Sprüche und Pädagogik: So wurde Christian Streich zum Kult-Trainer

Sprüche und Pädagogik: So wurde Christian Streich zum Kult-Trainer

Großer Jubel in Fußball-Deutschland, noch bevor das erste Tor der Saison 2017/18 gefallen ist! Christian Streich unterschrieb einen neuen Vertrag beim SC Freiburg, der Bundesliga bleibt damit ein Sympathieträger erhalten. Zu einer Art guten Gewissen der Liga stieg der 52-Jährige vor allem dank seiner emotionalen Auftritte und Predigten auf Pressekonferenzen auf.

Seit dem Weggang von Jürgen Klopp aus Dortmund ist Christian Streich, seit 1995 im Verein und im Januar 2011 zum Chefcoach befördert, der dienstälteste Trainer in der Bundesliga. Zum 213. Mal sitzt er am Sonntag (ab 15:30 Uhr) im Spiel seiner Freiburger gegen Eintracht Frankfurt auf der Bank. Das eine oder andere Spiel wird nach der Vertragsverlängerung (vermutlich bis 2021) noch dazukommen. Diesen Mann in 3 Worten beschreiben? Knifflig, aber wir versuchen es: Kauzig, bodenständig und unverbiegbar!

Ein Fußball-Philosoph, der das Herz nicht nur am rechten Fleck hat, sondern auch auf der Zunge trägt. Interviews nach dem Schema F gibt es mit dem Metzgersohn und seinem südbadischen Dialekt kaum bis garnicht. Gerne blickt Christian Streich über den Tellerrand des Fußballs hinaus. Manchmal soweit, dass einige Fans ihn als Kandidat auf das Amt des Bundespräsidenten sehen. Frei nach dem Motto „6 mit einem Streich“ haben wir die besten Zitate aus seinen 6-jährigen Ära in Freiburg herausgesucht:

Streich und die Sache mit den 6 Punkte-Spielen

„Alle Leute reden ständig von 6 Punkte-Spielen. Jetzt nach dem Sieg haben wir 3. Dann haben diejenigen ja gar nicht Recht gehabt, die das gesagt haben, sondern ich, weil es gibt gar nicht mehr als 3 Punkte.

Streich über gestiegene Sympathiewerte und Kultstatus

„Ich empfinde nicht, dass ich ein Kult-Trainer bin. Kult ist jemand, der ewig lang schon irgendwas macht. De Who und Jimi Hendrix vielleicht.

Streichs Appell in der Flüchtlingskrise

„Die Generalverurteilung von Menschen gibt es solange, wie es Menschen gibt. Damals waren es die Juden. Und jetzt gibt es einen Bub, der was ganz Schlimmes gemacht hat, aus Afghanistan. Und jetzt sind es die Afghanen oder Ausländer. Wenn ich höre, was Leute sagen dürfen – diese Leute wären vor einigen Jahren gesellschaftlich degradiert gewesen.“

So ruhig auf der Bank erlebt man Christian Streich eher selten.

Streich und der Blick auf die Tabelle

„Am besten du machst den Fernseher aus, siehst dir die Tabelle nicht an, bringt ja alles nichts. Spielen, üben!

Streich über den Ausraster von Roger Schmidt

„Ich muss doch auf dem Platz mal ‚Halt die Schnauze‘ sagen können. Ja, wo sind wir denn? Und jetzt komm‘ mir bloß nicht mit Pädagogik und die Kinder. Das ist das Normalste auf der Welt.“

Streich über Neymar und den Transfer-Wahnsinn

„Ich weiß nicht, wie es Leuten geht, die nichts haben, wenn sie das lesen, ob da eine Frustration eintritt. Es ist mir wirklich egal, ob 220 oder 440 Mio. € gezahlt werden. Wir sind in einem irrealen Bereich angekommen. Der Gott des Geldes wird immer größer, irgendwann verschlingt er alles.“

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