Deutschland: 5 Lehren aus den EM-Qualifikationsspielen

Deutschland: 5 Lehren aus den EM-Qualifikationsspielen

2:4 gegen Holland mit 4 Gegentoren nach der Pause, 2:0-Arbeitssieg in Nordirland – die deutsche Länderspiel-Woche in der EM-Qualifikation war schwer verdaulich. Sie lieferte einige Erkenntnisse.

,,Gut genug für Großes?“, fragte das Kicker-Sportmagazin am Montag und noch vor dem 2:0 (0:0)-Pflichterfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Nordirland in Belfast. „Warum spielen wir so schlecht, Jogi?“, wollte BILD am Dienstag nach dem 2. EM-Qualifikationsspiel in 3 Tagen gern wissen. Die Antwort zur ersten Frage muss ein klares „Nein“ sein. In dieser Form zählt die deutsche Mannschaft 2020 nicht zu den Favoriten auf den Europameistertitel.

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Die 2. Frage beantwortete Joachim Löw (59) nach dem Spiel gewohnt verbindlich-unverbindlich. „Wir sind in einer Phase des Lernens“, erklärte der Weltmeister-Trainer von 2014 bei RTL, „da müssen die Spieler noch etwas zulegen.“ Das müssen sie wohl. Die Fortschritte im Jahr 1 nach dem niederschmetternden WM-Debakel von Russland sind marginal. Die Lehren dafür umso eindeutiger.

Schwach gegen große Gegner!

„Vielleicht“, so mutmaßte Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel in Belfast, „hat uns die Mannschaft auf dem Weg nach Russland mit 10 Siegen aus 10 Spielen zu sehr verwöhnt.“ In der Quali für Russland wurde die DFB-Elf kaum gefordert – und im einzigen Vorbereitungsspiel gegen einen Top-Gegner – 0:1 gegen Brasilien in Berlin – blieb sie ähnlich schwach wie nun in neuer Besetzung gegen die Holländer. Nur eines von 6 Pflicht-Länderspielen gegen die namhaftesten Kontrahenten Frankreich und Niederlande in der Nations League und in der EM-Quali wurde gewonnen. Das ist zu wenig, um sich für ein großes Turnier Selbstvertrauen zu holen.

Zu wenig Erfahrung

Im Holland-Spiel am Freitagabend in Hamburg standen nur noch 3 Spieler aus dem siegreichen WM-Kader 2014 in der Startelf. Nur 3 DFB-Akteure, Manuel Neuer, Toni Kroos und Marco Reus, sind 30 Jahre oder älter. Die vielen Jungen verfielen vor allem gegen Holland zu schnell in Nervosität. Es fehlt an Führungsspielern.

Zu viele taktische Umstellungen

Die nach der WM 2018 umformierte deutsche Mannschaft hat fraglos großes spielerisches Potenzial. Doch die ständigen taktischen Umstellungen – nach dem Holland-Debakel wechselte Löw die Abwehr-Grundordnung von Dreier- auf Viererkettte – lassen die Verunsicherung nicht geringer werden. Gegen Nordirland stellte Löw im zentralen Mittelfeld 3 Spieler auf, gegen Holland war es eine Doppel-Sechs. Diese taktischen Experimente sind für die Testspiele da, nicht für die Pflicht-Duelle! (Alle EM-Qualifikationswetten)

Wenig Tempo, kaum Tiefe im Spiel

Die überragenden Offensivspieler Serge Gnabry, Marco Reus und Timo Werner lassen gegen tief stehende gegnerische Viererketten zu selten ihr Können aufblitzen. Gelingt es dann mal, hinter die Abwehrreihen zu kommen, fehlt ein klassischer Torjäger – vor allem gegen Holland betrieb man Chancen-Wucher. Tempo und Kreativität eines Leroy Sané wurden schmerzlich vermisst.

Schein-Debatte um Hummels

Die nach der schwachen Abwehr-Gesamtleistung gegen Holland entstandene Diskussion – gewohnt boulevardesk geführt – um eine mögliche Rückkehr von Mats Hummels (30) ist nicht zielführend. Der von Löw im März 2019 ausgebootete Dortmunder konnte auch beim BVB die altbekannten Defensiv-Schwächen nicht beheben und er verstand es zuvor auch in Russland nicht, das Team mitzureißen.

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Vor allem beim 2:4 gegen Holland am 6. September 2019 in Hamburg bot Deutschland eine haarsträubende Abwehr-Leistung.
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