BVB: Der letzte große Auftritt von Leonardo Dede

BVB: Der letzte große Auftritt von Leonardo Dede

Die Gefühlswelt der Fans von Borussia Dortmund wird momentan kräftig durcheinander gewirbelt. Erst verließen mit Kevin Großkreutz und Jakub Blaszczykowski 2 absolute Fanlieblinge und Identifikationsfiguren den Klub. Nun kehrt am Samstag Publikumsliebling Leonardo Dede zurück ins Westfalenstadion. Allerdings nur, um sich endgültig von der großen Fußballbühne zu verabschieden. Im Gepäck hat der sympathische Brasilianer eine Menge ehemaliger Stars des BVB.

Über 80.000 Zuschauer werden am Samstag im Dortmunder Westfalenstadion vor Ort sein, wenn Leonardo Dede sein Abschiedsspiel bestreitet. Die große Kulisse bedeutet einen neuen Europa-Rekord für ein Abschiedsspiel. Wie hoch der Stellenwert des Brasilianers bei den schwarz-gelben Anhängern ist, beweist die Tatsache, dass bei den Spielen von Jürgen Kohler, Michael Zorc oder Julio Cesar „nur“ 40.000 Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Wirklich realisiert hat Dede diesen enormen Ansturm noch nicht. „Es ist nicht einfach für mich. Wie viele Spieler haben schon die Chance, ein Abschiedsspiel für Borussia Dortmund zu spielen? Und dann kommen auch noch 80.000 Fans ins Stadion! Ich bin ein privilegierter Mensch, Gott hat diese Tür für mich aufgestoßen. Egal ob ich lache oder weine – das ist keine normale Sache“, sagte er im Interview mit Goal.

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Bereits bei seiner Verabschiedung 2011 flossen bei Dede die Tränen.

13 Jahre beackerte Dede die linke Seite des BVB. Im Juli 1998 wechselte er aus Brasilien von Atletico Mineiro ins Ruhrgebiet. Er war der erste Transfer, den Michael Zorc in seiner Position als Manager tätigte. Dedes ursprünglicher Plan sah vor, nach dem Auslaufen seines 3-Jahres-Vertrags zurück nach Brasilien zu gehen – doch er blieb dem BVB treu. 396 Spiele absolvierte er für die Borussia. 13 Tore und 56 Vorlagen gelangen ihm. Mit Dortmund erlebte er alle Höhen und Tiefen. Er wurde 2 Mal Deutscher Meister (2002, 2011), stand 2002 im Endspiel um den UEFA-Cup und 2008 im DFB-Pokal-Finale. Auch in der sportlich schwierigen Zeit mit dem Fast-Abstieg 2007 und der Fast-Insolvenz 2005 trug er das schwarz-gelbe Trikot. Über seine Verbindung zum Verein sagt er: „Das kann man nicht mit Geld bezahlen und erst recht nicht mit Worten beschreiben. Ich könnte jetzt eine Million Mal „Danke“ sagen. Das würde nicht ausreichen. Borussia Dortmund und ich, diese Chemie ist von ganz alleine gekommen und nicht zu begreifen.“

Am Samstag endet für ihn nun das Kapitel Profifußball endgültig. Zwar hat er seine Karriere bereits vor einem Jahr in der Türkei bei Eskisehirspor beendet, doch mit dem Abschiedsspiel zieht er jetzt einen endgültigen Schlussstrich. Momentan arbeitet er mit seinem ehemaligen Trainer Michael Skibbe als Co-Trainer bei Eskisehirspor. Das Kapitel Borussia Dortmund wird am Samstag für Dede aber nicht enden. Sein Credo ist: „Einmal Borusse, immer Borusse.“ Irgendwann einmal will er als Trainer zu seinem BVB zurückkehren. „Ich möchte schon einmal für diesen Verein arbeiten. Man hat mir gesagt, dass ich hier herkommen könnte. Wenn der Verein sagt, ich bin so weit, dann können wir darüber sprechen. Noch bin ich aber nicht soweit. Ich habe noch keinen Trainerschein. Wenn Borussia mir mal einen Job anbietet, soll das aber auch von Herzen kommen“, sagt Dede über seine Zukunftspläne.

Am Samstag steht er mit vielen alten Weggefährten auf dem Rasen. Zugesagt haben unter anderem: Julio Cesar, Ewerthon, Evanilson, Marcio Amoroso, Jan Koller, Alexander Frei, Mladen Petric, Stephane Chapuisat, Tinga, Thomas Häßler, Jens Lehmann, Stefan Reuter, Christian Wörns, Lars Ricken, Heiko Herrlich, Otto Addo, Giuseppe Reina und viele andere. Thomas Rosicky musste leider verletzungsbedingt absagen. Voller Vorfreude blickt Dede auf das Zusammentreffen mit seinen ehemaligen Mitstreitern: „Das ist nicht nur mein Abschiedsspiel. Das ist das Spiel für eine Generation von 20 Jahren BVB. Es sind Champions-League-Sieger dabei, Deutsche Meister und Spieler aus dem aktuellen Kader. Die Fans können sich freuen. Es ist ein Segen, dieses Spiel auszurichten. Wir sind alle Sieger.“

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Dede ist bei den BVB-Fans so beliebt, wie kaum ein anderer Spieler in Dortmund vor ihm.
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