Bundesliga eingeholt: Die Ligue 1 ist nicht nur PSG!

Bundesliga eingeholt: Die Ligue 1 ist nicht nur PSG!

In der UEFA-Fünfjahres-Wertung ist die französische Ligue 1 der ärgste Konkurrent der Fußball-Bundesliga um die begehrten 4 direkten Champions-League-Ränge. Diese erhalten die 4 Top-Nationen ab 2018 automatisch. Experten wie Welt- und Europameister Robert Pires (43) sehen die französische Liga – nicht nur dank Krösus Paris Saint-Germain – bereits auf Augenhöhe mit der deutschen Fußball-Eliteklasse.

Das 3:0 von Paris Saint-Germain gegen den FC Bayern München war am 2. Spieltag eine Art Machtdemonstration des Ligue-1-Klubs in der Champions League. Das Star-Ensemble aus der französischen Hauptstadt, aufgerüstet mit Weltrekord-Transfer Neymar und Monacos Shooting-Star Kylian Mbappé, machte an diesem ominösen Abend im Pariser Prinzenpark Ende September klar: Mit uns ist zu rechnen!

Ligue 1 dank PSG mit der Bundesliga auf Augenhöhe

In dieser Saison holten die vom übermächtig erscheinenden PSG angeführten Klubs aus der französischen Ligue 1 bislang fast 2.000 Punkte mehr in der für die Vergabe der Europapokalplätze so wichtigen Fünf-Jahres-Wertung der UEFA als die Bundesligisten. Der EM-Gastgeber von 2016 hat sich zum ärgsten Konkurrenten der deutschen Fußball-Eliteliga aufgeschwungen.

Für den französischen Welt- und Europameister Robert Pires (43) keine Überraschung. „Natürlich hilft es uns, dass mit Paris St.-Germain derzeit ein Klub sehr viel Geld ausgeben kann, wenn das nicht so wäre, hätte Paris nicht gegen Bayern gewonnen“, erklärte Pires in einem Interview mit SPORT BILD (aktuelle Ausgabe).

Französische Spieler sind in ganz Europa gefragt

Doch PSG steht nicht allein für den Aufschwung des französischen Liga-Fußballs. „Die Ligue 1 ist inzwischen so stark wie die Bundesliga. Wir haben sehr gute Nachwuchsakademien und eine gute Struktur, um die Talente an die Anforderungen der ersten Liga heranzuführen“, weiß Pires. Stimmt. Französische Spieler wie Kylian Mbappé (18), Samuel Umtiti (23) vom FC Barcelona oder Alexandre Lacazette (26) beim FC Arsenal erobern gerade die europäischen Top-Ligen. Dazu kommen in Frankreich ausgebildete Superstars wie der Belgier Eden Hazard vom FC Chelsea. Deutsche Nationalspieler stehen im Ausland meist in der 2. Reihe.

Im Schatten von PSG zieht es viele Stars aber inzwischen auch zu anderen Ligue 1-Klubs. Belgiens Sturm-Juwel Youri Tielemans (20, AS Monaco) oder der Niederländer Memphis Depay (23) von Olympique Lyon seien genannt. Hinter dem Star-Ensemble aus Paris haben im letzten Jahr mit dem späteren Meister und Leipziger Gruppen-Gegner AS Monaco und Olympique Lyon noch 2 weitere französische Klubs für positive Schlagzeilen gesorgt. Beide erreichten in der Champions- und in der Europa League jeweils die Halbfinals. Deutsche Klubs warten seit dem Jahr 2010 (HSV) auf eine Halbfinal-Teilnahme im europäischen Unterhaus. In der Champions League polierten der FC Bayern und Borussia Dortmund seit 2012 die müde Halbfinal- und Finalbilanz der Bundesliga auf.

Pires: „Ein starkes Paris ist gut für die Champions League“

Unter die letzten 4 will nun auch Paris St.-Germain. Dass die katarischen Eigentümer von PSG dafür exorbitant viel Geld in die Hand nahmen, stört Experten wie Pires nicht. „Ich gehe davon aus, dass sich Paris im Rahmen der UEFA-Richtlinien verhalten hat“, so Pires, „wenn das so ist, dann ist es völlig okay, viel Geld für gute Spieler auszugehen.“

Von einem starken PSG – die Stars um Edinson Cavani und Neymar locken die Fans in Massen in die Stadien der Ligue 1 – profitiert neben der französischen Liga auch die „Königsklasse“. „In der Champions League“, weiß Robert Pires, „gibt es seit Jahren Real Madrid, Juventus Turin, den FC Barcelona und Bayern. Nun kommt Paris hinzu. Das ist gut.“

Olympique Lyon und Alexandre Lacazette (2. v. r.) verpassten 2017 nur knapp das Finale in der Europa League.

 

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