BVB: Ohne Pokal-Titel droht ein Trauma

BVB: Ohne Pokal-Titel droht ein Trauma

Borussia Dortmund steht im DFB-Pokalfinale. Zum 4. Mal in Folge zog der BVB ins Endspiel ein. Gegner ist am 27. Mai Eintracht Frankfurt. Die Schwarz-Gelben sind der große Favorit (Quote 1.55). Allerdings lastet auch eine Menge Druck auf der Mannschaft von Thomas Tuchel. Sollte das Endspiel verloren gehen, hätte Dortmund ein ernsthaftes Trauma zu bekämpfen. Dann wäre nicht mehr Bayer Leverkusen das Synonym für 2. Plätze, sondern der BVB.

Zum 4. Mal in Folge steht Borussia Dortmund im DFB-Pokalfinale. Das schaffte zuvor noch kein anderer deutscher Verein. Jetzt zählt für die Westfalen einzig der Titel. Seit 2012 wartet die schwarz-gelbe Fangemeinde auf eine Trophäe. Damals gewann der BVB das Double aus Meisterschaft und Pokal.

Immer 2. Sieger

Seitdem stand die Borussia zwar in 4 Endspielen, einen Sieg gab es aber nirgends:

Champions League-Finale 2013: 1:2 gegen Bayern München

DFB-Pokalfinale 2014: 0:2 n. V. gegen Bayern München

DFB-Pokalfinale 2015: 1:3 gegen den VfL Wolfsburg

DFB-Pokalfinale 2016: 3:5 n. E. gegen Bayern München

Dazu kommt die Vizemeisterschaft in der Bundesliga in den Spielzeiten 2012/13, 2013/14 und 2015/16. Der BVB musste sich also in den vergangenen 5 Jahren 7 Mal mit Platz 2 zufriedengeben. Jetzt ist es an der Zeit, endlich mal wieder etwas Zählbares nach Dortmund zu holen.

Ein Star ohne Titel-Gewinn: Marco Reus.

Premiere für Reus?

Für Marco Reus wäre es der erste große Titel in seiner Karriere. Der 27-Jährige war seit seinem Wechsel aus Mönchengladbach zum BVB im Sommer 2012 immer nur 2. Sieger. Dazu kam der verpasste WM-Titel mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 aufgrund einer Verletzung. Auch für ihn persönlich wäre ein Titelgewinn enorm wichtig.

Hans-Joachim Watzke sagte bereits 2015, dass die Borussia wieder Titel gewinnen wird. Von einem Verlier-Image, wie es beispielsweise Bayer Leverkusen anhaftet, wollte der BVB-Boss schon damals nichts wissen:

„Dortmund hat ein Titel-Gen. Auf einer Etappe von 10 Jahren hat Borussia Dortmund fast immer Titel geholt und wird auch wieder welche holen.“

Solange möchten Spieler, Verantwortliche und Fans jetzt natürlich nicht mehr warten. Nahezu jeder erwartet nach dem Einzug ins Pokal-Finale einen Erfolg. Dann wäre die 5-jährige Durststrecke vorbei und Watzke hätte sich mit seiner Aussage um 5 Jahre vertan – aber diesen „Irrtum“ wird der 57-Jährige gerne in Kauf nehmen.

Sollte Dortmund allerdings auch dieses Mal das Endspiel verlieren, droht dem Verein ein Trauma – allen voran Marco Reus. Auch Spieler wie Sokratis und Pierre-Emerick Aubameyang, die alle schon mehrere Jahre das BVB-Trikot tragen, hätten an einer erneuten Pleite hart zu knabbern. Das Verlierer-Image würde sich auf Klub und Akteure manifestieren. Das hätte auch für etwaige zukünftige Endspiele einen großen psychologischen Nachteil.

Aber so weit will in Dortmund niemand denken. Nach der Euphorie vom Halbfinal-Sieg erwartet das komplette BVB-Lager nichts anderes als einen Triumph im Finale. Dann wäre alles andere auch nicht mehr der Rede wert.

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