Eintracht Frankfurt: Die Bobic-Verpflichtung ist ein Risiko

Eintracht Frankfurt: Die Bobic-Verpflichtung ist ein Risiko

Eintracht Frankfurt bestimmt in diesen Tagen die Schlagzeilen. Nach der Tumor-Erkrankung von Abwehrspieler Marco Russ und dem Sieg in der Relegation beim 1. FC Nürnberg (1:0) präsentierte die SGE nun den Nachfolger für den scheidenden Vorstandsvorsitzenden, Heribert Bruchhagen. Fredi Bobic wird der neue starke Mann bei den Hessen. Eine Entscheidung, die nicht überall auf Gegenliebe stößt und einige Risiken mit sich birgt.

Lange hat Eintracht Frankfurt einen Nachfolger für Heribert Bruchhagen gesucht. Am heutigen Mittwoch wurde Fredi Bobic als neuer Sportvorsand an der Mainmetropole vorgestellt.

Große Fußstapfen

Bobic erhält bei der Eintracht einen Vertrag bis 2019. Er übernimmt das Aufgabengebiet von Bruchhagen, der nach 13 Jahren im Verein sein Amt zur Verfügung stellt. Seit 2003 leitete Bruchhagen die Geschicke in Frankfurt. Dementsprechend weiß Bobic um die schwere seiner neuen Aufgabe:

„Eintracht Frankfurt ist ein großer Verein. Ich weiß um die großen Fußstapfen, die mir mein Vorgänger Heribert Bruchhagen hinterlässt. Ich verspreche, mich mit all meiner Kraft für den Erfolg des Vereins einzusetzen.“

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Heribert Bruchhagen wurde bereits beim letzten Heimspiel gegen den BVB verabschiedet.

Keinesfalls unumstritten

Nicht überall stößt die Verpflichtung des 44-Jährigen auf Gegenliebe. Besonders die Fans der Eintracht plädierten seit Wochen gegen ein Engagement des ehemaligen Stürmers des VfB Stuttgart.

In diversen Internetforen sind die Kommentare der Anhänger überwiegend negativ, teilweise feindselig. Bleibt der Erfolg aus, droht das Pulverfass schnell zu explodieren. Zwar ist die Stimmung bei den Fans nach dem Last-Minute-Klassenerhalt gut, doch in Frankfurt kann die Atmosphäre schnell kippen.

Bobic muss innerhalb kürzester Zeit Ergebnisse liefern und sich daran messen lassen. Ansonsten wird sein Stand als Schwabe bei den eingefleischten Hessen kein leichter und sein Job ein Spießrutenlauf.

Durchwachsene VfB-Bilanz

Von Juli 2010 bis September 2014 arbeitete Bobic beim VfB Stuttgart. Zunächst fungierte er als sportlicher Leiter, wurde später aber in den Vorstand des Vereins befördert.

Seine Bilanz bei den Schwaben ist durchschnittlich. Zwar hat er sich letztendlich beim VfB durchgesetzt und hochgearbeitet, sportliche Erfolge hatte Stuttgart in seiner Amtszeit allerdings nicht zu verzeichnen.

Zugute halten muss man Bobic, dass er in seiner Stuttgarter-Zeit zum Sparen gezwungen war. Den überteuerten Kader seines Vorgängers Horst Held arbeitete der ehemalige Stürmer nach und nach ab – allerdings auf Kosten des sportlichen Erfolgs. Abstiegskampf war zum Ende seiner Zeit an der Tagesordnung.

Insgesamt 5 Trainerwechsel nahm Bobic in seiner Amtszeit vor. Sein wohl größter Fehler: Die Vertragsverlängerung mit Bruno Labbadia im Februar 2013 um 2 weitere Jahre. Nur 6 Monate später musste er ihn entlassen und eine hohe Abfindung wurde fällig.

Auch in Sachen Transfers hatte Bobic am Ende kein Glück mehr. Spieler wie Mohammed Abdellaoue, Konstantin Rausch, Karim Haggui oder Moritz Leitner floppten. Immerhin erzielte er in seinen 4 Jahren einen Transferüberschuss in Höhe von € 21,4 Mio.

Fazit: Trotz scharfer Kritik aus Reihen der Fans hat Bobic in Frankfurt eine faire Chance verdient. Für den sportlichen Kernbereich (Transfers, Verträge) ist weiterhin Manager Bruno Hübner verantwortlich. Bobic soll sich vor allem um neue Strukturen von der Jugendarbeit bis zu den Profis kümmern. Und um dort sichtbare Erfolge zu erzielen braucht er Zeit und Ruhe. Bekommt er diese nicht, wird sich das Risiko mit seiner Verpflichtung nicht auszahlen.

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