Copa Libertadores: Ausblick auf die andere Königsklasse

Copa Libertadores: Ausblick auf die andere Königsklasse

Während sich bei uns die Champions League längst in der entscheidenden Phase befindet, geht in einem anderen Kontinent erst im März der große Vorhang auf. In knapp 1,5 Wochen beginnt mit der Copa Libertadores die Königsklasse in Südamerika. Das prestigeträchtige Turnier schrieb in der Vergangenheit so einige besondere Geschichten. Auch die 58. Auflage wird aus vielerlei Hinsicht eine Besondere.

Beim 1. Blick auf das Teilnehmerfeld, das nach 3 Qualifikationsrunden seit wenigen Tagen auch endgültig feststeht, fällt schnell eine Sache auf: Kein Fiesta Mexicana bei der die Copa Libertadores! Auf Grund von zahlreichen Terminkollisionen mit der heimischen Liga geht der auf 42 Wochen ausgeweitete Wettbewerb erstmals seit 1998 ohne die Klubs aus Mexiko über die Bühne.

Stars wie Carlos Tevez und Gabriel Jesus fehlen

Neben den mexikanischen Vertretern fehlt ein schillernder Name aus Argentinien. Der 6-malige Titelträger Boca Juniors verpasste die Qualifikation und verlor wohl auch deshalb seinen Torjäger Carlos Tevez nach China. Noch häufiger setzte sich nur CA Independiente die Krone (7) in Südamerika auf. Da auch der Rekordsieger nicht dabei ist, startet aus Argentinien vor allem CA River Plate aus Buenos Aires mit aussichtsreichen Chancen in das Turnier.

Der große Rivale der Boca Juniors triumphierte 3 Mal bei 5 Finalteilnahmen, zuletzt 2015 gegen die UANL Tigres (0:0/3:0). Mit 8 Teams schickt Brasilien nach den Argentiniern (6) die meisten Teilnehmer ins Rennen. Nach dem Gewinn der brasilianischen Meisterschaft will Palmeiras São Paulo auch international durch Samba-Fußball glänzen und den Pokal zurück an den Zuckerhut holen.

Als letzter Klub aus Brasilien hatte Atlético Mineiro 2013 bei der Copa Libertadores triumphiert. Der Hauptstadtklub tritt ebenfalls ohne seinen großen Offensiv-Star an. Gabriel Jesus, der bereits beim Olympiasieg mit der Nationalelf auf sich aufmerksam gemacht hatte, war für € 32 Mio. zu Manchester City gewechselt. Statt Jesus sollen der ehemalige Dortmunder Lucas Barrios und Neuzugang Miguel Borja, Fußballer des Jahres in Südamerika, nun für die Treffer sorgen.

Atletico National: Wiederauferstehung des Narco-Fußballs

Die spielstarken Vereine aus Brasilien und Argentinien jagen in diesem Jahr den Titelverteidiger Atlético Nacional aus Kolumbien. Der Lieblingsklub des ehemaligen Drogenbarons Pablo Escobar knüpft aktuell an die erfolgreichen Zeiten in den 80er-Jahren an. Das mit zahlreichen Nationalspielern gespickte Team – finanziert durch Geld aus dem berühmten Medellin-Kartell – stieg in dieser Zeit zum beliebtesten und erfolgreichsten kolumbianischen Klub auf.

In diesem Jahr peilen die Grün-Weißen das historische Triple aus Meisterschaft, Pokal und der Copa Libertadores an. Trainer Reinaldo Rueda baut auf sein erfahrenes Mittelfeld aus Macnelly Torres, Edwin Valencia und Rückkehrer Aldo Leao Ramirez. Mit Estudiantes de La Plata, Barcelona Guayaquil (Serienmeister aus Ecuador) und Botafogo FR bekam Atlético Nacional aber eine anspruchsvolle Gruppe zugelost.

Wie bei der Champions-League wurden bei der Auslosung 32 Teams auf 8 Gruppen verteilt.
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