen entlädt sich die ganze Wucht seiner Aussagen im Spiegel. Selbst ein deutlicher Sieg zum Champions League-Auftakt wird die wilden Diskussion diesmal nicht im Keim ersticken.

Diejenigen, die – wie Lothar Matthäus – dem Torjäger zur Seite stehen, ziehen gerne Parallelen zum Jahr 2009. Unter dem Motto „Kleiner Mann – ganz laut“ hatte Philipp Lahm via SZ dermaßen auf die Pauke gehauen, dass er dafür 50.000 € blechen musste – eine Rekordgeldstrafe für damalige Verhältnisse!

Wenn man jedoch die brisanten Interviews miteinander vergleicht und zwischen den Zeilen lesen kann, liegen die Unterschied auf der Hand. Wir bleiben dabei: Lewandowski verfolgt in erster Linie eigene Interesse.

November 2009: Lahm über fehlende Philosophie und die Folgen:

„International brauchst du eben mindestens acht Spieler, die auf ihrer Position ausgebildet sind, Sicherheit haben und damit konkurrenzfähig sind. Ich sehe diese acht Spieler bei uns nicht, und das liegt nicht an den Spielern, sondern an der fehlenden Philosophie über die letzten Jahre.“

Der Verein muss sagen, wenn ein Trainer kommt: So spielen wir. Bei Barcelona kommt doch keiner mehr auf die Idee, dass sie 4-4-2 spielen. Wir dagegen haben jetzt viele Spieler, für die es in einem 4-3-3, das unser Trainer gerne spielen möchte, gar keine Position mehr gibt.

Philipp Lahm machte seinerzeit den Mahner. Eine Rolle, für die der Rekordmeister später einmal Matthias Sammer verpflichten sollte. Dazu hatte ehemalige Kapitän den damaligen Bayern-Coach Louis van Gaal vehement gegen die Kritiker verteidigt. In der Saison 2012/13 holten die Münchner das viel umjubelte Triple. Unter Trainer Jupp Heynckes, aber mit einem auf den Grundlagen des Niederländers aufgebauten Spielsystem.

Was plant Lewandowski hinter dem Rücken Trainer Carlo Ancelotti?

September 2017: Lewandowski fordert und schmiedet andere Pläne

„Bis heute hat Bayern München nie mehr als rund 40 Millionen an Ablösesummen für einen Spieler bezahlt. Im internationalen Fußball ist das schon längst eine Summe, die eher Durchschnitt als Spitzenwert ist.

„Fußball ist Kapitalismus pur, jeder will in dieser Branche Geld verdienen. Wenn ein Spieler wirklich wechseln will, kann er das in der Regel auch durchsetzen.“

Robert Lewandowski ist mehr polnische Ich-AG als Krisen-Analyst. Er muss die Torjägerkanone gewinnen. Er muss die Champions League holen und, und, und. Offenbar bekommt der Pole mit nun 29 Jahren langsam Muffensausen, ob es mit dem Henkelpott noch klappt. Es mag sein, dass der Ancelotti-Elf jemand wie Antoine Griezmann vielleicht besser zu Gesicht gestanden hätte, als 3 Spieler der Marke Serge Gnabry (an Hoffenheim ausgeliehen).

Aber: Warum kommt der Torjäger erst nach dem 31. August mit seiner Transfer-Kritik um die Ecke? Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge spricht von einem, „bewusst am Verein vorbei organisierten Interview“. Und das hat bei seinem Beraterteam Methode. Cezary Kucharski hatte während Lewandowskis Zeit beim BVB fast wöchentlich für Unruhe gesorgt, um gezielt einen Wechsel vorzubereiten.

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