Ein 4. Auswechselspieler? Wir sind dafür!

Ein 4. Auswechselspieler? Wir sind dafür!

Die FIFA hat den Vorschlag eingereicht, das International Football Association Board (IFAB) muss Ende Februar entscheiden: Soll es in Zukunft bei Spielen mit Verlängerung für die Trainer die Möglichkeit einer 4. Auswechslung geben? Von uns kommt dazu ein klares „Ja“!

1848 dachten sich englischen Studenten die ersten Fußball-Regeln aus. Als 1904 die FIFA gegründet wurde, war eine ihre Aufgaben, internationale Regeln für den Fußballsport zu kreieren. Doch selbst dann dauerte es noch über 60 Jahre, bis das erste Mal ein (verletzter) Spieler ausgewechselt werden konnte. Die deutsche Torwart-Legende Bert Trautmann spielte das Finale des FA Cups 1956 noch mit Genickbruch zu Ende, sein österreichischer Kollege Kurt Schmied musste zwei Jahre zuvor bei der WM trotz Sonnenstichs bis zum Schluss benebelt im Tor stehen bleiben.

Ab 1967 war dann ein Wechsel erlaubt, seit 1995 gilt die derzeitige Regel mit drei Auswechslungen. Was spricht nun für einen zusätzlichen Spielertausch? Was dagegen? Wir haben uns darüber Gedanken gemacht …

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Von 3 auf 5 Auswechslungen? So schnell geht es nicht. Voerst wird mal ein 4. Wechsel diskutiert.

Pro:

– Das Spiel wird immer schneller, dadurch gibt es mehr Verletzungen und mehr Gründe, um zu tauschen.

– Gerade Spieler der Top-Nationen müssen pro Saison immer mehr Partien bestreiten. Auch das führt zu mehr Blessuren und lässt eine weitere Wechsel-Option sinnvoll erscheinen.

– Die bisherigen Erhöhungen der Auswechsel-Spieler haben sich bewährt. Es gibt niemanden, der fordert, das Austausch-Kontingent wieder auf einen oder zwei Spieler zu reduzieren.

– Bei mehrwöchigen Turnieren müssen auch die Ersatzspieler bei Laune gehalten werden. Ein zusätzlicher Wechsel bietet die Chance, fleißige Trainierer zu belohnen.

– Fußball wird nicht nur athletischer, sondern auch taktischer. Mit einem Austausch mehr haben die Trainer gerade in der Verlängerung die Möglichkeit, noch einmal taktisch einzugreifen und das Spiel in die gewünschte Richtung zu lenken.

Contra:

– Dagegen spricht das leidige Thema Zeitschinden. Das ist mit drei Wechseln in der Schlussphase schon nervig, ein vierter Tausch würde das Problem noch erhöhen, selbst wenn der Schiedsrichter die Zeit einrechnet.

Also: Wenn es den Regelhütern der FIFA um das Spiel selbst und um das Wohl der Akteure geht, dann kann die Entscheidung bei der Tagung in Belfast nur ein „Ja“ zu einem 4. Auswechselspieler bringen.

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