EM 2016: Dieser Weg wird kein leichter sein - aber erfolgreich

EM 2016: Dieser Weg wird kein leichter sein – aber erfolgreich

Vor exakt 10 Jahren begleitete ein Song von Xavier Naidoo Fans und Spieler durch die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Im Text heißt es „Dieser Weg wird kein leichter sein“. Ziemlich treffend ist diese Zeile nun auch für den Weg der DFB-Elf in ein mögliches EM-Finale am 10. Juni im Stade de France in Paris. Dabei hat die Vergangenheit gezeigt, dass schwere Wege auch oftmals ein gutes Ende haben.

Als erster richtig harter Brocken wartet am Samstag (ab 21:00 Uhr) Angstgegner Italien auf den amtierenden Weltmeister. In einem möglichen Halbfinale könnte Gastgeber Frankreich nach dem verlorenen WM-Viertelfinale von 2014 auf Revanche sinnen. Wir wollen den Isländern nicht den Spaß verderben, aber dass die Franzosen, wie die Engländer, die Überraschungsmannschaft des Turniers unterschätzen, ist doch ziemlich unwahrscheinlich. Laut den Buchmachern sind Belgien (Final-Quote 2.10) und Portugal (3.50) die denkbarsten Optionen für ein Finale und könnten den krönenden Abschluss einer Ochsentour ins Endspiel darstellen.

EasyPicks

Vor allem in der jüngeren Vergangenheit waren steinige Wege in Richtung Titelgewinn Programm. Man erinnere sich nur an die Spiele der DFB-Elf zum WM-Sieg vor 2 Jahren. Frankreich (1:0), Brasilien (7:1) und Argentinien (1:0 n.V.) hießen die Gegner. Auch 2012 zuvor bezwang der jetzt entthronte Europameister Spanien nacheinander Frankreich, Portugal und Italien – ein gutes Omen? Immerhin könnte dies auch der Weg der Löw-Elf für den Titel sein.

Die Equipe Tricolore zog im Jahr 2000 nahezu ein identisches Programm durch: Spanien, Portugal, Italien waren die Stationen, ehe man den Coupe Henri Delaunay in die Höhe recken durfte.

Selbst beim amerikanischen Pendant zur Europameisterschaft, der Copa America, musste Chile in diesem Jahr die Schwergewichte Mexiko, Kolumbien und Argentinien aus dem Weg räumen, um den Titel zu verteidigen.

Keine leichten Titelgewinne

Ein Blick auf die Europameisterschaften und Weltmeisterschaften seit den 90er-Jahren macht außerdem deutlich, dass mindestens immer eine große Fußballnation auf dem Weg zu Ruhm und Ehre bezwungen werden muss. Die Italiener hatten 2006 im Achtelfinale (Australien) und Viertelfinale (Ukraine) allerdings ein einfaches Auftaktprogramm in der K.O.-Runde. Später warteten dann im Halbfinale allerdings Deutschland und im Finale Frankreich.

Ähnliches gilt in diesem Jahr für Belgien. Die Mannschaft von Marc Wilmots setzte sich locker gegen Ungarn (4:0) durch und trifft nun auf Wales. Auch für die Teams aus der „leichten Hälfte“ wird spätestens im Finale ein echter Brocken warten. Wohl dem, der bis dahin schon an echte Herausforderungen im Turnierverlauf gewöhnt ist.

Um das Phrasenschwein zu füttern, sind für solche Situationen Sprüche wie „Wenn man den Pokal gewinnen möchte, muss man jeden schlagen“, und „Auf dem Weg ins Finale gibt es keine leichten Gegner“ an der Tagesordnung. Wobei Geheimfavorit Belgien diesen Vorhersagen zunächst aus dem Weg gehen dürfte.

Trotz des vermeintlich schweren Restprogramms haben Deutschland und Frankreich die niedrigste Quote auf den Gesamtsieg – 4.00. Es folgen Belgien (5.25), Italien (7.50), Portugal (8.00), Polen (19.00), Wales (29.00) und Island (34.00).

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