Drobny, Wiedwald & Co.: Die Torhüter-Duelle in der Bundesliga

Drobny, Wiedwald & Co.: Die Torhüter-Duelle in der Bundesliga

VfL Wolfsburg, Borussia Dortmund, Hamburger SV, Werder Bremen, 1. FC Köln – das sind die 5 Bundesliga-Klubs in dieser Saison, bei denen sich 2 Keeper das bisherige Spiel-Pensum mehr oder weniger teilten. Die Gründe sind ganz unterschiedlich. Von Sperren über Verletzungen bis hin zu Leistungsschwankungen war bereits alles mit dabei. Wir haben die Statistiken der jeweiligen Torhüter gecheckt und einmal verglichen.

Borussia Dortmund: Roman Bürki vs. Roman Weidenfeller

Beim BVB herrscht derzeit Krisenstimmung. Das 1:1 beim FSV Mainz war bereits das 4. Remis in den letzten 5 Bundesliga-Spielen. Und auch auf der Torwartposition gibt es ein wenig Zoff. Der Grund: Roman Weidenfeller sah seine Leistungen während Bürkis Verletzung nicht so schlecht und meldete trotz klarer Hackordnung von Trainer Thomas Tuchel Nummer 1-Ansprüche an. Allerdings ließ Tuchel keine Zweifel an seinem Stammtorwart aufkommen: „Wenn Bürki fit ist, spielt er auch.“ Die Zahlen sprechen deutlich für den Schweizer. Bürki kassierte in 11 Spielen nur 10 Tore, Weidenfeller musste trotz weniger Partien öfter hinter sich greifen (11 Gegentore in 7 Begegnungen). Außerdem spielte Bürki 3 Mal zu Null, Weidenfeller schaffte dies kein einziges Mal.

Fazit: An Bürki als Nummer 1 gibt es nichts zu rütteln!

 

Werder Bremen: Jaroslav Drobny vs. Felix Wiedwald

Die beiden können einem eigentlich nur leid tun. Mit 38 Gegentoren ist Werder Bremen die Schießbude der Liga. Dabei ist es aber nicht egal, wer im Tor der Hanseaten steht. Wiedwald (9) und Drobny (10) machten nahezu die gleiche Anzahl an Partien, allerdings kassierte der 37-jährige Tscheche deutlich weniger Treffer (15) als Wiedwald (23). Auch die Mannschaft scheint sich mit dem Routinier deutlich wohler zu fühlen. In den Drobny-Spielen holte der SV Werder 13 Zähler, mit Wiedwald nur magere 3. Auch die abgewehrten Schüsse sprechen für Drobny (67,5%; Wiedwald nur 61%).

Fazit: Ist die Sperre von Drobny abgelaufen, muss der Tscheche zurück ins Werder-Tor.

 

Hamburger SV: Rene Adler vs. Christian Mathenia

Beim reinen Zahlenvergleich ist es ein eindeutiges Spektakel. Mathenia musste in 8 Partien 12 Mal hinter sich greifen, Adler dagegen in 10 Spielen schon satte 23 Mal. Aktuell muss sich HSV-Trainer Markus Gisdol keine Gedanken über die Frage der Nummer 1 machen, denn Adler fehlte in beiden Bundesliga-Spielen des Jahres mit Adduktorenbeschwerden. Insgesamt flogen im Laufe der Saison 54 Bälle auf das Gehäuse von Adler, der ehemalige Nationaltorwart konnte jedoch nur 31 abwehren und hat mit 57,4% die schlechteste Bilanz aller 19 Bundesliga-Keeper, die mindestens 30% der möglichen Einsatzminuten bestritten.

Fazit: Schafft der HSV mit Mathenia nun auch endlich mal einen Sieg, setzt er sich gegen Adler durch.

 

1.FC Köln: Timo Horn vs. Thomas Kessler

Mega-Talent gegen Derbyheld – das ist derzeit das Torwart-Duell beim 1. FC Köln. Allerdings muss Timo Horn derzeit mit einem Meniskusschaden pausieren. Obwohl sein Vertreter Kessler einen ordentlichen Job machte, geriet die Erfolgsserie des Effzeh mit der Horn-Verletzung auch ein wenig ins Stocken. Mit Horn holte Köln 17 Zähler aus 9 Spielen, Kessler kommt bei 8 Einsätzen nur auf 11 Punkte. Dabei muss man beachten, dass die Kölner mit Kessler nur eine Partie verloren, mit Horn in der Kiste gingen 2 Spiele in die Hose. Kessler bekam in seinen Begegnungen auch mehr auf die Kiste. Mit 3,75 Paraden pro Spiel liegt er in diesem Ranking trotz weniger Einsatzminuten vor Horn (3).

Fazit: An Horn als Nummer 1 führt kein Weg dran vorbei. Mit Kessler in der Hinterhand braucht Trainer Stöger jedoch vor einem Horn-Ausfall nicht zu zittern.

 

VfL Wolfsburg: Koen Casteels vs. Diego Benaglio

6:13 heißt es, wenn man nach Punkten geht, die die beiden Keeper in dieser Saison mit ihrer Mannschaft einfahren konnten. Nicht nur das Team profitierte vom Trainerwechsel von Dieter Hecking zu Valerien Ismael, sondern auch Benaglio. Der Schweizer hatte seinen Stammplatz zu Beginn der Saison an Konkurrent Casteels abgeben müssen und war erst unter Ismael ins Tor der Wölfe zurückgekehrt. Seitdem läuft es für die Niedersachsen wieder besser, auch wenn sie zuletzt mit dem 1:2 gegen Augsburg einen Rückschlag hinnehmen mussten. In fast allen Kategorien – mal abgesehen von der Punktausbeute – sind Casteels und Benaglio nahezu gleich auf. Der Schweizer fing 9 Flanken ab, Casteels 7. Der Belgier konnte 42 Schüsse abwehren, Benaglio 46. Und auch bei der Paradenanzahl unterscheiden sich die beiden Keeper nicht. Beide kommen in diesem Ranking auf 31.

Fazit: Ismael hat sich inzwischen klar festgelegt. Für ihn ist Benaglio die Nummer 1. Der Mannschaft scheint es gut zu tun.

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