Champions League: Nur 14 Spieler kommen aus England!

Champions League: Nur 14 Spieler kommen aus England!

Die englische Nationalmannschaft hat sich kürzlich mit 10 Siegen in 10 Spielen für die EURO 2016 in Frankreich qualifiziert. Trotzdem gehört die Mannschaft von Trainer Roy Hodgson nicht zu den Titelanwärtern bei der Europameisterschaft. Warum? Zu wenige Spieler messen sich auf hohem Niveau in der Champions League.

Die Premier League platzt vor Geld. Der neue TV-Vertrag machts möglich. Von 2016 bis 2019 erhalten die Vereine im englischen Oberhaus sagenhafte € 9,5 Mrd. an TV-Geldern. 4 Mal mehr als die Bundesliga. Dennoch: 4 Mal besser spielt die Premier League deswegen nicht. Die deutschen Vereine haben die englischen in der Fünfjahreswertung der Uefa mittlerweile deutlich überholt.
Das Übel wird ganz besonders deutlich, wenn man die Einsätze von englischen Spielern an den ersten 3 Spieltagen in der Champions League betrachtet. Es kamen nur 14 englische Profis zum Einsatz, und das bei 4 teilnehmenden Teams (Chelsea, Manchester City, Arsenal und Manchester United).

Arsenal: Kieran Gibbs, Alex Oxlade-Chamberlain, Theo Walcott
Chelsea: Gary Cahill, Ruben Loftus-Cheek, John Terry
Manchester City: Joe Hart, Raheem Sterling
Manchester United: Phil Jones, Wayne Rooney, Luke Shaw, Chis Smalling, Ashley Young, Jesse Lingard

Die Vereine gehen nur noch im Ausland auf Spielerjagd und vernachlässigen den eigenen Nachwuchs, obwohl das Geld vorhanden wäre. Klar, in jedem der Klubs steht mittlerweile eine hochmoderne Jugendakademie. Früchte bis in die Nationalmannschaft trägt bisher so recht keine davon.
Beispiel gefällig: Die 4 oben genannten Klubs verpflichteten in der letzten Transferperiode zusammen 22 ausländische Spieler für umgerechnet € 363,7 Mio.

Manchester United: 6 Spieler / € 139,7 Mio.
Manchester City: 5 Spieler / € 122,2 Mio.
FC Chelsea: 8 Spieler / € 85,0 Mio.
FC Arsenal: 3 Spieler / 16,8 Mio.

Das ist mehr als die Bundesliga für alle Spieler zusammen ausgegeben hat. Platz zur Entwicklung von hoffnungsvollen Talenten bleibt da nicht mehr.

Diese Situation führt zu dem skurrilen Szenario, dass an den ersten beiden Spieltagen der Königsklasse weniger Spieler aus England (12) im Einsatz waren als Spieler aus Israel (16), Weißrussland (13), Kroatien (13) und Serbien (13). Wohlgemerkt, dass die 3 Erstgenannten nur eine und Serbien gar keine Mannschaft in der Champions League ins Rennen schicken.

Weiteres Beispiel gefällig, dass die souveräne Qualifikation der Three Lions für die EM bloße Augenwischerei ist? Beim letzten Qualifikationsspiel gegen Litauen (3:0) standen nur 3 Spieler (Phil Jones, Kieran Gibbs und Alex Oxlade-Chamberlain) in der Anfangself, die auch in dieser Spielzeit schon in der Königsklasse im Einsatz waren. Selbstverständlich spielen bis auf Ruben Loftus-Cheek vom FC Chelsea alle englischen bisher zum Einsatz gekommenen Spieler auch in der Nationalmannschaft. Das sind trotzdem lediglich nur knapp die Hälfte der Kaderplätze für die EM. Nationaltrainer Roy Hodgson hat aber auch gar keine andere Wahl, um minimal konkurrenzfähig im kommenden Sommer nach Frankreich zu fahren, denn die größten Konkurrenten heißen dann Spanien, Deutschland und Frankreich. Allesamt schicken momentan mehr als dreimal so viele Kicker in der Champions League ins Rennen. Folglich reihen sich die Three Lions, was die Sieg-Quote auf den EM-Titel angeht, trotz der blütenweißen Qualifikation, mit einer Quote von 12.00 nur auf Platz 5 ein.

Top 20 Nationen nach eingesetzten Spielern an den ersten 2 Spieltagen der Champions League

Spanien (59)
Brasilien (53)
Frankreich (42)
Deutschland (38)
Argentinien (23)
Portugal (22)
Ukraine (20)
Italien (19)
Holland (18)
Russland (18)
Belgien (17)
Israel (16)
Weißrussland (13)
Kroatien (13)
Serbien (13)
England (12)
Türkei (11)
Schweden (9)
Schweiz (9)
Griechenland (8)

Das so wenige englische Spieler in der Champions League aktiv sind könnte negative Folgen für Rooney und Co. in der Nationalmannschaft haben.
Das so wenige englische Spieler in der Champions League aktiv sind könnte negative Folgen für Rooney und Co. in der Nationalmannschaft haben.
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