Bundesliga-Derbys und Rivalitäten

Bundesliga-Derbys: Vom Hauptstadt-Duell bis zum Revier-Schlager

Spiele mit vielen Emotionen sind das Salz in der Suppe der Fußball-Fans. Garantiert sind diese in den Bundesliga-Derbys. Egal ob in der Hauptstadt, im hohen Norden, im Ruhrgebiert, am Rhein oder in Bayern – die direkten Duelle der lokalen Vereine sind das Highlight in jeder Saison. bwin News wirft einen Blick auf die Kräftemessen der größten Rivalen in der Bundesliga (alle Bundesliga Wetten).

Das Revierderby: BVB gegen S04

Das Duell zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 gehört zu den heißesten Bundesliga-Derbys. Das Spiel ist in Deutschland auch bekannt als „die Mutter aller Derbys“. Die Auseinandersetzungen zwischen BVB und S04 haben sich im Verlauf der Jahre zu einer der härtesten Rivalitäten im Weltfußball entwickelt. Das liegt vor allem an der geografischen Nähe, der beiden leidenschaftlichen Fan-Lager und der Historie. Die Luftlinie zwischen Dortmund und Gelsenkirchen beträgt nur 25,5 Kilometer. Sowohl der BVB als auch Schalke sind Arbeitervereine aus dem Ruhrgebiet, das über Generationen das Zentrum der Kohle- und Stahlproduktion des Landes war. Beide Fangemeinden stehen für Herz und Leidenschaft im Fußball und beanspruchen die Vormachtstellung im Revier für sich. Diese hat sportlich und wirtschaftlich aber der BVB klar inne. Während die Borussia in der Bundesliga 6 Mal Meister wurde, rennt S04 der Schale seit Jahren vergeblich hinterher. Spätestens der Abstieg der Blau-Weißen in die 2. Liga 2021 machte deutlich, dass Dortmund dem Rivalen längst entwachsen ist.

Erstmals wurde das Derby Dortmund – Schalke am 3. Mai 1925 ausgetragen. Seitdem kamen 157 weitere Kräftemessen in Pflichtspielen hinzu. In der Bundesliga fand das Revierderby bislang 98 Mal statt. Der BVB führt den direkten Vergleich mit 36 Siegen (30 Unentschieden, 32 Niederlagen) an. Viele Aufeinandertreffen boten Dramatik und kuriose Geschichten. 1969 wurde der S04-Akteur Friedel Rausch im Stadion „Rote Erde“ von einem Schäferhund, der zur Hundestaffel der Ordnungskräfte gehörte, gebissen. Am 33. Spieltag 2006/07 riss die Borussia dem Rivalen mit einem 2:0 Sieg die Meisterschale aus den Händen. Der BVB befand sich damals im Abstiegskampf und Schalke führte bis zu dieser Partie die Tabelle an. Für Aufsehen sorgte auch der 2:2-Ausgleichstreffer von S04-Torwart Jens Lehmann per Kopfball im Dezember 1997 in der Nachspielzeit. Unvergessen ist aber vor allem das Derby vom 13. Spieltag der Saison 2017/18. Dortmund führte zur Pause bereits mit 4:0, doch Schalke schlug in Halbzeit 2 zurück und erkämpfte sich in der letzten Minute noch den 4:4-Ausgleichstreffer.

Der Klassiker: Bayern gegen Dortmund

Dieses Duell hat keinen geografischen Bezug und auch noch keine lange Tradition. Trotzdem ist der Vergleich zwischen dem FC Bayern und dem BVB mittlerweile das große Highlight jeder Bundesliga-Saison. Der Grund dafür ist einfach: Die beiden erfolgreichsten und beliebtesten deutschen Fußballvereine treffen aufeinander. In den vergangenen 30 Jahren machten der FCB und sein Pendant aus Westfalen 24 Mal den Meistertitel unter sich aus (19x Bayern, 5x BVB). Nachdem die Rivalität in den 90er Jahren entbrannte, flachte sie im Verlauf der frühen 2000er Jahre ab. Als jedoch Jürgen Klopp Dortmund 2012 zwischenzeitlich zur nationalen Nummer 1 formte, kochte sie wieder auf. Unvergessen ist der 5:2-Erfolg der Borussia im DFB-Pokalfinale 2012, infolgedessen der FC Bayern seine Transferaktivitäten in neue Dimensionen schraubte und seitdem den deutschen Fußball beherrscht. Auch wenn die Westfalen seit Jahren vergeblich versuchen, den FCB vom Thron zu stoßen, so sind sie doch der einzige große nationale Rivale des Rekordmeisters. Das macht dieses Duell, von Experten als Klassiker betitelt, aus.

Den Höhepunkt dieser Rivalität bildete das Champions League Finale 2013. Erstmals standen sich 2 deutsche Vereine im bedeutendsten Wettbewerb des europäischen Fußballs gegenüber. Die Partie, die der FCB am Ende etwas glücklich mit 2:1 für sich entschied, war beste Werbung für die Fußball-Bundesliga. Seitdem sind die Bayern dem Kontrahenten national und international aber enteilt. Das lag nicht zuletzt an den Verpflichtungen der BVB-Spieler Mario Götze, Robert Lewandowski und Mats Hummels. Vor allem der polnische Stürmer-Star war in den vergangenen Jahren immer das Zünglein an der Waage und entschied viele direkte Duelle zugunsten der Münchner. In 25 Pflichtspielen traf er gegen seinen Ex-Verein satte 26 Mal. Vielleicht wird die Bundesliga wieder spannender, wenn Lewandowski eines Tages nicht mehr Tore wie am Fließband für die Bayern erzielen wird …

Das Haupstadt-Derby: Hertha gegen Union

Wenig Historie, viel Brisanz. So lässt sich das Hauptstadt-Derby zwischen Hertha BSC und Union Berlin zusammenfassen. Am 10. Spieltag der Saison 2019/20 fand ein historisches Spiel statt. Erstmals seit über 40 Jahren gab es in der Bundesliga wieder ein Berlin-Derby. Letztmals war das zuvor in der Spielzeit 1976/77 der Fall, als die Hertha auf TeBe Berlin traf. Längst haben die Eisernen Tennis Borussia abgelöst. Und auch die Alte Dame ist ihren Titel als Nummer 1 der Hauptstadt los. Der FCU schloss die letzte Spielzeit vor der Hertha ab (als erster Hauptstadtklub) und liegt auch in dieser Saison in der Tabelle deutlich vor dem blau-weißen Stadtrivalen. Sportlich führt in der deutschen Hauptstadt aktuell kein Vorbeikommen an den Köpenickern.

Hertha gegen Union – das ist auch das Duell zwischen West und Ost. Auf der einen Seite steht die Alte Dame, die sich gern als Big-City-Klub präsentieren würde und mit den Investitionen von Lars Windhorst in die Elite der deutsche Vereine vorstoßen will. Dem gegenüber steht der Arbeiterverein aus der Alten Försterei, der sich das Image des symphytischen Underdogs auf die Fahne geschrieben hat. Erst 9 Mal standen sich die beiden Klubs in einem Pflichtspiel gegenüber – davon 4 Mal in der 2. Liga. Ausgeglichener könnte der direkte Vergleich nicht sein: Je Siege, 3 Unentschieden und 3 Niederlagen. In den 70er und 80er Jahren gab es viele Freundschaften zwischen Union Berlin und Hertha BSC. Damals waren die Vereine noch durch die Mauer getrennt. Vor dem Mauerfall 1989 kamen regelmäßig Hertha-Anhänger zu Unions Spielen nach Köpenick. Damals gab es den Spruch: „Hertha und Union – eine Nation“. Heute ist das nicht mehr der Fall. Wahrscheinlich auch, weil aus dem „kleinen Stadtnachbarn“ längst ein großer sportlicher Rivale geworden ist.

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Das Rheinderby: 1. FC Köln gegen Borussia Mönchengladbach

Im Rheinland kämpfen die beiden Traditionsvereine 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach um die Vorherrschaft. Die Rivalität zwischen beiden Klubs brauchte ein wenig Zeit, um richtig zu entbrennen. Fahrt nahm sie auf, als Hennes Weisweiler als ehemaliger Spieler und Trainer des FC 1964 zu Borussia Mönchengladbach wechselte. Während Köln zur damaligen Zeit zu den Top-Klubs gehörte und Anfang der 60er-Jahre 2 Meistertitel feierte, formte Weißweiler am Niederrhein aus der bislang erfolglosen Borussia einen nationalen Konkurrenten. Spätestens Mitte der 70er Jahre erfolgte die Wachablösung am Rhein, als die Fohlen sich erstmals zum Deutschen Meister krönten. In der Folge zählte Gladbach über Jahre zur deutschen Spitze, Köln dagegen stagnierte.

Im DFB-Pokalfinale 1973 erzielte Günter Netzer, der sich in der Partie selbst einwechselte, den entscheidenden Siegtreffer für die Borussia in der Nachspielzeit. Der „Provinzverein“, wie die Gladbacher von den Kölnern genannt wurden, hatte dem FC den Rang abgelaufen. Seitdem sind sich die Fans beider Lager spinnefeind. In der jüngsten Vergangenheit geriet das Rheinderby zwischen den beiden Traditionsklubs verstärkt in den Fokus, weil am Rande der Spiele die Gewalt eskalierte. Egal, in welcher Tabellenkonstellation die beiden Klubs aufeinandertreffen: Zündstoff und viele Emotionen sind immer garantiert. Kurios: In den 50er Jahren war die Borussia die erste Mannschaft, die am neu erbauten Geißbockheim, dem Klubhaus des 1. FC Köln, zu Gast war. Damals herrschte zwischen den Klubs und deren Anhängern noch Freundschaft …

Das Nordderby: HSV gegen Werder Bremen

Satte 108 Mal gab es in der Fußball-Bundesliga das Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Nur eine einzige Partie fand im deutschen Oberhaus öfter statt. Seit 2018 müssen die Fans allerdings auf das Kräftemessen der beiden Nord-Klubs verzichten – zumindest in der Bundesliga. Aktuell gibt es das Duell in der 2. Liga. Es ist hoffentlich nur eine Frage der Zeit, wann die beiden Traditionsklub in Deutschlands Eliteklasse zurückkehren. Auch wenn sowohl die Hamburger als auch die Bremer schon seit Jahren nicht mehr zur Spitze des deutschen Fußballs zählen, so gehört dieses Duell doch zum Inventar der Bundesliga. Über mehrere Dekaden zählten der HSV und der SVW zu den Top-Klubs. Seit ihrem ersten Aufeinandertreffen in einer Vorrunde der Norddeutschen Meisterschaft im März 1927 haben die beiden über 150 Pflichtspiele gegeneinander bestritten.

Der Höhepunkt der Rivalität kam 2009, als sie sich in nur 18 Tagen 4 Mal duellierten. 2 der 4 Spiele fanden im Halbfinale der letzten Ausgabe des UEFA-Pokals statt. Nach der 0:1-Heimniederlage im Hinspiel gewann Werder in Hamburg mit 3:2 und zog dank der Auswärtstor-Regel ins Finale ein. Eine Papierkugel sorgte im Rückspiel für die Entscheidung. Michael Gravgaard wollte den Ball unbedrängt zu Keeper Frank Rost spielen. Aber dann lag da eine Papierkugel, die irgendein Fan zusammengeknüllt auf den Rasen geworfen hatte. Der Ball prallte dem HSV-Spieler ans Schienbein und ging ins Toraus – Ecke. Nach dieser traf Frank Baumann zum vorentscheidenden 3:1. Nach dem Aus ging es für die Hamburger eigentlich nur noch bergab. Inzwischen kämpfen beide Vereine um die Rückkehr in die Bundesliga. In ihrem allerersten Zweitliga-Duell feierte der HSV am 7. Spieltag 2021/22 in Bremen einen 2:0-Sieg.

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