Die Liga hat den Leipzig-Code geknackt

Die Liga hat den Leipzig-Code geknackt

3 Siege, 1 Unentschieden und 3 Pleiten machen aus dem Überflieger der Hinrunde und zwischenzeitlichen Tabellenführer RB Leipzig ein biederes Durchschnittsteam in der Rückrunde. Nur Platz 9 in der Tabelle der Rückserie, für diese Ernüchterung gibt es Gründe.

Für Ralph Hasenhüttl ist noch alles in Ordnung. „Diese Bilanz hätte ich vor der Saison blind unterschrieben“, sagt der Coach von RB Leipzig gern den Kritikern, die sein Team nach 3 Rückrunden-Niederlagen mit gestutzten Flügeln dastehen sehen. In der gesamten Hinrunde hatte man nur 2 Pleiten (beim FC Ingolstadt und beim FC Bayern) hinnehmen müssen – und in den ersten 7 BL-Spielen blieb der erst 2009 gegründete Klub bei 4 Siegen und 3 Remis ungeschlagen.

Die Bilanz der Roten Bullen nach dem Jahreswechsel ist dürftig. Dass der 2. der Bundesliga-Tabelle in der Rückrunde nur auf 10 Punkte und damit auf Rang 9 im Klassement der Rückserie kommt, hat verschiedene Gründe.

Chancenverwertung: Die Leipziger lassen zu viele Top-Gelegenheiten liegen! In der Hinrunde erarbeiteten sie sich 15 Großchancen in den ersten 7 Spielen, in der gleichen Spielzahl der Rückserie waren es nur sechs 100-prozentige Chancen. Nur Hertha BSC ist in diesem Ranking schlechter.

Torschuss-Bilanz: Lediglich 77-mal feuerten die Leipziger in den ersten 7 Rückrundenspielen aufs gegnerische Tor, damit liegen sie liga-weit nur auf Rang 12.

Anfällig bei Kontern: Gegen den VfL Wolfsburg kassierte Leipzig beim 0:1 bereits das 5. Konter-Tor in der Rückrunde. Nur Schlusslicht Darmstadt 98 wurde häufiger ausgekontert. In der gesamten Hinrunde waren es nur 2 Gegentore nach einem Konterangriff, die die Leipziger hinnehmen mussten.

Heim-Schwäche: 2 Niederlagen in der heimischen Red Bull Arena in den letzten 3 Spielen zeigen: Die Gegner haben den Respekt vor der Leipziger Festung verloren.

Transfer-Poker: Die ständigen Wechsel-Gerüchte – erst am Freitag berichtete Fußball BILD über Kontakte von Stürmerstar Timo Werner (14 Saisontore) zum FC Liverpool und Jürgen Klopp – haben Unruhe ins Umfeld des Aufsteigers gebracht. Schon im Winter baggerten die Reds an Top-Vorbereiter Emil Forsberg (11 Assists). Der Schwede verlängerte im Februar 2017 ebenso wie zuvor Diego Demme und Stefan Ilsanker. Mit weiteren Leistungsträgern wie Willi Orban, Marcel Sabitzer, Marcel Halstenberg, Yussuf Poulsen oder Naby Keita steht die Verlängerung der Zusammenarbeit jedoch noch aus – und das macht die Lage in Leipzig im Saisonendspurt nicht leichter. RB-Sportdirektor Ralf Rangnick ist ständig bemüht, die Tür zur Gerüchteküche geschlossen zu halten. „Wir wollen unseren Kader im Sommer verstärken, nicht Leistungsträger abgeben“, kommentierte der Schwabe das kolportierte Werben des FC Liverpool – im Raum stehen Medienberichten zufolge € 40 Mio. – um Timo Werner.

Nur keine Panik: RBL-Coach Ralph Hasenhüttl.
Nur keine Panik: RBL-Coach Ralph Hasenhüttl.
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