EM Finale 2016: Portugal – Frankreich im Positions-Check

EM Finale 2016: Portugal – Frankreich im Positions-Check

Glaubt man den Bookies, geht Gastgeber Frankreich als klarer Favorit in das EM Finale 2016. Doch ist die Equipe Tricolore in allen Mannschaftsteilen besser besetzt? Das wird man am Sonntag (ab 21:00 Uhr) in Paris sehen. Wir checken schon vorab für euch, für wen es wo Vorteile gibt …

Basis für die Analyse sind folgende Aufstellungen:
Portugal:
Rui Patricio – Cedric, Pepe, Bruno Alves, Guerreiro – Danilo Pereira, William Carvalho, Renato Sanches, Joao Mario – Nani, Cristiano Ronaldo.
Frankreich:
Lloris – Evra, Koscielny, Umtiti, Sagna – Pogba, Kanté – Payet, Sissoko – Griezmann – Giroud.

Dabei bleibt abzuwarten, ob Pepes Muskelverletzung rechtzeitig ausheilt, ob Umtiti seinen Platz gegen Rami verteidigen kann und ob Kanté wirklich an Stelle von Matuidi ins Team zurückkehrt.

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Duellierten sich vor nicht allzu langer Zeit im Finale der Champions League: Cristiano Ronaldo und Antoine Griezmann.

Tor: Rui Patricio gegen Lloris

Rui Patricio spielte bislang eine unauffällige EM 2016. Gegen Ungarn kassierte er zwar 3 Gegentore in einem Spiel, allerdings wurden 2 davon durch einen Mitspieler abgefälscht. Im Elfmeterschießen gegen Polen war er nach seiner Parade gegen Blaszczykowski der große Held. Hugo Lloris zeigte gegen Deutschland im Semifinale 2 Glanztaten, blieb im Turnierverlauf jedoch oft ungeprüft. Wenn’s drauf ankommt, ist er aber da. Leichter Vorteil Frankreich.

Außenverteidiger: Cedric & Guerreiro gegen Evra & Sagna

Evra und Sagna punkten im Vergleich mit Cedric und Guerreiro vor allem mit ihrer Erfahrung und ihrer Zweikampfstärke. Einen richtigen Aussetzer hat sich keiner aus dem Quartett bisher geleistet. Bei der Spieleröffnung über außen hat das portugiesische Duo die Nase leicht vorne. Dennoch: Vorteil Frankreich.

Innenverteidigung: Pepe & Bruno Alves gegen Koscielny & Umtiti

Vor dem Start der EM 2016 wurde die Innenverteidigung der Franzosen als die große Schwachstelle des Gastgebers ausgemacht. Dafür haben sich Koscielny und seine Partner Rami und Umtiti achtbar geschlagen. Im Head-to-Head mit Pepe und Bruno Alves ziehen die beiden Franzosen aber den Kürzeren. Denn gegen diese portugiesische Innenverteidigung will kein Stürmer der Welt gerne spielen. Man muss Pepe nur mal anschauen, und bekommt es schon mit der Angst zu tun … Vorteil Portugal.

Defensives Mittelfeld: Danilo Pereira & William Carvalho gegen Pogba & Kanté

William Carvalho ist ein großer Spieler – im Vergleich mit Paul Pogba bleibt ihm aber nur der 2. Platz. Ähnliches gilt für Danilo Pereira, wenn man ihm Shooting-Star N’Golo Kanté gegenüberstellt. Pogba/Kanté sind der Grund, warum Frankreichs verwundbare Innenverteidigung bislang gut wegkam: Das Duo hat eben schon im Mittelfeld viele Gefahren vorzeitig beseitigt. Auch für den Spielrhythmus der eigenen Mannschaft haben Pogba/Kanté eine wichtige Rolle inne. Vorteil Frankreich.

Offensives Mittelfeld: Joao Mario & Renato Sanches gegen Payet & Sissoko

Dimitri Payet hat wichtige Tore für die Equipe Tricolore erzielt, Renato Sanches auch. Joao Mario spielte bisher eine solide EM und sorgte über den Flügel für Unruhe beim Gegner – Moussa Sissoko ebenfalls. Sollte Kingsley Coman zum Zug kommen, würde das nicht viel ändern. Deshalb: Unentschieden.

Sturm: Nani & Cristiano Ronaldo gegen Giroud & Griezmann

Kann eine Angriffsreihe besser besetzt sein als mit Cristiano Ronaldo? Nein – wenn der Portugiese so agiert, wie beim 2:0 gegen Wales im Semifinale. Schnell, trickreich, schussgewaltig – und mit einem starken Kopfballspiel. Klar, Antoine Griezmann ist der Mann der Stunde und auf dem besten Weg, Torschützenkönig bei der EM 2016 zu werden. Dennoch: Cristiano Ronaldo und Nani kennen sich lange, verstehen sich fast blind – und sind einen Tick stärker einzuschätzen als Giroud/Griezmann. Also: Leichter Vorteil Portugal.

Fazit: Auf 3 Positionen sehen wir die Franzosen vorne, 2 Mal die Portugiesen, ein Mannschaftsteil ist ausgeglichen besetzt. Warum Frankreich dennoch so klarer Favorit auf den Titel bei der EM 2016 ist? Weil das Team insgesamt homogener besetzt ist, weil es die Fans im Rücken hat – und weil es gezeigt hat, dass es mit dem Druck als Gastgeber weit besser umgehen kann als etwa die Brasilianer bei der Heim-WM 2014 …

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