Champions League: So lief das „Jahr danach“ für die die deutschen Sieger-Trainer

Champions League: So lief das „Jahr danach“ für die die deutschen Sieger-Trainer

Jürgen Klopp (52) ist seit dem 1. Juni 2019 der erst 3. deutsche Trainer, der die 1992 novellierte Champions League  gewinnen konnte. Wie für seine beiden Vorgänger ist das „Jahr danach“ auch für den Coach des FC Liverpool eine Reise mit vielen Unbekannten.

2 Champions-League-Finals hat Jürgen Klopp mit Borussia Dortmund und dem FC Liverpool (2013, 2018) zuvor verloren. Im 3. Versuch gelang ihm 2019 mit den Reds nach 2:0 gegen Tottenham Hotspur in Madrid der ganz große Wurf. Die Euphorie und die „Kloppomania“ sind in Liverpool seitdem riesengroß. Aber Vorsicht: Das „Jahr danach“ ist für die 2 bisherigen deutschen Champions-League-Sieger auf der Trainerbank nie nach Wunsch verlaufen. De facto schaffte es mit Dettmar Cramer (1976, mit dem FC Bayern gegen St. Etienne) lange vor der Neugestaltung des Meister-Wettbewerbs nur ein deutscher Siegertrainer, seinen Titel zu verteidigen. Nicht mal dem legendären Udo Lattek (1935 – 2015) gab man in München nach dem Erfolg von 1974 gegen Atlético Madrid diese Möglichkeit. 1975 wurde er vom mächtigen Bayern-Boss Wilhelm Neudecker gefeuert…

Heynckes: 2-mal Abschied als Champions-League-Trainer

Klopps Vorgänger, der letzte deutsche CL-Siegertrainer Jupp Heynckes, wurde durch das historische „Triple“ beim FC Bayern 2012/2013 zum ewigen Helden. Sein Abschied stand jedoch schon vorher fest. Bei den Münchnern übernahm zum 1. Juli 2013 Pep Guardiola das Ruder. Der Spanier scheiterte mit dem Titelverteidiger im Halbfinale an Real Madrid – und mit 0:5 in der Addition klar! 1998 erhielt Jupp Heynckes keine Chance, mit Real Madrid den Titel in der „Königsklasse“ zu verteidigen. Den Real-Bossen war der Triumph von „Don Jupp“ in Amsterdam gegen Juventus Turin (1:0) – es war Reals 1. Titel im Meister-Wettbewerb seit 22 Jahren – zu wenig. Platz 4 in La Liga zeigte das hohe Anspruchsdenken in Madrid. Heynckes musste gehen.

Nach dem CL-Triumph stieg Hitzfeld beim BVB aus

Ein Jahr vor Heynckes führte Ottmar Hitzfeld Borussia Dortmund auf Europas Fußball-Thron. Der 3:1-Sieg gegen Juventus Turin im Finale von München ist bis dato der größte Erfolg in der BVB-Vereinsgeschichte. Frei von Misstönen blieb er nicht. Dass der schon zu diesem Zeitpunkt auf finanziellem Schlingerkurs fahrende Klub-Präsident Dr. Gerd Niebaum („Dr. Gott“) keine neuen Stars holen wollte, führt zu Hitzfelds „Versetzung“ auf den Sportdirektor-Posten. Ein Jahr später wechselte „Der General“ zum ärgsten Rivalen FC Bayern München. Unter dem neuen Coach Nevio Scala quälte sich Dortmund 1997/98 als Titelverteidiger bis ins CL-Halbfinale. Man verlor dabei nach „Torsturz“ in Madrid mit 0:2 gegen Real (Rückspiel: 0:0) unter den wohl kuriosesten Umständen der Champions-League-Geschichte.

Hitzfeld 2001: „Ich bin kaputt“

Hitzfeld beim FC Bayern, das wurde ab 1998 eine Erfolgsstory. 3-mal in Folge wurden die Münchner mit dem Lörracher Deutscher Meister. Die Krönung folgte 2001 in Mailand mit dem Champions-League-Sieg nach einem Elfmeter-Drama gegen den FC Valencia. Hitzfeld wollte im Moment des größten Triumphs aussteigen. „2 Tage nach dem Finale sind wir nach New York geflogen“, erzählt Hitzfeld in der Sky-Dokumentation Ottmar Hitzfeld – Der Trainer, der Mensch (2015), „da habe ich Uli Hoeneß gesagt, ich möchte aufhören, ich bin kaputt, ich habe keine Energie mehr. Uli hat sofort gesagt: Du spinnst, du machst weiter, wir haben Vertrag.“ Der Trainer folgte den Anweisungen des Bayern-Machers und scheiterte mit den Münchnern im Viertelfinale an Real Madrid (2:3 nach Hin- und Rückspiel).

Liverpool war 2006 ein enttäuschender Titelverteidiger

Jürgen Klopp hat ab Dienstag (alle Wetten zur Champions League) und mit dem Auftaktspiel beim SSC Neapel als erster deutscher Coach seit 2001 die reale Chance, den Titel zu verteidigen. Er geht mit fast unverändertem Ensemble in die neue CL-Saison –und sollte gewarnt sein. Sein Vorgänger als Liverpooler CL-Siegertrainer, Rafael Benítez, scheitert mit dem LFC 2006 schon im Achtelfinale an Benfica Lissabon – und blieb bei 0:3 in der Addition ohne eigenes Tor.

Jupp Heynckes und das ,,Jahr danach“ 1998: Am 30. September sehen wir den Champions-League-Trainer a. D. im premiere-Studio als Experte neben Moderator René Hiepen (r.) beim CL-Spiel HJK Helsinki gegen 1. FC Kaiserslautern.

 

X