Im Reich der Königstransfers: Was bewirken Neymar und Co. wirklich?

Im Reich der Königstransfers: Was bewirken Neymar und Co. wirklich?

Neymar, Paul Pogba und Kevin de Bruyne – Spieler, die sich die Ehre teilen, in den letzten 3 Sommer-Transferperioden die Teuersten der Teuersten gewesen zu sein. Extra dafür wurde ein Modewort kreiert: Königstransfers! Viele Spitzenklubs pokern, immer mehr gehen tatsächlich All-In.

Lohnt es sich grundsätzlich, alles auf eine Karte zu setzen, wie es Paris Saint-Germain beim kontrovers diskutierten 222 Mio. € teuren Neymar-Deal getan hat  – und auch im kommenden Jahr mit dem zunächst ausgeliehenen Kylian Mbappé (Kaufoption über 180 Mio. €) vor hat? Die folgende Grafik-Analyse besagt: In den meisten Fällen fahren die Vereine bei einem Königstransfer wirklich besser, als wenn in mehrere Neuzugänge investiert wird, die einzeln nicht ganz so teuer sind.

86 % Erfolgsquote: Wettrüsten für Titel und CL-Qualifikation

Anhand eines Vergleichs der letzten 10 Spielzeiten in den 5 europäischen Top-Ligen warten wir mit aussagekräftigen Zahlen auf. 18 Mal sicherte sich das Team, das den teuersten Transfer in seiner Liga getätigt hatte, am Saisonende den nationalen Titel. Meister oder Vizemeister wurden mehr als die Hälfte (31 von 50) der Klubs.

Unabhängig von den Titeln schnellen in jedem Fall die Siege und Punkte spürbar in die Höhe. Ihr wollt konkrete Beispiele? Aber gerne: Die Verpflichtung von Sadio Mané brachte dem FC Liverpool im letzten Jahr ganze 16 Zähler mehr ein. Spitzenreiter in dieser Statistik: Bayern München. Javi Martinez, der zweitteuerste Bayern-Transfer aller Zeiten, hatte in der Saison 2012/13 (+ 18 Punkte in der Bundesliga) maßgeblich zum Triple-Triumph beigetragen.

Nur knapp ein Drittel der Klubs, die im Vergleich zur Konkurrenz auf einen nationalen Top 10-Transfer verzichtet hatten, verbessert ihren Punkteschnitt aus der Vorsaison. Insbesondere im Kampf um die Champions League-Plätze machen die Königstransfers – im englischen übrigens Marquee signing – allzu oft den Unterschied aus.

Liverpool als Negativbeispiel für Masse statt Klasse

Ein kurzer Blick in die Mitte der Grafik zeigt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, die Qualifikation zur Königsklasse zu wiederholen. Zwischen den Mannschaften ohne (41,3 %) und den mit mindestens einem Spieler aus den Top 10-Transfer (61 %) klafft die größte Lücke – Tendenz steigend! Als Beispiel können wir erneut Liverpool ins Feld führen. Unter Jürgen Klopp gelang den Reds nach 2-jähriger Abstinenz die ersehnte Rückkehr in die Champions League.

Zuvor hatte der Klub von der Anfield Road seine großen finanziellen Mittel nicht ganz so klug eingesetzt. Als Luis Suárez 2014 zu Barcelona abgewandert war, steckte der LFC die Ablöse plus 70 Mio. € in 9 Neuzugänge. Königstransfers? Nicht wirklich, die meisten Neuzugänge konnten die Erwartungen nicht erfüllen. Lediglich ein Fünftel der Gesamtsumme floss für Adam Lallana zum FC Southampton.

Am Ende gilt also doch das alte Klasse statt Masse-Prinzip. Darauf könnte man auch zurückführen, warum die bwin Buchmacher mittlerweile PSG größere Chancen auf den begehrten Henkelpott (Quote: 7.00) und das Triple einräumen als dem deutschen Branchenprimus Bayern München.

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