Eintracht Frankfurt braucht endlich Tore!

Eintracht Frankfurt braucht endlich Tore!

Kevin-Prince Boateng (30) und vor allem der Franzose Sébastien Haller (23) sollen bei einem der offensivschwächsten Teams der vergangenen Saison endlich für mehr Tore und Durchschlagskraft sorgen. Nach 2 Spieltagen zeigt sich allerdings, dass Eintracht Frankfurt diese Offensiv-Power noch nicht auf den Platz bekommen hat.

36 Tore in 34 Spielen in der letzten Saison in der Bundesliga standen bei Eintracht Frankfurt auf der Haben-Seite. Mit dieser Ausbeute konnten die Adlerträger die Konkurrenz nicht gerade erschrecken. Nur der FC Augsburg, Relegations-Teilnehmer VfL Wolfsburg und der in letzter Minute gerettete Hamburger SV blieben in der Offensive noch zahnloser.

Boateng und Haller noch ohne Durchschlagskraft

Mit Sébastian Haller vom FC Utrecht sollte alles besser werden. Der französische Stürmer kam mit der Empfehlung von 13 Liga-Toren nach Frankfurt. Haller wurde mit einer Ablöse von 7 Mio. € zum teuersten Neuzugang der Vereinsgeschichte. Der international erfahrene Kevin-Prince Boateng hatte bei Las Palmas mit 10 Toren nachhaltig für sich geworben.

„Die neue Wucht“ (Kicker) der Frankfurter ging allerdings in der Startphase der Saison ins Leere. Sieht man mal vom 3:0-Pokalerfolg gegen den Regionalligisten TuS Erndtebrück ab, sind die Eintracht-Anhänger in der Liga arm dran. 2 Spiele, 0 Tore. Neben dem rheinhessischen Rivalen 1. FSV Mainz 05 und Werder Bremen warten die Frankfurter am 3. Spieltag immer noch auf ihren ersten Treffer.

Um die beiden physisch starken Stürmer Boateng und Heller optimal einzusetzen, ließ Eintracht-Coach Niko Kovac (45) sowohl beim 0:0 in Freiburg als auch zu Hause gegen Wolfsburg (0:1) im 3-5-2-System agieren. Mit der Absicht, beide mit langen Bällen ins Spiel kommen zu lassen. Der SC Freiburg und die Wolfsburger setzten der Eintracht jeweils 5 gegen den Ball arbeitende Spieler entgegen und ließen Boateng und Haller nie zur Entfaltung kommen. „Wir haben dem Gegner bewusst den Ball gegeben und versucht, unser Heil im Umschaltspiel zu suchen“, erklärte Niko Kovac nach der Nullnummer im Breisgau. Er setzt vor allem auf die physische Stärke von Rekord-Zugang Haller.

Haller ist kein 2. Anthony Yeboah

„Zu meiner Zeit in Hamburg spielte noch Anthony Yeboah, den konnte man nicht mal mit einem Bulldozer wegschieben, das Gefühl habe ich bei Sebastien Haller auch“, wählte der Ex-HSV-Profi Kovac den Vergleich mit dem robusten Franzosen Haller und dem legendären ghanaischen Stürmer. Tony Yeboah kam in Frankfurt auf die Fabel-Quote von 68 Toren in 123 Liga-Spielen. Solche Parallelen verbieten sich. Um die beiden Neuen effektiv einzusetzen, müsste Niko Kovac in Mönchengladbach nun sein System erneut umstellen.

Beendet Frankfurt in Gladbach das Torlos-Duell?

In einer 4-3-3- oder 3-4-3-Formation erhielten Boateng und der auch in der Ballweiterleitung starke Haller Unterstützung. Mijat Gacinovic oder Branimir Hrgota könnten Boateng als hängende Spitze zur Seite stehen. Haller bliebe dann die angestammte Position des klassischen Mittelstürmers. Nur hier kann er seine Stärken optimal einbringen.

Die Aussicht, dass Frankfurt die Tor-Blockade ausgerechnet bei Borussia Mönchengladbach löst, ist gering. In der vergangenen Saison endete nur diese Begegnung 2-mal torlos.

Nachdenklich: Kevin-Prince Boateng ist bei Eintracht Frankfurt noch ohne Torerfolg.
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