Bielefeld: Bloß nicht wieder eine Fahrstuhlmannschaft werden

Bielefeld: Bloß nicht wieder eine Fahrstuhlmannschaft werden

Als der abstiegsgefährdete Zweitligist Arminia Bielefeld vor der Länderspielpause Jeff Saibene als neuen Cheftrainer verpflichtete, wussten viele nichts mit dem Namen anzufangen. Wer ist der Mann, der nach Rüdiger Rehm sowie Jürgen Kramny bereits der 3. Arminia-Trainer in dieser Saison ist und Bielefeld vor dem 3. Abstieg in die 3. Liga innerhalb von 6 Jahren bewahren soll?

Der 48-jährige Fußball-Lehrer aus Luxemburg ist seit 2004 im Trainergeschäft, war bisher in verschiedenen Positionen für die Nationalmannschaft Luxemburgs und bei Vereinen aus der Schweiz tätig. Bis zuletzt hatte Saibene beim Schweizer Erstligisten FC Thun die Geschicke geleitet.

Beim Debüt direkt unter Druck

Klar ist: Der neue Arminia-Coach ist auf Anhieb gefordert. Innerhalb von 6 Tagen stehen jetzt 3 Spiele auf dem Programm. Bestenfalls wollen die Ostwestfalen schon danach nicht mehr auf einem Abstiegsplatz rangieren. Brisant wird vor allem das Debüt von Saibene am Samstag (ab 13 Uhr) beim Aufsteiger Würzburger Kickers.

Denn: Die Kickers befinden sich nach 8 Spielen ohne Sieg, in denen es 6 Niederlagen gab, ebenfalls mitten im Abstiegskampf. Mit einem 3-fachen Punktgewinn könnte Bielefeld bis auf 3 Zähler an Würzburg heranrücken und nach dem jüngsten 2:0-Erfolg gegen den 1. FC Kaiserslautern – unter der Regie von Interimstrainer Carsten Rump – wichtiges Selbstvertrauen tanken.

Saibene legt Fokus auf die Defensive

Um in den kommenden Wochen Konstanz reinzubekommen, hat Jeff Saibene „den Fokus im Training besonders auf die defensive Ordnung gelegt.“ Das ist auch durchaus sinnvoll. Mit 43 Gegentoren stellt Bielefeld eine der schwächsten Abwehrreihen der Liga. Bereits 8 Mal kassierte der ehemalige Bundesligist 3 oder mehr Tore in einem Spiel.

Wichtig wird auch sein, die Auswärtsschwäche abzustellen. Bielefeld fuhr in dieser Saison noch keinen einzigen Sieg in der Fremde ein (3 Unentschieden und 9 Niederlagen) ein. Keine Zweitliga-Mannschaft hat auswärts weniger Punkte gesammelt. Und wie will der neue Cheftrainer das ändern? „Ich probiere mit meinen Teams auswärts genauso zu spielen, wie vor heimischen Publikum.“ Leichter gesagt als getan. Ob das wirklich klappt, wird die Partie in Würzburg zeigen.

Erneutes Fahrstuhlmannschaft-Image vermeiden

Mit dem Klassenverbleib will sich die Arminia zum einen die sportliche Zukunft in der 2. Bundesliga sichern. Das hätte zur Folge, dass sich auch die finanzielle Situation nicht wieder verschlechtert. Die Verbindlichkeiten des Vereins belaufen sich immer noch auf über € 20 Mio. Ein Abstieg wäre fatal.

Zum anderen möchte es Bielefeld auch vermeiden, erneut als Fahrstuhlmannschaft abgestempelt zu werden. Zu Bundesligazeiten sind die Ostwestfalen zwischen 1998 und 2003 3 Mal in die 2. Bundesliga abgestiegen. Zu einem ähnlichen Szenario könnte es diesmal auch kommen, wenn Jeff Saibene es nicht schafft, das Ruder herumzureißen und die Arminia den 3. Gang in die 3. Liga seit 2011 hinnehmen muss.

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