Eine Stadt, geteilt in zwei Farben

Eine Stadt, geteilt in zwei Farben

In England, dem Mutterland des Fußballs, ist es keine Frage, ob man sich für das runde Leder begeistern kann, sondern nur, für welches Team. In Liverpool hat die Vereinsauswahl besonderen Character – stehen einem gebürtigen Liverpooler nur zwei Teams zur Auswahl. In der Stadt am Mersey entscheidet man sich entweder für den Liverpool FC oder für den FC Everton. Entweder rot oder blau, man wird ein Red oder ein Toffee.

derby
Eine Stadt – zwei Vereine

Am Samstag findet das 192. Derby der beiden Stadtrivalen statt. Das „Friendly Derby“, so gennant, weil in vielen Familien Anhänger aus beiden Fanlagern zu finden sind, ist eines der ältesten Derbys der Fußballgeschichte und spaltet die Stadt in zwei Farben. Im Gegensatz zu vielen anderen Derbys sind die Fanlager beider Mannschaften nicht politisch oder religiös verfeindet, sondern nur sportlich anderer Einstellung.

Liverpool will Anschluss halten

Die Rollenverteilung ist in diesem Jahr klar: Der FC Liverpool ist Favorit (bwin Sieg-Quote 2.30). Nach einem schlechten Saisonstart hat sich die Mannschaft von Brendan Rodgers gefangen und bläst zum Angriff auf die Champions League Plätze. Drei Siege in Folge, 17 von möglichen 21 Punkten aus den vergangegen sieben Spielen – der FC ist wieder in der Spur.

Defensiv-Anker aus Deutschland

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Emre Can hat sich als Stammspieler bei den Reds etabliert

Einen Anteil daran hat auch ein Deutscher: Emre Can. Vor der Saison wechselte der U21-Nationalspieler aus Leverkusen zu den Reds. Nach anfänglichen Problemen hat sich Can in die Startformation gespielt – wenn auch auf ungewohnter Position. Statt im Mittelfeld wird der 21-Jährige vorwiegend als rechter Außenverteidiger aufgeboten. Die letzten fünf Ligaspiele absolvierte er jeweils über die kompletten 90 Minuten und half mit, die Defensive des ehemaligen Rekordmeisters zu stabilisieren (vier Mal zu Null in den letzten sechs Spielen). Am Mittwoch durfte Can im FA-Cup (2:1 gegen Bolton) in der zweiten Hälfte im Mittelfeld spielen und bereitete prompt den Ausgleich durch Raheem Sterling vor. Momentan ist der Deutsch-Türke nicht aus der ersten Elf wegzudenken und blickt seinem ersten Merseyside-Derby freudig entgegen. Im Hinspiel (1:1) fehlte Can verletzungsbedingt.

Der ewige Kapitän

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Spielt sein letztes Merseyside-Derby: LFC-Kapitän Steven Gerrard

Für einen anderen Spieler ist das Derby Routine. Steven Gerrard hat viele Schlachten gegen den Rivalen geschlagen, wird aber am Samstag sein Team das letzte Mal im Stadtderby als Kapitän aufs Feld führen. Ab Sommer wird Gerrard nach 27 Jahren im Verein für einen neuen Klub (LA Galaxy) auflaufen. Kein anderer aktueller Spieler steht so für den FC Liverpool wie der 34-Jährige. Geliebt und verehrt vom eigenen Anhang, gehasst von den Everton-Fans. Aber so ist das nun mal in Liverpool – entweder man lebt für rot oder eben für blau.

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