„Danish Dynamite“ zündet wieder in der Bundesliga!

„Danish Dynamite“ zündet wieder in der Bundesliga!

Humorbömben, Lords und Top-Torjäger – Profis aus Dänemark waren und sind eine Bereicherung für die Bundesliga. Bremens Neu-Verpflichtung Thomas Delaney oder Leipzigs Yussuf Poulsen bringen alles mit, um die neuen Lieblinge der Liga zu werden. Wie vor ihnen Gravesen, Sand oder Simonsen.

Dänischen Fußballprofis wird gern eine gewisse Lockerheit nachgesagt. Diese legte auch Werder Bremens Neuzugang Thomas Delaney an den Tag. „Meine ersten beiden Spiele sind gegen Dortmund und Bayern – danach werden wir sehen, ob Abstiegskampf schöner ist als Champions League“, sagte der vom CL-Absteiger FC Kopenhagen an die Weser gewechselte Mittelfeldspieler vor seinem Liga-Debüt gegen den BVB (1:2).

Delaney: Von der „Königsklasse“ in den Abstiegskampf

Mit dem dänischen FCK war Delaney zuvor saisonüberreifend in 22 Liga-Spielen ungeschlagen geblieben – ein Rekord. Laufstark, ballsicher und um keinen guten Spruch verlegen bringt Delaney bei Werder, wo vor ihm mit Jannik Vestergaard, Per Röntved, Daniel Jensen, John Danielsen, Leon Andreasen, Poul-Erik Tygesen und dem legendären Ole Björnmose schon 6 Dänen unter Vertrag standen, alles mit, was ein Publikumsliebling braucht. „Mit Thomas kann es Werder wieder nach Europa schaffen“, glaubt Daniel Jensen an die Wende mit Delaney.

Der Neu-Bremer Delaney, Jonas Lössl in Mainz, Jannik Vestergaard bei Borussia Mönchengladbach, Yussuf Poulsen bei RB Leipzig – Dänemarks Profis feiern ein Comeback in der Bundesliga.

Skandinavische Wertarbeit schätzt man in der Liga fast vom Start weg: Danielsen in Bremen und Ole Sörensen beim 1. FC Köln waren 1965 die ersten dänischen Profis. „Dänen lügen nicht“, dieses Ulk-Motto von Otto Waalkes galt seitdem für die meisten Legionäre aus dem Norden. Wer auf dänische Profis setzte, bekam zumeist zuverlässige Fußballarbeit, Spaß, technische Raffinesse und Tor-Riecher im Gesamtpaket. Mehr noch: Dänische Spieler prägten die Liga! Der 2006 verstorbene Björnmose machte für Werder und den HSV bis 1977 insgesamt 323 Liga-Spiele. Erst 2008 löste ihn HSV-Stürmer Sergej Barbarez als den ausländischen Spieler mit den meisten Einsätzen ab. Dänische Publikumslieblinge in Hamburg waren zudem Lars Bastrup, „Humorbömbe“ Thomas Gravesen, Jakob Friis-Hansen oder Stig Töfting.

Povlsen und Sand: Dänische Könige im Revier

Eine Legende beim FC Schalke 04: Ebbe Sand. Der Bröndby-Stürmer, 1999 von einem dänischen CL-Teilnehmer – wie später auch Sören Colding (2001) oder William Kvist (2011) in die Bundesliga gewechselt – absolvierte in 7 Jahren bei Königsblau 214 BL-Spiele, wurde Torschützenkönig 2001 und 2 Mal DFB-Pokalsieger. Ein weiterer dänischer Dauerbrenner bei S04 (111 Ligaspiele): Christian Poulsen. Nicht minder beliebt beim Revier-Nachbarn: Der dänische Europameister Flemming Povlsen von Borussia Dortmund. Nach einem Kreuzbandriss im Meisterjahr 1994/95 nur Statist, widmeten die BVB-Fans ihm beim Abschied im gleichen Jahr die Schale.

„Danish Dynamite“ auch beim FC Bayern

Die Meisterschale holte sich auch Michael Schjönberg. Der Innenverteidiger wurde mit dem 1. FC Kaiserslautern 1998 als Aufsteiger Deutscher Meister. Allen Simonsen wurde mit Borussia Mönchengladbach 3 Mal, Sören Lerby mit dem FC Bayern 2 Mal Deutscher Meister. Johnny Hansen holte mit dem FCB 3 Mal in Folge Europapokalsieger der Landesmeister. Brian Laudrup, dänischer Weltstar und Europameister von 1992, machte einen seiner wichtigsten Karriereschritte ebenfalls bei den Bayern.

Bendtner: Wolfsburg jagt den „Lord“ fort…

Doch „Danish Dynamite“, wie der Deutschland-Bezwinger aus dem EURO-Finale von Göteborg 1992 genannt wird, zündete in der Liga nicht immer. „Lord“ Nicklas Bendtner, ebenso berühmt für seine Tore wie berüchtigt für seine Eskapaden, fiel beim VfL Wolfsburg mit nur 3 Toren in 31 Ligaspielen durch. 2016 wurde sein Vertrag bei den „Wölfen“ aufgelöst. Auch Jesper Gronkjaer oder Jon Dahl Tomasson blieben in Diensten des VfB Stuttgart mit 25 bzw. 30 BL-Partien hinter den Erwartungen.

Brian Laudrup und Flemming Povlsen.

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