Christoph Daum: Auf den Spuren von Rehhagel und Hitzfeld

Christoph Daum: Auf den Spuren von Rehhagel und Hitzfeld

Der langjährige Bundesliga-Trainer Christoph Daum steht vor einem Comeback auf der Trainerbank. Der mittlerweile 62-Jährige gilt als heißester Anwärter auf den Posten des rumänischen Nationaltrainers. Daum würde in die Fußstapfen von Ottmar Hitzfeld, Otto Rehhagel und einigen anderen bekannten deutschen Trainern treten, die eine ausländische Nationalmannschaft trainierten.

Seit knapp 2,5 Jahren ist Christoph Daum ohne Job. Sein letztes Engagement war der Cheftrainer-Posten bei Bursaspor in der Türkei von August 2013 bis März 2014. Seitdem wartet der langjährige Bundesligatrainer auf neue, interessante Angebote.

Wunschkandidat in Rumänien

Jetzt steht Daum vor der Rückkehr auf die große Bühne. Nach übereinstimmenden Medienberichten ist Daum der große Favorit auf den Posten als rumänischer Nationaltrainer. Der 62-Jährige soll der absolute Wunschkandidat von Verbandspräsident Razvan Burleanu sein. Im Gespräch ist ein 2-Jahrevertrag, der noch in dieser Woche unterschrieben werden soll.

Verpflichtung mit Vorbehalte

Bereits am Dienstagabend hatte Burleanu rumänischen Medien bestätigt, dass der neue Coach aus Deutschland kommen werde. Der bisherige Trainer der Rumänen, Anghel Iordănescu, musste nach dem Vorrunden-Aus bei der EM in Frankreich seinen Platz räumen.

Allerdings gibt es auch Widerstand gegen eine Verpflichtung von Daum. Vor allem die Tatsache, dass Rumänien bislang stets einen einheimischen Nationaltrainer hatte, stößt bei einigen Verbandsmitgliedern aus Skepsis. Auch Daums frühere Kokain-Affaire wirft ein negatives Licht auf den Deutschen.

Große Fluktuation in der Vergangenheit

Zudem wird Daum vorgeworfen, im Anschluss an seine Kokain-Affaire auf keiner Trainerstation langfristig Erfolg gehabt zu haben. Ganz Unrecht haben seine Kritiker damit nicht. Seit 2002 hat Daum 6 verschiedene Vereine trainiert. Nur bei Fenerbahce Istanbul (2003-2006) und dem 1. FC Köln (2006-2009) blieb er länger als ein Jahr.

Seine letzten Engagements bei Eintracht Frankfurt, dem FC Brügge und Bursaspor waren nicht von Erfolg gekrönt.

Deutsche Trainer bei ausländischen Nationalmannschaften

In den 90er Jahren galt Daum als einer der besten deutschen Trainer. Er führte den VfB Stuttgart zur Deutschen Meisterschaft, gewann einige Titel in der Türkei bei Besiktas und Fenerbahce und formte Bayer Leverkusen zu einem nationalen Topteam. Wäre sein Kokainkonsum im Jahr 2000 nicht aufgeflogen, wäre Daum ziemlich sicher deutscher Nationaltrainer geworden.

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Größter Erfolg eines deutschen Nationaltrainers im Ausland: Otto Rehhagel wurde 2004 mit Griechenland Europameister.

Jetzt steht er kurz vor seinem ersten Engagement bei einer Landesauswahl. Er würde in die Fußstapfen einiger großer deutscher Trainer treten, die ausländische Nationalmannschaften trainiert haben. Aktiv sind momentan noch 8 Übungsleiter:

– Volker Finke, Kamerun (seit Mai 2013)

– Jürgen Klinsmann, USA (seit Juli 2011)

– Gernot Rohr, Burkina Faso (seit Januar 2015)

– Winfried Schäfer, Jamaika (seit Juli 2013)

– Uli Stielike, Südkorea (seit September 2014)

– Bernd Stange, Singapur (seit Mai 2013)

– Bernd Storck, Ungarn (seit Juli 2015)

Auch Daums große Trainerkonkurrenten in den 90ern, Ottmar Hitzfeld (Schweiz, 2008-2014) und Otto Rehhagel (2001-2010), waren bereits im Ausland als Nationaltrainer tätig.

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