Bundesliga 0 Europa 6 – Gründe für das Rekord-Debakel

Bundesliga 0 Europa 6 – Gründe für das Rekord-Debakel

Der schlechteste deutsche Spieltag in der Champions League seit 3 Jahren und der mieseste im Europacup insgesamt seit 1981 werfen Fragen auf. Warum haben die hoch gelobten Klubs aus der Bundesliga international selbst auf zweitklassige Gegner wie Östersunds FK oder Ludogorez Rasgrad keinen Zugriff? Droht der „Weltmeister-Liga“ eine EC-Saison zum Fremdschämen? Möglich.

Es war am 21. Oktober 1981. An diesem Herbsttag lieferten die deutschen Klubs aus Ost und West im Europapokal der Landesmeister und im UEFA-Pokal mit 6 Niederlagen die schlechteste Gesamtleistung aller Zeiten ab.

Seit Donnerstag ist dieser Negativ-Rekord eingestellt. In der Champions League und in der Europa League konnten die 6 Bundesliga-Vereine am 2. Spieltag nicht einen Punkt holen. Der 1. FC Köln, Hertha BSC und 1899 Hoffenheim komplettierten in der EL mit jeweils 0:1 gegen Roter Stern Belgrad und bei Östersunds FK in Schweden bzw. mit 1:2 bei Ludogorez Rasgrad aus Bulgarien das Debakel, das sich abgezeichnet hatte.

Borussia Dortmund, RB Leipzig und der FC Bayern München sorgten in der Champions League mit 3 Pleiten für den schlechtesten deutschen Spieltag in der „Königklasse“ seit dem ominösen 25. November 2014. Damals mussten sich die Bayern, der FC Schalke 04 und der BVB bei Arsenal und Man.City jeweils Premier-League-Klubs geschlagen geben, Bayer 04 Leverkusen unterlag der AS Monaco.

Nun könnte man sagen, dass sich Geschichte wiederholt oder dass die Bundesliga nur einen schwarzen Tag erwischte. Falsch. Nach 2 Spieltagen steht fest: Die Saison 2017/2018 sieht den schlechtesten Start der Bundesliga in den Europapokal. Zu Buche stehen gerade mal 2 Siege aus insgesamt 16 Vergleichen – inklusive der Qualifikationsspiele.

Bereits nach dem heiklen 1. Spieltag, als nur der FC Bayern mit einem Pflichtsieg gegen den in seiner Gruppe nicht eben favorisierten RSC Anderlecht punktete, wurde die Bundesliga in der so wichtigen 5-Jahreswertung der UEFA von England überholt. Nun zog Italien vorbei. Unter den Top 10 des UEFA-Rankings startete nur Belgien schlechter als das Bundesliga-Sextett. Vergleicht man die deutsche Fußball-Eliteliga in dieser Saison mit allen anderen Teilnehmern, so liegt sie auf Rang 27 – zwischen den Ligen aus Kasachstan und vor Litauen. Letztlich ist ein Absturz auf Rang 5 und damit aus dem Bereich der Länder, die ab der der kommenden Saison automatisch 4 CL-Teilnehmer stellen dürfen, in dieser Saison noch nicht zu befürchten. Der Vorsprung auf Frankreich beträgt (noch) 14,570 Punkte. Allerdings erspielte sich die Ligue 1, u. a. dank der 3:0-Machtdemonstration von PSG gegen die Bayern am Mittwoch, 4,333 Punkte. Die Bundesliga holte nur 2,428 Zähler.

Es gibt noch mehr Fakten des Grauens. 2 Trophäen in der Champions League seit 2001, jeweils vom FC Bayern geholt, bedeuten den schlechtesten Wert der Top-4-Länder. Seit 2010 stand keine deutsche Mannschaft mehr im EL-Halbfinale. Für die Rekord-Misere gibt es Gründe.

Champions-League-Gruppengegner

Die schlechten Bilanzen der Bundesliga in den letzten Jahren haben unsere Klubs nicht eben an die Spitzen der Setzlisten geführt. Fast jeden Sommer liest man im Anschluss an die CL-Gruppenauslosung von „machbaren“ Konstellationen. Die Realität sieht anders aus. Seit 2013/2014 waren nur 3 deutsche Teams in der Lage, eine CL-Gruppenphase zu gewinnen, 6-mal standen am Vorrundenende die beiden Spitzenteams Bayern und BVB vorn, einmal triumphierte Wolfsburg. Leverkusen und Mönchengladbach scheiterten seit 2013 je 2-mal in der Vorrunde.

Fehlende Qualität

Es sind inzwischen nicht nur die neureichen Klubs wie Paris St.-Germain oder Branchenriesen wie Real Madrid oder der FC Barcelona, die ab den Viertelfinals die Oberhand haben. Auch die Auftritte gegen – bei allem Respekt vor der Leistung des Gegners – international allenfalls zweitklassige Mannschaften sind zur Quälerei geworden. Hertha BSC oder der SC Freiburg müssen sich nach den Pleiten gegen den schwedischen EC-Debütanten Östersunds FK und den slowenischen Vertreter NK Domzale die Qualitätsfrage stellen lassen!

Mangelhafte Einstellung

Wie ernst die Bundesligisten die Europa League nehmen, belegte allein die Partie der Berliner in Östersunds. Dass Pal Dardai fast ein halbes Dutzend Stammspieler schonte und vom Coup der schwedischen No-Names in der Quali gegen Galatasaray anscheinend nichts wusste, spricht Bände.

Zu viele Außenseiter

In den letzten Jahren standen mit dem FC Augsburg, dem SC Freiburg, Mainz 05, 1899 Hoffenheim und mit den nach 25 bzw. 7 Jahren ins internationale Geschäft zurückgekehrten 1. FC Köln und Eintracht Frankfurt zu viele Underdogs im Europapokal. Mehr als die Runde der letzten 32 war für die SGE und Augsburg leider nicht drin. Mainz hatte 2016 Pech: 9 Punkte hätten in 8 der 12 Vorrundengruppen zum Weiterkommen gereicht.

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Einen deutschen Sieger gab es in dieser Europapokal-Woche doch: Julian Draxler von Paris Saint-Germain.

 

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