FC Bayern ablösefrei Abgänge

FC Bayern: Diese Stars verließen den Klub ablösefrei

Was haben Niklas Süle und Corentin Tolisso gemeinsam? Beide verlassen den FC Bayern in diesem Sommer ablösefrei, obwohl sie dem Klub vor ein paar Jahren eine Menge Geld gekostet haben. Ein ähnliches Schicksal droht dem FCB in der nächsten Saison bei Serge Gnabry und Robert Lewandowski. Diese Vorgänge sind in München nicht neu. In der ruhmreichen Geschichte des FCB gab es bereits mehrere Abgänge von Leistungsträgern ohne Transferentschädigung.

Die Wechsel von Süle und Tolisso sind fix, die von Gnabry und Lewandowski (noch) nicht. Die Arbeitspapiere der beiden Offensivspieler laufen im Sommer 2023 aus, Stand jetzt wird es keine Vertragsverlängerungen geben. Ganz im Gegenteil. Der Pole will den Verein sofort verlassen. Erfüllt der FCB den Wunsch des Torjägers nicht, wird er den Münchenern nach Ablauf der Saison 2022/23 den Rücken kehren. Bei Gnabry peilen die Verantwortlichen einen Verkauf in dieser Transferperiode an, sollte es nicht zu einer Einigung bei der Vertragsverlängerung kommen. Aber auch beim deutschen Nationalspieler ist ein ablösefreier Abgang 2023 nicht ausgeschlossen. Damit würde dem FCB abermals eine Transferentschädigung entgehen  – so wie bei diesen Stars in der Vergangenheit:

Corentin Tolisso, Saison 2022/23 (Ziel unbekannt)

Der Franzose ist der viertteuerste Einkauf in der Klubhistorie des FC Bayern. 2017 überwiesen die Münchner 41,5 Mio. € für den Mittelfeldspieler nach Lyon. Damit war er lange Zeit der Rekordeinkauf der Bundesliga (alle Bundesliga Wetten). Rechtfertigen konnte er seinen hohen Preis nur selten. Verletzungen prägten seine Zeit in München, weshalb der heute 27-Jährige in 5 Jahren lediglich auf 118 Pflichtspiel-Einsätze kam und sein Marktwert auf 15 Mio. € sank. Im Mittelfeld liefen ihm Joshua Kimmich und Leon Goretzka in der jüngsten Vergangenheit deutlich den Rang ab, deshalb besaß eine Vertragsverlängerung für die Bayern keine Priorität. Laut Medienberichten konnte sich der FCB zuletzt dennoch eine weitere Zusammenarbeit mit Tolisso vorstellen, diese scheiterte jedoch an den hohen Gehaltsvorstellungen des Spielers.

Niklas Süle, Saison 2022/23 (Borussia Dortmund)

Der ablösefreie Wechsel des Innenverteidigers wird beim FC Bayern mit gemischten Gefühlen betrachtet. Während viele seiner Teamkollegen den Abgang des 26-Jährigen bedauern, weinen ihm die Klub-Bosse und ein Großteil der Fans (noch) keine Träne nach. Fakt ist allerdings: War Süle fit, gehörte er in seinen 5 Jahren fast immer zum Stammpersonal der Münchener. 20 Mio. € Ablösesumme legte der Rekordmeister 2017 für den 1,95-Meter-Hünen hin, in 170 Pflichtspielen stand er für den Klub auf dem Rasen. Dass es Süle ausgerechnet zum größten nationalen Rivalen nach Dortmund zieht, stößt vor allem bei Uli Hoeneß auf Unverständnis. Laut dem Ex-Präsidenten wechselt der deutsche Nationalspieler, der aktuell einen Marktwert von 35 Mio. € besitzt, nur wegen des Geldes zum BVB.

David Alaba, Saison 2021/22 (Real Madrid)

Kein Spieler war bei seinem ablösefreien FCB-Abgang wertvoller als der Österreicher: 55 Mio. € Marktwert! Die Münchener hatten ursprünglich die Absicht, den Vertrag mit dem Defensivakteur zu verlängern. Beim Gehalt kamen beide Seiten aber nicht auf einen Nenner, weshalb die Bayern ihr Angebot zurückzogen. Damit war der Abgang Alabas beschlossene Sache. Ein vorzeitiger Verkauf im Winter 2021, um noch eine Ablösesumme zu kassieren, kam für den Klub nicht in Frage. Die sportlichen Ziele genossen höhere Priorität.

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Luca Toni, Saison 2010/11 (CFC Genua)

Zwar bekamen die Bayern für den Stürmer kein Geld, der Abgang war aber zu verschmerzen. Und er war von beiden Seiten gewollt. Nach der Verpflichtung von Mario Goméz war für den Italiener kein Platz mehr im FCB-Angriff. Zudem lagen er und Trainer Louis van Gaal nicht auf einer Wellenlänge. Der ursprünglich noch bis Sommer 2011 laufende Vertrag wurde in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. 2007 zahlten die Münchner noch 11 Mio. € für Tonis Dienste an die AC Florenz.

Claudio Pizarro, Saison 2007/08 (FC Chelsea)

Rein sportliche Gründe hatte der Abschied des Peruaners aus der bayerischen Landeshauptstadt. Zwar gewann Pizarro mit den Bayern zwischen 2001 und 2007 insgesamt 6 Titel, der Henkelpott war allerdings nicht dabei. Da der FCB in der Saison 2007/08 nur im UEFA-Cup an den Start ging, zog es den Stürmer ablösefrei zum FC Chelsea, um sich dort den Traum vom Gewinn der Champions League zu erfüllen. Das klappte bekanntlich nicht. Ein Angebot zur Vertragsverlängerung beim FC Bayern schlug Pizarro aus.

Michael Ballack, Saison 2006/07 (FC Chelsea)

Ein Jahr vor Pizarro schloss sich bereits der damalige Bayern-Kapitän den Blues an. Dieser ablösefreie Wechsel traf die Vereinsverantwortlichen hart. Uli Hoeneß unterstellte Ballack, nur wegen des Geldes zu wechseln. Unter tosendem Applaus der Fans zog der damalige Manager das Vertragsangebot an den Spieler (40 Mio. € für 4 Jahre) auf der Mitgliederversammlung zurück, nachdem Ballack sich weigerte, dieses anzunehmen. Kurios: Die Münchner setzten Ballack bereits im November 2005 unter Druck, eine Entscheidung zu treffen. Andere Führungsspieler hatten Zeit bis zum Jahresbeginn 2006.

Zé Roberto, Saison 2006/07 (Nacional)

Eigentlich war die Personalie Zé Roberto beim FC Bayern eine Erfolgsgeschichte. Der Brasilianer lieferte Leistung ab und gewann mit dem Klub Titel. Als der FCB dem Mittelfeldspieler im August 2005 aber die Freigabe für ein Länderspiel verweigerte, zerriss das Tischtuch. Der Spieler äußerte sich im Anschluss kritisch über den Verein und Trainer Felix Magath. Bereits im Winter wollte Zé Roberto den Klub verlassen, musste seinen Vertrag allerdings aussitzen. Zwar wollten die Münchner den Kontrakt mit dem damals 31-Jährigen verlängern, Hoeneß sagte dazu allerdings, dass „die Verhandlungen mit Zé keine Ergebnisse gebracht hätten“.

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