Dynamo Dresden: Abwehrprobleme machen das 2. Jahr besonders schwer

Dynamo Dresden: Abwehrprobleme machen das 2. Jahr besonders schwer

5 Punkte nach 5 Spielen – diesen Start in die 2. Bundesliga hatte man sich bei Dynamo Dresden sicherlich etwas anders vorgestellt. Allerdings muss man diese Aussage relativieren, denn nur ein Teil der Fans war nach der herausragenden Premieren-Spielzeit von Platz 5 geblendet. Dem Rest war klar: Das 2. Jahr wird noch einmal eine größere Herausforderung. Besonders die Defensive präsentiert sich derzeit alles andere als sattelfest. 

Das 2. Jahr ist oft das schwerste – woher diese Fußball-Weisheit kommt, kann keiner so richtig sagen, aber es ist viel Wahres dran. Dies muss aktuell leider Dynamo Dresden erfahren. Nach Platz 5 als Aufsteiger im letzten Jahr droht nun eine harte Spielzeit inklusive Abstiegskampf.

Aufstiegsmannschaft bricht auseinander

Doch dies ist nicht so richtig verwunderlich. Denn zum 2. Mal in Folge mussten die Sachsen im Sommer wieder einmal 3 wichtige Spieler ziehen lassen. Marvin Stefaniak ging zum VfL Wolfsburg, Akaki Gogia erhielt ein deutlich besseres Angebot von Union Berlin und Giuliano Modica stellte zu hohe Gehaltsforderung, sodass der auslaufende Vertrag zwangsweise nicht verlängert wurde. Schon nach dem Aufstieg im Sommer 2016 musste Dynamo enorm umbauen. Damals gingen Abwehrchef Michael Hefele (Huddersfield Town), Denker und Lenker Quirin Moll (Eintracht Braunschweig) sowie Torschützenkönig Justin Eilers (Werder Bremen) – insgesamt sind es somit 6 Aufstiegshelden in nur 14 Monaten.

Geld schießt auf dem Konto keine Tore

Als klammer Zweitligist, der gerade erstmals seit der Wende schuldenfrei ist, können sich die Dresdener bei diesen Abgängen nicht mal eben entsprechenden Ersatz kaufen. Stattdessen ist ein gutes Scouting und ein wenig Glück bei den Neuverpflichtungen nötig. So wie bei Philipp Heise. Der Linksverteidiger kam erst im Winter für 0,1 Mio. € vom VfB Stuttgart, spielte eine überragende Rückrunde und zog somit das Interesse von englischen Zweitligisten auf sich. Bis zu 3,5 Mio. € hätte Dynamo im Sommer an ihm verdienen könne. Doch Trainer Uwe Neuhaus wollte nicht noch einen Leistungsträger verlieren.

Bester Dynamo-Spieler in dieser Saison – Philipp Heise

Verletzungen verhindern Abwehrkonstanz

Und mit dieser Entscheidung lagen die Verantwortlichen der Schwarz-Gelben genau richtig. Der 26-Jährige ist in dieser Saison bislang der beste Dynamo-Kicker. Offensiv wie defensiv ist er eine Bank, erzielte auch schon 2 Tore in 5 Partien.

Doch seine Kollegen im Abwehrverbund zeigen sich nicht so sattelfest wie Heise. Satte 10 Tore musste Keeper Marvin Schwäbe bereits schlucken. Nach den Freitagabendspielen des 5. Spieltags stellt Dynamo die schlechteste Abwehr der Liga. Grund sind dafür immer wieder individuelle Fehler und auch wechselnde Zusammensetzungen der Innenverteidigung. Am Anfang waren es Sören Gonther und Jannik Müller, die zusammen aufliefen, dann Gonther und Florian Ballas. Zuletzt fiel Routinier Gonther verletzt aus, somit setzte Neuhaus auf die Innenverteidigung der vergangenen Saison: Ballas und Müller.

Gebracht haben alle Konstellationen herzlich wenig. Ein Sieg aus 5 Partien ist für alle Parteien nicht zufriedenstellend. Am kommenden Sonntag muss Dynamo dann zum Aufsteiger Jahn Regensburg. Die Bayern hatten bislang zwei Heimspiele nach dem Liga-Wechsel. Ergebnis: 2 Niederlagen. Gute Voraussetzungen für Dynamo, um endlich mal wieder einen Dreier einzufahren.

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