BVB-Trainer Comebacks

Edin Terzic: So verliefen die bisherigen Trainer-Comebacks beim BVB

Bekanntes Gesicht auf der Bank des BVB. Edin Terzic kehrt als Coach zu den Schwarzgelben zurück. Bereits zwischen Dezember 2020 und Juni 2021 war der 39-Jährige Trainer der Borussia. Jetzt ist er der insgesamt 8. Übungsleiter in der langen Historie des Klubs, der sein Comeback auf diesem Posten gibt. Die Bilanz seiner Vorgänger ist unterschiedlich.

Borussia Dortmund hat, wie vermutet, Edin Terzic als Nachfolger von Marco Rose vorgestellt. Damit kehrt der bisherige technische Direktor nach einer Saison auf die Trainerbank der Schwarzgelben zurück. Terzic übernahm die Mannschaft bereits im Dezember 2020 nach der Entlassung von Lucien Favre. Damals führte er das Team in die Champions League und gewann im Finale gegen RB Leipzig (4:1) den DFB-Pokal. Insgesamt stand der 39-Jährige in 32 Pflichtspielen (20 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen) für den Klub an der Seitenlinie.

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Trainer-Comebacks sind in der Bundesliga (alle Bundesliga Wetten) keine Seltenheit. In der jüngeren Vergangenheit gingen bereits der FC Augsburg (Markus Weinzierl), Hertha BSC (Pal Dardei), und der VfL Wolfsburg (Felix Magath) diesen Schritt. Auch für den BVB ist die erneute Einstellung eines ehemaligen Übungsleiters kein Neuland. Vor Terzic gaben 7 andere Coaches ihr Comeback auf der Bank der Borussia – mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg.

Die Vorgänger von Edin Terzic: Diese Trainer gaben ihr Comeback beim BVB

Fritz Thelen (1935-1936 und 1946-1947)

Der Schwager von S04-Legende Ernst Kuzorra war der erste professionelle Trainer des BVB. Auf ihn ist das erste systematische Training der Vereinsgeschichte zurückzuführen. Er schaffte in seiner ersten Saison den Aufstieg in die höchste Klasse (Gauliga) und war der letzte Coach der Borussia vor Beginn des 2. Weltkriegs.

Nach dem Ende des Kriegs trainierte Thelen erst die SpVgg Erkenschwick, bevor er im Januar 1946 zur Borussia zurückkehrte. Damit wurde er auch der erste Nachkriegstrainer der Dortmunder. Unter ihm wurde der Verein in der Saison 1946/47 Gruppensieger der Gruppe 2 und gewann am 18. Mai 1947 durch einen 3:2-Erfolg über Schalke die Westfalenmeisterschaft.

Helmut Schneider (1955-1957 und 1968-1969)

Der gebürtige Pfälzer kam nach den Stationen Mainz 05, SpVgg Fürth, VfR Mannheim, 1. FC Köln und FK Pirmasens erstmals zum BVB. Unter ihm ging es bei der Borussia aufwärts. Dortmund gewann zuerst die Meisterschaft in der Oberliga West vor Schalke und Aachen und zog dank des besseren Torverhältnisses gegenüber dem HSV ins Finale um die Deutsche Meisterschaft ein. Dort gab es einen 4:2-Erfolg über den KSC. 1957 verteidigte die Borussia beide Titel.

Nach seinen Erfolgen kehrte Schneider zurück nach Pirmasens und trainierte in Folge dessen noch den heimischen FK, Bayern München, den 1. FC Saarbrücken und KSC sowie Wormatia Worms. Seine 2. Amtszeit beim BVB verlief wenig erfolgreich. Am 17. Dezember wurde er erneut als Cheftrainer vorgestellt, nach 8 Spielen am 17. März aber bereits wieder entlassen.

Detlev Brüggemann (1972 und 1973)

Brüggemann stand beim BVB 2 Mal als Cheftrainer in der Verantwortung, aber jeweils nur über eine kurze Zeitspanne. Er übernahm das Amt erstmals im Juli 1972 von Herbert Burdenski und gab den Posten im November 1972 wieder an Max Michallek ab. Seine Bilanz in dieser Zeit in der Regionalliga West (damals 2. Liga) und im Ligapokal ist hervorragend: 6 Siege und 3 Unentschieden in 9 Pflichtspielen.

Im März 1973 trat er die Nachfolge seines Vorgänger Michallek an. Es folgten 5 weitere Spiele in der Regionalliga West, in denen er ergebnistechnisch allerdings nicht an sein erstes Engagement anknüpfen konnte – 2 Siege, 3 Niederlagen. Deshalb endete die Zusammenarbeit im Mai 1973 erneut, da der BVB in der Liga mit Rang 4 den Aufstieg in die Bundesliga verpasste.

Uli Maslo (1979 und 1983)

Uli Maslo hatte beim BVB 2 kurze Engagements. Der gebürtige Wattenscheider übernahm erstmals im April 1979 das Kommando bei der Borussia und saß in der Saison 1979/80 5 Spiele auf der Dortmund-Bank. Mit 2 Siegen, u. a. einem 2:0-Derbyerfolg über Schalke, und 2 Unentschieden gegenüber einer Niederlage war sein Wirken durchaus erfolgreich. Trotzdem musste er am Ende Platz machen, da der BVB Star-Trainer Udo Lattek an Land ziehen konnte.

Maslos 2. Amtszeit dauerte nur von Juli bis Oktober 1983. Aus 12 Pflichtspielen holte seine Mannschaft lediglich 3 Siege. Das war den Ansprüchen der Verantwortlichen natürlich nicht genug. Deshalb wurde er nach einer 0:2-Heimniederlage gegen Eintracht Braunschweig entlassen. Maslo blieb noch bis 2006 im Trainergeschäft und beendete seine Karriere schließlich bei Al-Salminya SC in Kuweit.

Helmut Witte (1983 und 1983)

Innerhalb eines einzigen Jahres stand Witte beim BVB 2 Mal als Trainer unter Vertrag. Der damalige Jugend-Übungsleiter des Klubs übernahm Ende der Saison 1982/83 das Amt von Karl-Heinz Feldkamp und coachte das Team in 5 Bundesliga-Partien. Da allerdings kein einziger Sieg dabei heraussprang (3 Unentschieden, 2 Niederlagen), wurde er im Juni wieder degradiert und durch Uli Maslo ersetzt.

Maslo funktionierte beim BVB allerdings nicht (3 Siegen aus 12 Pflichtspielen) und wurde im Oktober 1983 beurlaubt. Bei der Nachfolge griffen die Bosse auf Witte zurück, der die Mannschaft interimsmäßig betreute. Seine einzige Partie ging allerdings mit 1:4 bei Waldhof Mannheim verloren. Danach wurde ihm die Verantwortung entzogen und Witte verließ den Klub. Zusammengefasst steht in seiner Vita als BVB-Trainer bei 2 Engagements kein einziger Sieg.

Reinhard Saftig (1984 und 1986-1988)

Der ehemalige Mittelfeldspieler wechselte als Co-Trainer vom FC Bayern im Sommer 1984 zum BVB. Dort nahm er die gleiche Funktion unter Chefcoach Timo Konietzka ein. Als dieser im Oktober 1984 nach exakt 115 Tagen und nur 11 Partien entlassen wurde, überniahm Saftig interimsmäßig die Rolle des Übungsleiters – allerdings nur für eine einzige Partie. Trotz eines 2:1-Auswärtssiegs bei Waldhof Mannheim musste er im Anschluss wieder ins 2. Glied rücken.

2 Jahre später, Saftig arbeitete zuletzt in Dortmund unter den Cheftrainern Erich Ribbeck und Pal Csernai, wurde er erneut befördert. Dieses Mal für einen längeren Zeitraum. Von April 1986 bis Juni 1988 stand der gebürtige Pfälzer auf der Kommandobrücke des BVB. Zuerst rettete er die Borussia in der Saison 1985/86 in der Relegation, im Anschluss führte er den Klub in den UEFA-Cup und stieß dort sogar bis in die 3. Runde vor. Vor der Saison 1988/89 verließ er den Verein während eines Trainingslagers nach Streitigkeiten um die Festlegung des Mannschaftskapitäns – der Vereinsvorstand bevorzugte Frank Mill, Saftig dagegen Michael Zorc.

Udo Lattek (1979-1981 und 2000)

Die Verpflichtung von Lattek, der zuvor bereits große Erfolge mit dem FC Bayern und Borussia Mönchengladbach einfuhr, war ein großer Coup. Die hohen Erwartungen konnte die spätere Legende in Dortmund allerdings nicht erfüllen – auch weil seine BVB-Zeit von einer schweren Krankheit und letztendlich dem Tod seines Sohnes Dirk 1981 überschattet wurde. Daraufhin bat Lattek um Vertragsauflösung und verließ Deutschland in Richtung FC Barcelona. Mit dem BVB holte er in 73 Partien durchschnittlich 1,56 Punkte pro Spiel.

Als die Borussia in der Saison 1999/2000 in großer Abstiegsnot steckte, wurde Lattek im April 2000 als Retter verpflichtet. Im Duo mit Matthias Sammer verhinderte er den Abstieg des Vereins. Aus 5 Partien holte das Team in dieser Zeit 2 Siege, 2 Unentschieden und kassierte nur eine Niederlage. Am Ende reichte diese Ausbeute für Platz 11. Ein Engagement über die Saison hinaus lehnte er ab. Nach eigener Aussage kassierte Lattek für die Rettung der Borussia 2 Mio. D-Mark.

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