The Show must go on?! Die Szenarien für die Corona-Krise in der Bundesliga

The Show must go on?! Die Szenarien für die Corona-Krise in der Bundesliga

Die (Sport)-Welt steht still. Wann und ob die Bundesliga die Coronavirus-Krise übersteht, weiß niemand. Gesellschaftliche und ökonomische Fragen drängen in diesen Tagen vieles in den Hintergrund und lassen mitunter skurrile Szenarien für die unterbrochene Saison 2019/2020 durch das Netz geistern. Schon vor der DFL-Tagung am Montag ist absehbar, dass sich der Rattenschwanz bis in die darauffolgende Spielzeit durchziehen wird. Die bwin Redaktion macht das, was alle machen: Spekulieren, Zusammenhänge bilden sowie Vor- und Nachteile beleuchten:

1) Vorbild DEL: Kein Meister in der Bundesliga 

Die Diskussion um Geisterspiele war in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beendet, bevor sie wirklich angefangen hat. Kurzerhand cancelte DEL-Boss Gernot Tripcke die gesamten Playoffs im Zeitraum März bis April. Der EHC Red Bull München schloss die Hauptrunde als punktbestes Team ab, wird aber nicht automatisch zum Meister ernannt. Eine Entscheidung, für die es im Nachhinein viele Schulterklopfer gibt. Ob sich die DFL um Christian Seifert, der am längsten versucht hat, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, daran ein Beispiel nimmt?

Gemäß diesem Fall würde die Bundesliga erstmals in der 57-jährigen Historie ohne einen Meister enden. 1:1 lässt sich diese Lösung jedoch nicht problemlos umsetzen. Stichwort: Abstiegskampf! Existiert im Eishockey ein geschlossenes Ligensystem ohne sportlichen Auf- und Absteiger zwischen DEL und DEL 2, müsste die Bundesliga-Saison 2019/20 inklusive Absteiger entweder komplett annulliert oder – der sportlichen Fairness halber – im darauffolgenden Jahr aufgestockt werden.

Hier sei an die Saison 1991/92 erinnert, als die DDR-Oberliga nach der Wende mit der Bundesliga (zunächst mit 20 Klubs) zusammengeführt wurde. Übertragen auf heute: Arminia Bielefeld und der VfB Stuttgart steigen auf, Werder Bremen und der SC Paderborn bleiben drin. Das Relegationsduell, das aktuell Fortuna Düsseldorf gegen den HSV lauten würde, entfällt. Gleiches gilt für die 2. und 3. Liga.

Vorteile:

– Schnelle Planungssicherheit und reguläre Sommerpause für die Klubs

– Aufstockung auf 20er-Liga regelt den Auf- und Abstieg

Nachteile:

– Wirtschaftliche Risiken durch ausbleibende TV-Einnahmen

– Regelung für Europapokal-Teilnehmer unklar

– 2 Teams wird die Aufstiegsmöglichkeit in der Relegation genommen

2) Flexibilität first: Saison 2019/20 auf unbestimmte Zeit verlängern

Eine Epidemie ist letztlich ein dynamischer Prozess. Jeden Tag kann sich die Entwicklung des Coronavirus schlagartig in die ein oder andere Richtung ändern. In China, von wo sich das Virus einst verbreitet hatte, sind die Infektionszahlen nach 10 Wochen wieder stark rückläufig. Läuft es hierzulande ähnlich, könnte ab Mitte Mai womöglich wieder der Ball rollen.

Bei einer Saison-Verlängerung steigt der 34. und letzte Spieltag demnach am 18. Juli. In den folgenden zwei Wochen bis Monatsende das DFB-Pokal-Endspiel sowie die Relegation. Der wirtschaftliche Schaden, den die DFL bei einem Abbruch auf etwa 680 Mio. € beziffert und sich zu fast 50% durch die Fernsehverträge mit Sky, DAZN und Co. zusammensetzt, hält sich für die Klubs in Grenzen. Das Szenario steht und fällt mit der Entscheidung der UEFA, die zunächst die in 12 Ländern stattfindende EURO 2020 (12. Juni – 12. Juli) auf den Winter oder das nächste Jahr legen muss.

Vorteile:

  Regulärer Spielbetrieb ohne englische Wochen

  Liquidität aller 36 Erst- und Zweitligisten gesichert

  Nur geringe Verzögerung für Qualifikation zur Champions und Europa League

Nachteile:

– 77 Spielerverträge laufen zum 30. Juni aus

– Überschneidung mit der Sommer-Transferperiode

– EURO 2020 während der Winterpause 

3) Verkürzte Bundesliga-Saison 2019/20 mit Playoffs

Die aktuelle Unterbrechung bis zum 2. April wirkt in den Augen vieler Gesundheitsexperten eher wie eine Illusion. Hat die DFL also kein langes Zeitfenster wie in Szenario 2 zur Verfügung und entscheidet sich dennoch gegen eine komplette Annullierung, kommt alternativ eigentlich nur noch eine verkürzte Saison 2019/20 in Frage. Ausgehend vom aktuellen Tabellenstand könnten Meister, Europapokal-Teilnehmer und die Absteiger durch einen Playoff-Modus ermittelt werden. 

In der Serie A bilden sich bereits erste Mehrheiten für das von Verbandspräsident Gabriele Gravina Szenario ins Spiel gebrachte Szenario. Wie beim ersten Bundesliga-Geisterspiel zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach (1:2) am 11. März müssten diese Playoff-Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.

Vorteile:

– Sportlich die fairste Lösung für Meister und Absteiger

– Keine Aufstockung der beiden Ligen nötig

Nachteile:

– Tabelle am 26. Spieltag (Frankfurt und Bremen mit einem Spiel weniger) nicht begradigt

– Interessen der Fans bleiben auf der Strecke

Fazit: Eine Königslösung, die Spieler, Fans als auch die UEFA vollauf zufrieden stellt, ist nicht in Sicht. Am Ende kann man alles als Wettbewerbsverzerrung für bestimmte Gruppen auslegen. Bei der DFL-Tagung am Montag geht es für die Klub-Bosse auch darum, den aktuellen Fußball-Kalender über die nächsten 17 bis 18 Monate zu denken.

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