Weigl-Ausfall: Die Alternativen des BVB

Weigl-Ausfall: Die Alternativen des BVB

Schockmeldung für Borussia Dortmund. Mittelfeldspieler Julian Weigl wird aufgrund eines gebrochenen Sprunggelenks mehrere Monate pausieren müssen. Damit verpasst der Nationalspieler das letzte Saisonspiel und das DFB-Pokalfinale. Wer soll den Aufbauspieler in diesen beiden immens wichtigen Partien ersetzen? Trainer Thomas Tuchel bieten sich einige Möglichkeiten.

Der BVB musste das Unentschieden beim FC Augsburg (1:1) mit dem langfristen Ausfall von Julian Weigl teuer bezahlen. Besonders im Hinblick auf die 2 noch ausstehenden Partien gegen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt wiegt der Verlust des Mittelfeldstrategen schwer. Gegen die Norddeutschen geht es um die direkte Qualifikation zur Champions League, gegen die Hessen um den Titel im DFB-Pokal. Für Tuchel und die Borussia ist es ein herber Verlust, dass einer der wichtigsten Akteure in diesen beiden Endspielen nicht zur Verfügung steht. Der BVB-Trainer weiß nur zu gut, wie wichtig Weigl für das Team ist:

„Das ist ein Verlust, den wir nicht 1:1 ersetzen können. Wenn er auf dem Platz ist, geht der Ball eine Sekunde schneller von A nach B.“

Trotz der Schock-Diagnose sind 2 Siege in den verbleibenden Spielen das Ziel. Auch wenn kein anderer Akteur im BVB-Kader die Zweikampf- (61% gewonnen) und Passwerte (89% an den Mann) von Weigl vorweisen kann, bietet das schwarz-gelbe Aufgebot einige Alternativen.

Nicht zu ersetzen: Julian Weigl stand in dieser Saison in 42 von 49 Pflichtspielen auf dem Platz.

Positionsgetreu ersetzen

Weigl spielt bei der Borussia zumeist als alleiniger Sechser vor der Abwehr. Diese Position könnte Nuri Sahin, Sebastian Rode, Mikel Merino, Matthias Ginter oder Sven Bender übernehmen. Jeder dieser Akteure hat Erfahrung auf dieser Position.

Sahin ist sicherlich der aussichtsreichste Kandidat dafür. Der türkische Nationalspieler kommt zwar gerade erst von einer Verletzung zurück, zeigte in den Partien davor allerdings, dass er wieder auf dem Weg zu alter Stärke ist. Auch Rode kann dort spielen, bezeichnet diese Position sogar als Lieblingsposition. Ginter übernahm die Weigl-Rolle nach dessen Auswechselung in Augsburg, Bender spielte jahrelang im defensiven Mittelfeld, bevor ihn Tuchel zum Abwehrspieler umschulte. Er wäre die defensivste Variante. Merino sieht sich selbst als Sechser, überzeugte bei seinen wenigen Einsätzen bisher aber nicht.

System-Änderung und Kollektiv

Denkbar wäre auch eine Änderung des Spielsystems. Tuchel schafft die Position des alleinigen Sechsers ab und verteilt die Weigl-Aufgaben auf mehreren Schultern. Möglich wäre eine Doppel-Sechs. Dafür kämen wieder die oben genannten Kandidaten in Frage. Jürgen Klopp ließ den BVB in seiner Zeit immer in diesem System agieren. Die Doppel-Sechs bestand zumeist aus einem Balleroberer (Bender) und einem Kreativ-Spieler (Sahin/Gündogan). Tuchel hätte dafür mehrere Kandidaten im Team.

Auch ein Dreier-Mittelfeld wäre eine Möglichkeit, beispielsweise aus den Akteuren Gonzalo Castro, Nuri Sahin und Raphael Guerreiro. Tuchel hätte hierfür ebenfalls genug Personal-Auswahl.

Keine Tendenz erkennbar

Julian Weigl kam in dieser Saison 3 Mal in der Liga nicht zum Einsatz. Beim Sieg in Hamburg (5:2) ließ Tuchel eine Doppelsechs aus Castro und Rode auflaufen, bei der Niederlage in München (1:4) hieß das Duo Guerreiro und Castro und gegen Mönchengladbach (3:2) war Sahin der alleiniger Sechser.

Eine von Dortmunds Stärken ist das Agieren in mehreren Systemen. Deshalb ist es nur schwer zu sagen, wie die Borussia ohne Weigl spielen wird. Tuchel wird sich nicht in die Karten gucken lassen. Sicher ist aber: Auch ohne den 21-Jährigen ist der BVB sowohl gegen Werder (Quote 1.33) als auch gegen Frankfurt (Quote 1.50) der Favorit.

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