Dimitri Payet: Ein Grund, warum was falsch läuft im Fußball

Dimitri Payet: Ein Grund, warum was falsch läuft im Fußball

Dimitri Payet ist Publikumsliebling bei West Ham United. Der französische Nationalspieler ist der bestbezahlteste Akteur im Kader der Hammers. Erst im vergangenen Jahr hatte der 29-Jährige seinen Vertrag bei den Engländern verlängert. Trotzdem hat er jetzt nur noch ein Ziel: Er will den Klub schnellstmöglich verlassen.

Im Juli 2015 bezahlte West Ham United € 15 Mio. für die Dienste von Dimitri Payet. Diese Summe erwies sich als Glücksgriff und gute Anlage. Der Franzose zahlte von Beginn an das Vertrauen zurück und erfüllte die Erwartungen. 66 Spiele hat er mittlerweile für die Hammers absolviert. Dabei gelangen ihm 18 Tore und 25 Assists.

Nie zuvor in seiner Karriere war Payet torgefährlicher und effizienter – weder zuletzt bei Olympique Marseille (15 Tore und 29 Assists in 83 Spielen) noch zuvor beim AS St. Etienne (25, 33, 148), beim OSC Lille (19, 30, 95) oder beim FC Nantes (5, 3, 34).

Die Belohnung: West Ham verlängerte seinen Vertrag im Februar 2016 aufgrund seiner guten Leistungen im Hammers-Trikot vorzeitig bis Juni 2021. Eine satte Gehaltserhöhung gab es natürlich obendrauf. Noch im Juli sagte Payte nach seinen starken Aufritten bei der Heim-EM für Frankreich über einen möglichen Vereinswechsel:

„Ich werde zu 100 Prozent bei West Ham bleiben, ich liebe den Verein. Das kann ich den Hammers-Fans versprechen.“

Knapp 6 Monate später will der 29-Jährige von seiner getätigten Aussage nichts mehr wissen. Schnellstmöglich will er die Hammers verlassen und versucht seinen Abschied zu erzwingen. Nach Informationen von United-Coach Slaven Bilic will der Mittelfeldakteur nicht mehr für West Ham auflaufen. Logisch, dass der Kroate nicht gut auf den Spieler zu sprechen ist:

bilic
Slaven Bilic ist seit Juni 2015 Trainer von West Ham United.

„Die Mannschaft, der Staff, wir alle haben ihm alles gegeben, waren immer auf seiner Seite. Ich fühle mich von ihm im Stich gelassen, bin wütend. Aber: Wir werden ihn nicht verkaufen – auf keinen Fall!“

Dimitri Payet steht mit seinem Verhalten für das ein, was aktuell im Profifußball falsch läuft. Verträge zählen nichts mehr, auf Versprechungen und Aussagen der Spieler können sich weder Fans noch Verantwortliche verlassen. Die Gehaltsaufstockung im Zuge einer Kontraktausdehnung wird gerne angenommen, die Laufzeit ist nur das geringe Übel und soll im Falle eines Wechselwunsches möglichst keine Auswirkungen haben. Aber solange West Ham hart bleibt und einen Transfer ablehnt, kann Payet klagen und fordern was er will – der Verein sitzt hier zum Glück am längeren Hebel.

Zumindest ist bislang auf die Leistungen von Payet Verlass. Seine Werte sind zum Vergleich zum letzten Jahr weiterhin auf hohem Niveau. Hatte der Franzose zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison nach 22 Pflichtspielen 11 Scorerpunkte (6 Tore, 5 Assists) auf seinem Konto, sind es in dieser Spielzeit genauso viele (3 Tore, 8 Assists).

Aufgrund seines Verhaltens verzichtet Bilic auf seinen unzufriedenen Star. Im Ligaspiel gegen Crystal Palace am Samstag wird Payet nicht zum Kader gehören. Zudem darf er nicht mit der Mannschaft trainieren, solange er seine Einstellung nicht ändere. Vertreten Verein/Trainer und Spieler weiterhin ihren jeweiligen Standpunkt, dann muss sich Payet auf einen langen Tribünenaufenthalt einstellen.

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