Eintracht Frankfurt: Der Boateng-Transfer ist ein Risiko

Eintracht Frankfurt: Der Boateng-Transfer ist ein Risiko

Der Wechsel von Kevin-Prince Boateng zu Eintracht Frankfurt steht kurz vor dem Abschluss. Das bestätigte SGE-Sportdirektor Fredi Bobic. Noch am heutigen Donnerstag wird der Offensivspieler in der Bankenstadt erwartet. Die Eintracht sieht der Verpflichtung des prominenten Akteurs freudig entgegen. Aber Vorsicht! Jede Medaille hat 2 Seiten und ein Boateng-Transfer birgt Gefahr.

Die Rückkehr von Kevin-Prince in die Bundesliga steht kurz bevor. Nachdem der ehemalige Nationalspieler Ghanas am Mittwoch seinen Vertrag beim spanischen Klub UD Las Palmas aufgelöst hatte, ist ein Wechsel zu Eintracht Frankfurt ziemlich wahrscheinlich. Das bestätigte Fredi Bobic am heutigen Donnerstag auf einer Pressekonferenz:

„Kevin ist auf dem Weg nach Frankfurt, wir möchten ihn sehr gerne verpflichten – aber es ist noch nicht so weit. Diese Personalie wird in ganz Deutschland sehr beachtet. Ich hoffe, es geht über die Bühne. Er ist eine Persönlichkeit, ein Leadertyp.“

In Frankfurt soll Boateng den Verlust von Marco Fabian kompensieren. Der Mexikaner benötigt eine OP am Rücken und wird aller Voraussicht nach erst in der Rückrunde wieder zur Verfügung stehen. Kevin-Prince Boateng könnte die Lücke positionsgetreu schließen.

Ein Boateng-Transfer generiert der Eintracht jede Menge Aufmerksamkeit. Der gebürtige Berliner wäre auf Anhieb die schillerndste Persönlichkeit im SGE-Kader. Die Berichterstattung würde sich bei fast jedem Spiel auf ihn konzentrieren.

Kevin-Prince Boateng hatte in Mailand seine beste Karrierephase.

Boateng bringt neben einer gewissen sportlichen Qualität auch geballte Erfahrung mit. Er spielte bereits in der Bundesliga, in der Premier League, in der Serie A und in der Primera Division. Er ist einer der wenigen Spieler, die in den 4 großen Ligen einen Treffer erzielen konnten. Trotzdem birgt ein Boateng Transfer für Frankfurt Risiken.

Sportlich mit Qualität, aber ein schwieriger Charakter

Kevin-Prince Boateng liefe bereits für Hertha BSC, Tottenham Hotspur, Borussia Dortmund, FC Portsmouth, AC Mailand, Schalke 04 und UD Las Palmas auf. Seine sportliche beste Zeit erlebte er beim AC Milan (114 Spiele, 18 Tore, 16 Assists). Als Leistungsträger führte er die Rossoneri 2011 zur bislang letzten Meisterschaft. Auch für Las Palmas zeigte er in der vergangenen Saison – seiner einzigen in Spanien – gute Leistungen (10 Tore, 5 Assists).

Die Erfolge auf seinen anderen Stationen dagegen sind sehr überschaubar. Bei Tottenham konnte er sich nicht durchsetzen, mit Portsmouth stieg er aus der Premier League ab und sein halbjähriges BVB-Gastspiel ist nur aufgrund zweier rüder Fouls anstatt guter Leistungen in Erinnerung. Sowohl bei Hertha BSC als auch bei Schalke schied er im Unfrieden aus und sorgte vor allem mit seinem Verhalten außerhalb des Platzes für Schlagzeilen. Von der ghanaischen Nationalmannschaft wurde er 2014 suspendiert und bestritt seitdem kein Spiel mehr.

Fazit: Ist Kevin-Prince Boateng fit – er schlug sich lange Zeit mit Knieproblemen herum – kann er Eintracht Frankfurt sportlich helfen. Er zeigte in der vergangenen Saison bei Las Palmas, dass er auch mit 30 Jahren und nach seiner enttäuschenden Zeit auf Schalke noch Tore erzielen und auflegen kann.

Allerdings zeigt seine Vita auch, dass er nicht leicht zu handeln ist und oftmals aneckt. Bleiben die Resultate aus und die Medien machen ihn als Star und Führungsspieler zur Zielscheibe, kann der Schuss nach hinten losgehen – sportlich wie finanziell. Denn für einen Apfel und ein Ei läuft Boateng garantiert nicht für die Eintracht auf. Neid und Missgunst von Seiten der Mitspieler sowie Unmut der Fans sind potentielle Gefahren, sollte Boateng nicht mit Leistung überzeugen können. Das zeigten seine bisherigen Stationen.

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