Mats Hummels: Karriereknick auf und neben dem Platz

Mats Hummels: Karriereknick auf und neben dem Platz

Die Karriere von Mats Hummels kannte bislang nur einen Weg: Bergauf! Doch aktuell erlebt der Abwehrspieler eine der schwierigsten Phasen seiner Laufbahn. Seinen Stammplatz beim FC Bayern hat er (vorerst) verloren, DFB-Trainer Joachim Löw erhöht den Druck auf ihn und auch sein Auftreten in den Medien wird von vielen Fans sehr kritisch beäugt.

Über viele Jahre galt Mats Hummels als konstanter Leistungsträger und als unantastbar – sowohl auf Vereinsebene als auch bei der deutschen Nationalmannschaft. Aber diese Zeiten sind vorbei. Mit 29 Jahren durchläuft der Abwehrspieler die wohl schwierigste Phase seiner erfolgreichen Karriere.

Kein Stammplatz beim FC Bayern

Seit seinem endgültigen Durchbruch beim BVB (2009) war Hummels immer fester Bestandteil der Anfangself. Das war auch nach seinem Wechsel zum FC Bayern (2016) so. Egal ob im schwarz-gelben oder im rot-weißen Trikot – der gebürtige Münchner war stets gesetzt. Einzig aufgrund von Sperren oder Verletzungen sowie für Verschnaufpausen beorderten ihn Jürgen Klopp, Thomas Tuchel, Carlo Ancelotti oder Jupp Heynckes mal auf die Bank oder die Tribüne.

Anders ist die Situation nun unter Niko Kovac. Nach seinen schwachen Leistungen und einer Magen-Darm-Erkrankung hat Hummels seinen Stammplatz verloren. Obwohl fit, saß der 29-Jährige zuletzt gegen Nürnberg (3:0) und Ajax (3:3) über die volle Distanz auf der Bank. Dieses Schicksal ereilte ihm bereits am 9. und 10. Bundesliga-Spieltag gegen Mainz (2:1) und Freiburg (1:1). 2 aufeinanderfolgende Pflichtspiele einsatzfähig auf der Bank sitzend zu verpassen, dass passierte ihm seit 2009 nur ein einziges Mal: In der Vorsaison am 15. und 16. Spieltag. Kovac sagte zu Hummels aktueller Situation: „Er muss wie jeder andere Reservist Gas geben.“

Bundestrainer erhöht den Druck

Nicht nur beim FCB hat Hummels aktuell einen schweren Stand, sondern auch im DFB-Team. Niklas Süle, Antonio Rüdiger und Matthias Ginter drängen auf die Stammplätze in der Nationalmannschaft. Im aktuellen Sportstudio sagte Bundestrainer Joachim Löw vergangene Woche über Hummels und Mannschaftskollege Jerome Boateng: „Nach wie vor ist es so, dass sie für Deutschland spielen können, wenn sie die Form haben. Zuletzt hatten sie sie nicht.“ Bezeichnend: Das DFB-Team gewann lediglich 2 von 6 Länderspielen nach der schwachen WM im Sommer. Sowohl gegen Peru (2:1) als auch gegen Russland (3:0) stand Hummels nicht auf dem Platz.

Mats Hummels absolvierte bislang 70 Länderspiele für Deutschland.

Viel Kritik für Hummels-Aussagen

Über viele Jahre war Hummels einer der liebsten Interviewpartner der Journalisten. Egal ob nach guten oder schlechten Resultaten – der Abwehrspieler stellte sich den Fragen und wusste mit seinen Aussagen stets zu überzeugen. Wortgewand, eloquent und fachlich überzeugend gab er fast immer ein sehr gutes Bild ab. Doch in den vergangenen Wochen war davon nicht viel zu sehen. Nach der schwachen Partie in Holland (0:3) sprach Hummels von einem „sehr guten Spiel, das wir eigentlich gewinnen müssen“ und beschwerte er sich über die Medien: „Wir sind mit die Besten, in dem, was wir machen. Wir werden teilweise behandelt wie die Vollamateure.“ Von Selbstkritik keine Spur.

Noch fataler wurden ihm seine Worte im Anschluss an die 2:3-Pleite beim BVB ausgelegt. Damals ließ sich der 29-Jährige nach einer schwachen Leistung vorzeitig auswechseln und hatte dafür hinterher im Sky-Interview eine Erklärung parat: „Ich bin mit einer schwereren Erkältung ins Spiel gegangen. Es war okay, aber ich habe im Kopf für alles etwas länger gebraucht als sonst. […] Ich ärgere mich, dass ich nicht spätestens in der Halbzeit gesagt habe, es macht keinen Sinn.“ Sehr wahrscheinlich entsprechen Hummels Aussagen der Wahrheit, trotzdem klangen sie wie Ausreden nach einem rabenschwarzen Tag. Zum Glück neigt sich das Jahr 2018 dem Ende zu. Dann kann Hummels einen Haken hinter die letzten Monate machen. Vielleicht sehen wir ihn dann im neuen Jahr in alter Stärke – auf und neben dem Platz.

Mitten drin im Geschehen mit der bwin Sportwetten-App: Hier warten mehr Wetten als bei jedem anderen Anbieter. Umfassende Fußball-Statistiken liefern die dazugehörigen Informationen. Extra-schneller Wettabschluss garantiert! Jetzt downloaden.

X