Borussia Dortmund: So viel Meister steckt schon in der Saison…

Borussia Dortmund: So viel Meister steckt schon in der Saison…

Der 12. Spieltag der Fußball-Bundesliga sah mit Tabellenführer Borussia Dortmund einen großen Gewinner. Der BVB siegte mit 2:1 (0:0) beim 1. FSV Mainz 05, konnte dank eines Patzers von Bayern München gegen Fortuna Düsseldorf (3:3) den Vorsprung vor dem Titelverteidiger auf 9 Punkte ausbauen. Es gibt viele Fakten, die diese Saison bei Schwarzgelb schon jetzt wie ein Meister-Jahr wirken lassen. Dazu kommen Parallelen, aber auch Unterschiede zu den 3 Meisterschaften seit 2000.

„Wir schauen nicht so viel auf die Tabelle“, erklärte Borussia Dortmunds neuer Abräumer Thomas Delaney (27) nach dem 2:1-Arbeitssieg beim 1. FSV Mainz 05 am Samstag bei Sky. Dabei lohnt sich dieser Blick derzeit nicht nur für die Fans. Understatement hin oder her: Borussia Dortmund ist seit 12 Spielen ungeschlagen. Das gelang dem Traditionsverein aus dem Revier in der Bundesliga im gleichen Zeitraum zuvor noch nie. Der BVB stellte mit 12 Joker-Toren einen neuen Klub-Rekord auf. Aber wie stand es in den 3 Dortmunder Meister-Jahren seit 2000 nach einem Drittel der Saison um diese Werte? bwin macht den Check.

Borussia Dortmund 2001/2002: Nicht schön, aber effektiv

2001/2002 war die Saison, in der Dortmund im Titelkampf seine größte Aufholjagd gelang. Am 12. Spieltag betrug der Rückstand auf Tabellenführer Bayern für den auf Rang 3 stehenden BVB schon 6 Punkte. 3 Saisonspiele hatte man zu diesem Zeitpunkt verloren. Das ist die höchste Anzahl an Niederlagen in einem BVB-Meisterjahr seit 2000. Aber: Dortmund holte mit 70 Punkten im Schlussspurt gegen Bayer 04 Leverkusen die 3. Meisterschaft in der Bundesliga (Alle Bundesliga-Wetten). „Wir haben sicher nicht immer den schönsten Fußball gespielt, aber ganz sicher den effektivsten“, sagt BVB-Legende Jürgen Kohler. Im Europapokal schied man erst in der Champions-League-Gruppenphase aus, schaffte es aber bis ins UEFA-Pokal-Finale gegen Feyenoord Rotterdam (2:3). Ähnlich wie heute war der BVB auch 2001/2002 eines der gefährlichsten Teams der Schlussviertelstunde. 18 Tore erzielte der BVB ab der 75. Minute. Noch stärker im Schlussabschnitt war nur Vizemeister Leverkusen (19 Tore).

Am Ende doch: Im Endspurt 2001/2002 wurde Borussia Dortmund trotz 6 verlorener Saisonspiele noch Deutscher Meister.

2010/2011: Klopps Rasselbande dreht nach der Pause am Regler

2010/2011 hat Dortmund unter Coach Jürgen Klopp (51) nach 12 Spieltagen schon eine Niederlage eingesteckt. 31 Punkte und 10 Siege bedeuten aber die bis heute beste Bilanz des BVB vom Start weg. Klopp und Co. holten aus den ersten 12 Spielen einen Punkt mehr als die Favre-Elf aktuell. Der Vorsprung auf den späteren Vize Bayer Leverkusen lag nach 12 Spielen bei 7 Punkten. Vor dem auf Rang 6 liegenden FC Bayern waren es bereits 12 Zähler. Klopps junge Mannschaft mit dem erst 18-jährigen Juwel Mario Götze legte ab der 60. Minute richtig los. 14 der 67 Saisontore fielen zwischen der 61. und der 75. Minute. Um die Doppelbelastung musste sich Klopp ab dem Frühjahr 2011 keine Gedanken machen. Dortmund war nach der Europa-League-Gruppenphase gegen den FC Sevilla und Paris St.-Germain ausgeschieden.

2011/2012: Meister BVB mit Punkterekord, aber schwachem Start

Die Bürde des Titelverteidigers spürten die Borussen 2011/2012. Nach 12 Spieltagen lagen sie auf Rang 2 schon 5 Punkte hinter dem FC Bayern – bei bereits 3 Pleiten und 2 Remis. Ablösen konnten die Schwarzgelben den Rekordmeister an der Spitze erst am 20. Spieltag – auch dank der fehlenden Mehrbelastung. Nach einer rabenschwarzen Vorrunde beendete Dortmund die Champions-League-Gruppe (u. a. mit dem FC Arsenal und Olympique Marseille) als Tabellenletzter. 81 Punkte sind bis heute BVB-Vereinsrekord. Anders als aktuell unter Lucien Favre war die Borussia 2011/2012 vor der Halbzeit am stärksten. 18 von 80 Treffern gelangen den „Vollgas-Fußballern“ zwischen der 16. und 30. Minute.

Etwas trennt den BVB heute von allen letzten 3 Meistern aus Dortmund. Schon mit einem Remis gegen den FC Brügge am Mittwoch stünde man sicher im Champions-League-Achtelfinale. Die 2. Saisonhälfte bestritt Dortmund in keiner der Meister-Spielzeiten seit 2000 in der Champions League.

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