Champions League: Wie schwer ist es, eine Hinspiel-Niederlage zu drehen?

Champions League: Wie schwer ist es, eine Hinspiel-Niederlage zu drehen?

Die vergangene Woche bot viel Spektakel in der Champions League. Der FC Barcelona schrieb mit seinem 6:1-Sieg Fußball-Geschichte und auch der BVB drehte eine Hinspiel-Niederlage und zog ins Viertelfinale ein. Was können wir in dieser Woche von den restlichen 4 Partien erwarten? Gelingt noch einem anderen Team ein Comeback?

Trotz einer Niederlage im Hinspiel sei noch nichts verloren. Diesen Satz benutzen Trainer und Spieler einer unterlegenen Mannschaft in der Champions League bzw. generell im Europapokal immer wieder nach einer verlorenen Partie, um sich für das Rückspiel Mut zu machen. Aber ist das wirklich so? Wir haben bis ins Jahr 1995 zurückgeschaut, um zu schauen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, eine Niederlage aus dem Hinspiel im Rückspiel zu drehen.

Spanien weiß wie es geht

Die Gesamtbilanz spricht klar dafür, dass ein Hinspiel-Sieg die halbe Miete für das Weiterkommen ist. In 932 Partien kamen lediglich 201 Teams weiter, die das Hinspiel verloren. Das macht einen Schnitt von nur 21,6%. Die knappsten aller Ergebnisse, also die Niederlagen mit nur einem Tor Unterschied, können am Häufigsten gedreht werden. 151 von 410 Mal gelang es den Klubs im Rückspiel, einen Ein-Tore-Rückstand aufzuholen und in die nächste Runde einzuziehen.

Hier wird auch ersichtlich, warum der FC Barcelona am letzten Mittwoch Champions-League-Geschichte geschrieben hat. Die Katalanen sind der erste Klub überhaupt, der einen Rückstand von 4 Toren noch aufholen konnte. Allgemein haben spanische Vereine anscheinend Aufholjagden in ihrer DNA. 3 von 10 Teams, die es schafften einen 3-Tore-Rückstand aufzuholen, kamen aus Spanien. Sonst hat kein Land mehr als einen Vertreter in dieser Liste.

Deutschland ohne Comeback-Qualitäten

Insgesamt drehten die Spanier in 42,9% aller Fälle eine Hinspiel-Niederlage im Rückspiel noch zu einem Weiterkommen. Interessanterweise stehen die Franzosen in diesem Ranking auf Platz 2. Sollte Manchester City vor dem Spiel beim AS Monaco noch nervös werden? Schlecht sieht es laut dieser Statistik für Leicester City aus. In nur 18 von 59 Versuchen schafften englische Teams nach einer Pleite im ersten Spiel noch den Sprung in die nächste Runde.

So gut wie gar keine Hoffnung auf das Weiterkommen mehr hat Bayer Leverkusen. Die deutschen Klubs drehten nur in 27,8% aller Fälle eine Hinspiel-Niederlage. Die Gründe dafür sind relativ simpel: Klubs aus der Bundesliga verlieren oftmals höher als mit nur einem Tor Unterschied, weshalb die Aufgabe im Rückspiel keine einfache ist. In weniger als die Hälfte aller Spiele (44,4%) verlieren deutsche Vereine ihr Hinspiel mit nur einem Treffer Differenz, meistens ist die Niederlage deutlich (55,6%) höher. Das beste Beispiel dafür: Leverkusens 2:4-Pleite im Hinspiel gegen Atletico Madrid.

Ateltico top, Schalke flop

Apropos Atletico: Die Haupstädter sind die absoluten Comeback-Könige. Bereits 4 Mal drehten die Rojiblancos nach einer Niederlage im Hinspiel im Rückspiel noch das Ergebnis. Das macht starke 57,1%. Traurig aus deutscher Sicht: Unter den Top-5-Mannschaften in dieser Statistik befindet sich kein einziger Bundesliga-Klub.

Bezeichnend für die deutschen Comeback-Qualitäten ist, dass Schalke in diesem Ranking auf dem letzten Platz liegt. 5 Mal ging Königsblau mit einer Niederlage in ein Rückspiel, nie schaffte der S04 noch den Turnaround. Nur wesentlich besser sind die Gunners. Der FC Arsenal schied 10 Mal aus, nachdem es im Hinspiel eine Pleite gegeben hatte. Der FC Bayern weiß schon, warum sie in den direkten Duellen mit der Wenger-Truppe immer im Hinspiel den Grundstein für ein Weiterkommen legten.

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