Champions League: 4 Gründe für den Absturz von Atlético Madrid

Champions League: 4 Gründe für den Absturz von Atlético Madrid

Seit Dienstagabend ist es amtlich. Die Champions League 2017/2018 geht ohne den 2-fachen Finalisten weiter. Atlético Madrid muss nach nur einem Sieg aus 6 Spielen in die Europa League. Die Spanier fühlen sich in diesem Wettbewerb durchaus heimisch. Dennoch ist ihr Ausscheiden eine Blamage.

Jan Oblak (24) war ratlos. „Ich bin mir nicht sicher, warum wir versagt haben“, erklärte der slowenische Torhüter von Atlético Madrid am Dienstag kurz vor Mitternacht nach dem 1:1 beim FC Chelsea bei uefa.com, „im ersten Spiel gegen Rom waren wir nicht bereit, den Rasen zu pflügen, im zweiten Spiel gegen Chelsea haben wir späte Gegentore bekommen. Die Spiele gegen Qarabag haben gezeigt, dass es auf diesem Level gegen keinen Gegner leicht ist.“

Dass der 10-fache spanische Meister am Ende einer packenden Schlussphase in Gruppe C mit leeren Händen dasteht, gehört neben dem bereits seit dem 5. Spieltag feststehenden „Aus“ von Borussia Dortmund in Gruppe H sicherlich zu den größten Überraschungen dieser Champions-League-Saison. „Wir laufen Gefahr, alles zu verspielen, was wir uns in den letzten Jahren aufgebaut haben“, hatte Atléticos argentinischer Coach Diego Simeone (47) vor der Partie in London gewarnt.

Seinem Team gelang durch Saúl Níguez zwar die Führung, aber mit dem 1:0 der Roma gegen den krassen Außenseiter Qarabag Agdam war der 2-fache Finalist außen vor. Nun muss „Atléti“ in die Europa League absteigen.

Simeones gespielte Freude auf die Europa League

Es ist der Wettbewerb, den man 2010 und 2012 schon einmal gewinnen konnte. Im ersten Anlauf 2010 gelang dies den Colchoneros ebenfalls als Champions-League-Absteiger. „Das ist eine neue Herausforderung für uns, neue Träume, für die wir nun kämpfen“, redete sich Simeone den Gang ins europäische Fußball-Unterhaus schön. Die Quote für einen Atlético-Erfolg oder den eines anderen Teams in der Europa League ist mit 2,55 attraktiv.

Für das Vorrunden-Aus des laut Transfermarkt.de mit einem Kaderwert von 509 Mio. € drittwertvollsten Teams in La Liga gibt es Gründe.

Heimschwäche

Mit dem neuen Stadion Wanda Metropolitano und mehr als 67.000 Fans im Rücken begann im Sommer für Atlético eine neue Ära. Leider hat die Arena weder in der Champions League noch in der Primera Division bislang den Nimbus der legendären Festung Vicente Caldéron. In der „Königsklasse“ gelang Atlético nur ein Heimsieg, beim 2:0 gegen AS Rom. In La Liga holte man aus 6 Spielen vor heimischer Kulisse nur 12 Zähler.

Blamagen gegen Qarabag

Der krasse Außenseiter FK Qarabag Agdam deckte an den Spieltagen 3 und 4 schonungslos die Schwächen von Atlético im Spielaufbau auf. Ideenlos rumpelte der Favorit in Aserbaidschan zu einem 0:0. Zu Hause wurde das 1:1 zur Mega-Blamage. Mit dem Wegfall des „Streichergebnisses“ stand Atlético schon vor Spieltag 5 unter riesigem Druck.

Stürmer im Leistungstief

Atlético Madrid erzielte in 6 Spielen nur 5 eigene Treffer. Unter den Drittplatzierten der Gruppen A bis D hat nur Celtic Glasgow ebenso wenig Tore erzielt wie die Spanier. Antoine Griezmann (2 Tore) kommt gerade mal auf ein Drittel seiner Ausbeute aus dem Vorjahr, als der Franzose 6 Treffer erzielte und an 2 weiteren beteiligt war. Mittelfeldspieler Saúl Níguez ist mit nur einem Treffer ebenfalls hinter seinem eigenen Leistungslevel. Der 23-jährige Spanier erzielte im vergangenen Jahr 4 CL-Tore. Fernando Torres blieb in 5 Einsätzen ohne Torerfolg.

Griezmann-Krise

Der mit einem Marktwert von 80 Mio. € teuerste Spieler im Atlético-Kader ist das Gesicht der Misere. Griezmanns Leistungsdaten mit 4 Tor-Beteiligungen in 6 CL-Spielen entsprechen nicht den Erwartungen, die man in Madrid an den französischen Mittelstürmer hat.

Das neue Stadion Wanda Metropolitano, Austragungsort des CL-Finales 2019, brachte Atlético Madrid noch kein Glück…

 

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