Dr. Eisenfuß: Die härtesten Defensivspieler der Bundesliga

Dr. Eisenfuß: Die härtesten Defensivspieler der Bundesliga

Seit 52 Jahren können sich die Fußball-Fans an packenden, spannenden, kuriosen, unglaublichen Spielen erfreuen. Neben Traumtoren, Weltklassepässen und technischen Finessen gibt es auch die Spieler, ohne die der Fußball nur halb so schön wäre: Die eisenharten Verteidiger! Wir haben mal die Nachfolger von Uli „Die Axt“ Borowka, „Iron Mike“ Franz und Mark van Bommel aufgelistet.

Carlos Zambrano (Eintracht Frankfurt): Er ist der Inbegriff des rustikalen Verteidigerspiels. Carlos Zambrano, Abwehrspieler der Frankfurter Eintracht, wechselte im Sommer 2006 aus seinem Heimatland Peru in die Jugend des FC Schalke 04. In 133 Profispielen in Deutschland (FC Schalke, FC St. Pauli und Eintracht Frankfurt) kassierte der mittlerweile 25-Jährige 47 Gelbe Karten. Umso erstaunlicher ist, dass Zambrano erst zwei Platzverweise sah. Für St. Pauli und die Eintracht sah er jeweils einmal die Ampelkarte. Umso häufiger stellte Zambrano mit riskanten Grätschen und unzähligen Privatduellen mit sämtlichen Stürmer der Republik unter Beweis, dass er für seine Mannschaft an die Grenzen des Erlaubten, wenn nicht sogar darüber hinaus, geht. Auch die Sicherungen des Innenverteidigers sind nicht schmorfest. Als er in Düsseldorf vom Platz gestellt wurde machte Zambrano den Frank Rijkaard und bespuckte Gegenspieler Sascha Rösler im Vorbeigehen.

Emir Spahic (Bayer 04 Leverkusen): Ein Vertreter der alten Schule ist eindeutig Emir Spahic. Der Bosnier in Diensten von Bayer 04 Leverkusen führt in der laufenden Saison die Sünderkartei der Bundesliga an. Vier Gelbe Karten und zwei Gelb-Rote Karten innerhalb von 20 Partien sind schon aller Ehren wert und verhelfen dem 34-Jährigen zu Platz eins bei den bösen Buben. Egal, wo Spahic in seiner Karriere bislang kickte, Gefangene machte er bei keinem Klub. Neun Gelbe sowie eine Rote Karte in seiner ersten Bayer-Saison (27 Spiele) sind im Vergleich zu seinem ersten Jahr beim FC Sevilla ein Kindergeburtstag. Da räumte Spahic in 22 Spielen immerhin zwölfmal die Gelbe Karte ab.

Georg Niedermeier (VfB Stuttgart): Zuletzt „glänzte“ Georg Niedermeier mit zahlreichen vergebenen Chancen aus kürzester Distanz. Daran ließ sich gut erkennen, dass der gebürtige Münchner sich eher in der eigenen Defensivabteilung zu Hause fühlt. In 153 Pflichtspielen für den VfB Stuttgart stellte der 29-Jährige aber auch oftmals unter Beweis, dass er sein Handwerk als Verteidiger durchaus versteht. In der aktuellen und vergangenen Spielzeit sah er insgesamt neun Verwarnungen und zwei Rote Karten. Er ist also auch alles andere als ein Kind von Traurigkeit.

Behrami
Treter der Hinrunde – Valon Behrami (l.)

Valon Behrami (Hamburger SV): Erst ein halbes Jahr in Deutschland und schon an der Spitze. Das gilt für Valon Behrami vom Hamburger SV. Allerdings kämpft der Schweizer mit dem HSV nicht um den Titel, sondern vielmehr belegt der defensive Mittelfeldspieler in einer persönlichen Statistik Rang 1. 46 Fouls beging der Hamburger in der Vorrunde, so viele wie kein anderer. Dabei stellte Behrami sich anscheinend clever an. Denn von 46 Fouls wurden lediglich fünf mit Gelb geahndet. Nach der Winterpause kam der Schweizer nicht mehr zum Einsatz. Eine Knie-OP stoppte den Metzger der Hinrunde. Dass er keinen Zweikampf scheut, zeigte er bereits bei Lazio Rom in Italien. Persönliche Bestmarke an Verwarnungen waren die 14 Gelben in der Saison 2012/13.

Sven Bender (Borussia Dortmund): Er ist kein harter Treter oder Verteidiger im klassischen Sinne und trotzdem gehört Sven Bender von Borussia Dortmund sicherlich in die Auflistung der härtesten Jungs der Liga. Denn mit welchem Einsatz sich „Manni“ für seine Kameraden in jedes erdenkliche Duell wirft, ist mehr als vorbildlich. Und seine Zweikampfführung ist sensationell. In 245 Profieinsätzen kassierte Bender lediglich 34 Gelbe Karten. Doch seine robuste Spielweise hinterlässt auch Spuren. Denn so kurz seine Verwarnungsliste auch ist, desto länger ist Verletzungsliste. Meniskusverletzung, Innenbadnrisse, Schambeinentzündung, Leistenbruch, Augenverletzung, Rippenprellung, Kieferbruch und noch viele weitere Blessuren stehen in der Krankenakte des gebürtigen Bayern. Und trotzdem ist Bender für das Spiel des BVB nahezu unverzichtbar.

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