Copa Libertadores Finale: River Plate gegen Tigres

Copa Libertadores Finale: River Plate gegen Tigres

Das Endspiel der Copa Libertadores steht fest. River Plate aus Buenos Aires trifft auf die UANL Tigres aus dem mexikanischen Monterrey. Mit dabei ein Franzose, ein halber Deutscher und ein Haufen Argentinier.

Tigres kann als erstes mexikanisches Team in den beiden Finalduellen am 30. Juli (Anstoß 03:00 Uhr MESZ) und 6. August (Anstoß 03:00 Uhr MESZ) den Titel holen. Seit Ende der Neunziger werden mexikanische Teams zu den internationalen Pokalwettbewerben des südamerikanischen Verbandes CONMEBOL eingeladen. Sie erweitern den Werbemarkt und heben das sportliche Niveau. Indiz dafür ist vor allem Tigres französischer Torjäger André-Pierre Gignac. Der 21-malige Nationalspieler wechselte Anfang Juli zu den Mexikanern. In seinem zweiten Spiel schoss er im Halbfinal-Rückspiel seinen Klub gegen den brasilianischen Vertreter Internacional Porto Alegre in Front. Die Mannschaften der mexikanischen Liga werden größtenteils von Konzernen kontrolliert, was neben den üppigen TV-Geldern auch Verpflichtungen von europäischen Top-Spielern möglich macht. Hinter UANL steht zum Beispiel das international operierenden Baustoff-Unternehmen Cemex. Doch nicht nur das. Auch ein deutscher Wirbelwind mischt für Tigres regelmäßig die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Der 22-jährige Deutsch-Mexikaner Jürgen Damm wechselte jüngst für circa € 8 Millionen von Pachuca nach Tigres. Der Sohn eines Deutschen und einer Mexikanerin, aufgewachsen in Kanada, gilt neben Gareth Bale als einer der schnellsten Profifußballer weltweit.

Ungeliebte Gäste

Trotz alledem sind die Gäste aus Mittelamerika bei den anderen Teilnehmern eher unerwünscht. Außer den Fans von Boca Juniors, dem ärgsten Rivalen von River Plate, dürfte somit ein Großteil der fanatischen Fußball-Fans in Südamerika den Argentiniern die Daumen drücken. River Plate steht nach 19 Jahren wieder im Finale der Copa Libertadores. Eines ist den Millionarios aus Argentiniens Haupstadt allerdings sicher: Allein durch die Finalteilnahme hat sich River die Teilnahme an der FIFA Klub-WM vom 10. bis 20. Dezember 2015 in Japan gesichert. Dem Traditionsverein und zweimaligen Sieger (1986 und 1996) des südamerikanischen Pendants zur Champions League reichte gegen Paraguays Vertreter Club Guaraní nach dem 2:0-Hinspielerfolg ein 1:1-Remis im zweiten Vergleich in Asunción. Für River Plate ist es die insgesamt fünfte Finalteilnahme. Die ersten beiden Endspiele 1966 und 1976 verlor der amtierende argentinische Rekordmeister.

River ist Favorit

Ins Endspiel gehen die blaugelben Tigres als Gast und Außenseiter. River Plate spielte zuletzt international stark auft und genießt im Rückspiel Heimrecht. Außerdem setzte sich River in den K.o.-Runden zuvor gegen sehr starke Konkurrenten durch- Stadtrivale Boca Júniors wurde nach abgebrochenem Skandalspiel eleminiert und auch dem brasilianischen Meister Cruzeiro Belo Horizonte ließen die Millionarios keine Chance.

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In einem seiner ersten Spiele für Tigres legte Jürgen Damm direkt artistisch los.

 

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