FC Barcelona: Ende offen im Katalonien-Drama

FC Barcelona: Ende offen im Katalonien-Drama

Das bevorstehende Referendum über die politische Unabhängigkeit von Katalonien zu Spanien könnte ausgerechnet den großen FC Barcelona an den Scheideweg führen.

Lionel Messi blieb am vergangenen Wochenende beim 3:0 des FC Barcelona im katalanischen Derby bei Aufsteiger FC Girona (3:0) zum 1. Mal in dieser Saison in „La Liga“ ohne Torerfolg. Eine Randnotiz in einem eher politisch denn sportlich bedeutsamen Spiel. Im Estadio Municipal de Montilivi schwenkten die meisten der 9.500 Zuschauer katalanische Nationalflaggen und Plakate mit einem simplen „Si“. Sie sagten Ja zur Unabhängigkeit von Spanien.

Liga-Präsident will „keine Spaltung Spaniens“

Politisch gesehen könnte sowohl „Mes que un Club“ und dem Verein aus dem 100 Kilometer nördlich von Barcelona gelegenen Girona tiefgreifende Änderungen ins Haus stehen.

Am Sonntag soll in Barcelona allen Verboten der katalanischen Regionalregierung zum Trotz und ungeachtet der zu erwartenden Proteste ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfinden. Der katalonische Präsident Carles Puigdemont, Tribünengast in Girona, sah wohl nicht allein deshalb die Demonstrationen der Separatisten mit ungutem Gefühl.

Ein „Nein“ zu Spanien könnte sowohl bei einer Entscheidung am 1. Oktober oder, wie viele Beobachter der spanischen Politik glauben, erst am 9. November zur Abspaltung der katalonischen Klubs um den FC, Espanyol Barcelona und FC Girona führen. Liga-Präsident Javier Tebas hat bereits angekündigt, dass der FC Barcelona im Falle eines erfolgreichen Referendums nicht mehr in Spaniens Fußball-Eliteliga spielberechtigt ist. „Wenn Spanien sich spaltet, dann gibt es auch eine separierte La Liga, lasst uns alle hoffen, dass wir diese absurde Situation nie erleben werden“, so sein frommer Wunsch. Auf der Gegenseite gehört Barcelona-Legende Pep Guardiola (46), inzwischen bei Manchester City, zu den prominentesten Befürwortern einer Unabhängigkeit. „Wir werden am 1. Oktober über unsere Zukunft abstimmen, auch wenn der spanische Staat das nicht möchte“, sagte der frühere Bayern-Trainer im Juni auf einer Kundgebung in Barcelona.

Finanziell gesehen wäre ein Abgang des FC Barcelona in eine eigene, katalonische Liga ein Desaster für die Primera Division. Die hohen Einnahmen aus Fernsehgeldern gründen sich in Spanien auch auf das riesige globale Interesse am 5-fachen Champions-League-Sieger und Meistercupgewinner.

Eigene katalanische Liga wäre Nonsens

Vom sportlichen Aspekt wäre eine Abspaltung der 3 katalanischen Klubs und die Wiedereinführung einer eigenen Liga –diese gab es zuletzt von 1901 bis 1940 – eine Farce. Barcelona liegt mit einem Gesamt-Kaderwert von 705 Mio. € um Welten vor Espanyol (81 Mio. €) und Girona (42,5 Mio. €). Weitere katalanische Klubs wie FC Reus Deportivo aus der Segunda Division oder CF Badalona aus der Segunda Division B sind absolute No-Names. Der FC Barcelona war in der katalanischen Ära allein 21-mal Meister. Eine eigene Liga ist bei einer erfolgreichen Machtprobe mit Madrid möglich.

Startet Barca trotzdem noch in der Primera Division?

Ein anderes Szenario bei einer katalanischen Unabhängigkeit wird von den Barca-Fans naturgemäß favorisiert. Dies wäre der Verbleib der Blaugrana in der Primera Division nach dem Vorbild der walisischen Vereine wie Swansea City, die ebenfalls in der englischen Premier League startberechtigt sind.

Ob und wie das umstrittene Referendum ausgeht: Der FC Barcelona ist zum Politikum geworden. „In Wirklichkeit werden die Verantwortlichen der spanischen Liga bislang keinen Plan für ein unabhängiges Katalonien ausgearbeitet haben“, hieß es dazu bei Sport 1, „der Verbleib des FC Barcelona in La Liga ist bestimmt auch eine Option, denn nicht nur der FC Barcelona braucht die Primera Division, auch umgekehrt ist dies der Fall.“

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Dieser Fan des FC Barcelona macht am 23. September 2017 klar, dass er gegen die Abspaltung Kataloniens von Spanien ist…

 

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