Von Pornostar bis Feuerwehrmann: Die Jobs der Profis nach der Karriere

Von Pornostar bis Feuerwehrmann: Die Jobs der Profis nach der Karriere

Während ihrer Karrieren sind Fußballprofis gefeierte Stars und verdienen eine Menge Geld. Doch nur wenige können nach der aktiven Laufbahn vom verdienten Geld leben. Der Großteil muss sich im Anschluss eine neue Beschäftigung suchen. Viele bleiben dem Sport treu, doch es gibt auch Spieler, die sich komplett neu orientieren und „normale“ Berufe ausüben. Benoit Assou-Ekotto geht einen außergewöhnlichen Weg und will Pornostar werden.

Trainer werden – das ist das Ziel vieler ehemaliger Bundesliga-Akteure. Doch die Stellenangebote sind auf dem Fußballmarkt stark begrenzt. Jürgen Klopp, André Breitenreiter, Thomas Schaaf oder Dieter Hecking haben den Weg eingeschlagen, den viele Ex-Profis gerne einschlagen würden. Doch nur wenige schaffen es im Anschluss an die aktive Laufbahn, sich auf dem Trainermarkt zu etablieren.

Ähnlich sieht es auf dem Manager-Markt aus. Auch dort sind die Kapazitäten begrenzt. Michael Zorc, Max Eberl, Matthias Sammer oder Horst Held gehören zu den Privilegierten, die auf Funktionärsebene Fuß fassen konnten. Ein weiteres Betätigungsfeld, das oftmals von Ex-Profis geleitet wird, ist die Beratertätigkeit. Thomas Strunz, Marcus Marin oder Jens Nowotny konnten sich hier etablieren. Zwar bieten die Vereine ihren ehemaligen Leistungsträgern oftmals Jobs als Torwarttrainer, Markenbotschafter, Fanshop-Leiter oder Fanbetreuer an, doch auch die Stellenanzahl ist begrenzt. Darum gibt es immer mehr Akteure, die studieren oder sich alltägliche Jobs suchen.

Benoit Assou-Ekotto geht einen neuen Weg und will im Porno-Business Fuß fassen. Der langjährige kamerunische Nationalspieler, der zwischen 2006 und 2015 für Tottenham aktiv war und zuletzt für den FC Metz spielte, lehnte ein neues Vertragsangebot ab. Der Grund: Er möchte Pornostar werden. Ein Angebot von einem Filmstudio ließ nicht lange auf sich warten.

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Norbert Dickel (l.) ist die Stimme der Dortmunder Südtribüne.

Auch die folgenden Profis haben nicht die üblichen After-Career-Jobs a la Trainer, Berater, Experte oder Manager eingeschlagen:

Norbert Dickel, Stadionsprecher
Der ehemalige Profi von Borussia Dortmund ist seit 1992 Stadionsprecher des BVB. Ein Leben ohne Fußball ist für Dickel nicht vorstellbar.

Thomas Helmer, TV-Moderator
Helmer ist einer der wenigen Ex-Profis, der sich dauerhaft als Moderator im deutschen Sportfernsehen etablieren konnte. Mittlerweile ist er Gastgeber vom Sport1 „Doppelpass“ und dort Nachfolger von Jörg Wontorra.

Knut Reinhardt und Tobias Rau, Lehrer
Reinhardt studierte nach seiner Karriere Sport, Deutsch und Mathematik und arbeitet heute als Grundschullehrer. Tobias Rau beendete seine Profi-Laufbahn mit 27 Jahren vorzeitig und nahm ein Lehramts-Studium in Sport, Pädagogik, Biologie und Chemie auf. Er steht kurz vor seinem Master-Abschluss und wird dann als Lehrer arbeiten.

Roland Wohlfahrt, Bauleiter und Estrichverleger
Wohlfahrt ist nach Gerd Müller und Karl-Heinz Rummenigge der erfolgreichste Torjäger des FC Bayern. Nachdem er seine Karriere in der Oberliga beim 1. FC Bocholt aufgrund eines Wadenbeinbruchs 2000 beenden musste, arbeitet er heute in der Stadt als Bauleiter einer ortsansässigen Estrichlegerfirma. Bereits vor seiner Karriere hatte er dort eine Lehre als Estrichleger gemacht.

Frank Türr und Fabian Boll, Polizisten
Türr spielte während seiner Karriere für den 1. FC Nürnberg, den VfL Bochum, Eintracht Braunschweig und Greuther Fürth. Nach dem Karriereende trat Türr 2002 seinen Dienst bei der bayrischen Polizei an. Die Ausbildung hatte er bereits während seiner Zeit bei Greuther Fürth aufgenommen und kostete ihn wöchentlich 2 Trainingseinheiten. Fabian Boll arbeitete schon während seiner Zeit beim FC St. Pauli halbtags als Kriminaloberkommissar bei der Hamburger Polizei. Heute ist er auch nicht in Vollzeit angestellt, sondern fungiert nebenbei noch als Co-Trainer von St. Pauli II.

Michael Rummenigge, Soccerhallenbauer- und betreiber
Der Bruder von Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge baut Soccerhallen und Käfige, in denen man auf weichem Kunstrasen kicken kann. Auch mobile Minispielfelder mit Bande und Fangnetz gehören zum Repertoire seiner Firma.

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Philipp Laux spielte in der BL für Dortmund und Ulm.

Christian Mikolajczak, Feuerwehrmann
Den großen Durchbruch hat Mikolajczak nie ganz geschafft. Er spielt Profifußball für Schalke, Hannover, LR Ahlen, Erzgebirge Aue, Holstein Kiel, FSV Frankfurt und Dynamo Dresden. Heute kickt der 34-Jährige in der Landesliga für den VfB Speldorf und arbeitet hauptberuflich bei der Feuerwehr in Oberhausen.

Alfred Nijhuis, Importeur
Der gebürtige Holländer machte während seiner aktiven Zeit in Japan bei den Urawa Red Diamonds Bekanntschaft mit den sogenannten Kinesio-Tapes (heilungsbeschleunigende Klebebänder). Er war von deren Heilwirkung dermaßen überzeugt, dass er nach seinem Karriereende 2001 bei Borussia Dortmund das Produkte nach Deutschland importierte. Heute vertreibt er die Tapes, die auch etliche Bundesligavereine verwenden, mit einer eigenen Firma.

Philipp Laux, Sportpsychologe
Der ehemalige Torhüter studierte im Anschluss an seine Laufbahn Psychologie in Mannheim und schloss das Studium 2008 mit Diplom ab. Er arbeitete viele Jahre beim DFB. Seit der Saison ist er als Sportpsychologe für den VfB Stuttgart tätig.

Markus Osthoff, Ernährungsberater
Markus Osthoff ist studierter Ökotrophologe und arbeitet als freiberuflicher Ernährungsberater. Seine Klienten kommen vor allem aus der Sportbranche. Nebenbei unterrichtet er als Lehrer Hauswirtschaft und Sport an einer Realschule in Bottrop. Bekannt wurde Osthoff vor allem während seiner Zeit beim MSV Duisburg und Borussia Mönchengladbach.

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