Der dreiste Poker des Douglas Costa

Der dreiste Poker des Douglas Costa

Im Juli 2015 kam Douglas Costa als Versprechen an die Zukunft zum FC Bayern München. Der Rekordmeister hatte den Brasilianer als Erbe für Franck Ribery auserkoren und griff tief in die Geldbörse. Nun sorgte der Flügelflitzer aber für Wirbel abseits des grünen Rasens. Der 26-Jährige soll Angebote aus dem Ausland vorliegen haben und spricht öffentlich über einen möglichen Wechsel – ein Poker um mehr Spielzeit und Gehalt.

Für eine Ablösesumme von € 30 Mio. kam Costa aus der Ukraine von Schachtjor Donezk in die Bundesliga. Der Dribbelkünstler schlug direkt voll ein. Unter Pep Guardiola hatte der Linksfuß fast immer einen Platz in der Startelf. Bilanz: 42 Pflichtspiele, 7 Tore und 18 Vorlagen. München war im Costa-Fieber. Seit Carlo Ancelotti das Zepter beim Rekordmeister schwingt, nahmen die Einsatzzeiten des Brasilianers aber leicht ab. Darunter leiden auch seine Scorerdaten. 4 Tore und 4 Vorlagen sind zwar ordentlich, aber im Vergleich zur letzten Saison ein Rückschritt.

Ribery versperrt Costa den Weg

Zwar kommt er regelmäßig zu Einsätzen, wurde aber wettbewerbsübergreifend 8 Mal nur eingewechselt. Zum Vergleich: In der gesamten Vorsaison war das nur halb so oft der Fall. Unter Ancelotti teilt sich Costa die Spielminuten mit Ribery. Gegen den Franzosen konnte er sich also noch nicht vollständig durchsetzen. Da dieser seinen Vertrag beim Rekordmeister kürzlich bis 2018 verlängert hat, ist es nachvollziehbar, dass der brasilianische Wirbelwind sich Sorgen um seine Einsätze macht.

Dass Costa gerade jetzt, wo Ribery verletzt ausfällt, mit seinen Wechselgedanken an die Öffentlichkeit geht, ist allerdings höchst verwunderlich und dürfte den Bayern-Bossen böse aufstoßen. Auch dass er verlauten ließ, nicht gänzlich glücklich in München zu sein, sorgt für Aufregung.

Costa schadet sich selbst

Ancelotti stellt indes heraus, dass er den Eindruck hat, dass sich der Brasilianer beim FC Bayern wohl fühlt. Der Trainer mutmaßt, dass der Agent des Spielers den Anstoß für die offensiv formulierten Wechselgedanken ist. Nach nur eineinhalb Jahren in München will Costa offenbar einen Stammplatz erzwingen, ein höheres Gehalt herausschlagen oder gar beides auf einmal. Dabei hat er einen langfristigen Vertrag bis 2020 unterschrieben und wusste, dass er sich gegen keinen Geringeren als Ribery durchzusetzen hat.

Unter dem neuen Coach spürt der Brasilianer nun einen leichten Gegenwind und droht mit einem Wechsel nach England, Spanien oder zu den zahlungskräftigen Vereinen aus China. Ein riskanter Poker, der für Costa nach hinten losgehen könnte, denn beim Rekordmeister wird Identifikation großgeschrieben und auf der Nase herumtanzen lassen sich die Münchner ungern. Auf Gegenliebe zu seinen Äußerungen wird der Spieler jedenfalls gewiss nicht stoßen.

Gänzlich unwohl scheint sich Costa in München nicht zu fühlen
Trotz Kampf um den Startplatz: Costa und Ribery verstehen sich anscheinend ganz gut.
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