Bayern gegen Dortmund: Fehlentscheidungen in Serie

Bayern gegen Dortmund: Fehlentscheidungen in Serie

Was war das für ein spannendes Spiel im DFB-Pokalhalbfinale Bayern München gegen Borussia Dortmund? Der Rekordmeister war klar überlegen, steht aber am Ende mit leeren Händen da. Ein Grund, warum das Spiel gekippt ist, war Schiedsrichter Peter Gagelmann. Aber er ist nicht der einzige Referee, der in diesem Duell in letzter Zeit falsche Entscheidungen getroffen hat.

Bayern gegen Dortmund hat sich in den letzten Jahren endgültig zum Spiel der Spiele in Deutschland entwickelt. Egal, ob in der Bundesliga im Kampf um die Meisterschaft, im DFB-Pokal im Finale oder Halbfinale oder im Endspiel der Champions League: Das Duell ist immer eine enge Kiste. Jedoch hätten so einige Partien der Vergangenheit vielleicht einen anderen Ausgang genommen, wenn die Schiedsrichter ihren Job immer zu 100 % richtig gemacht hätten. Wir haben die Fehlentscheidungen der letzten Spiele zusammengefasst.

Champions League Finale 2013
Der Ausgang ist jedem bekannt. Nach einem hochklassigen Spiel reckte der FC Bayern München verdient den Henkelpott in die Höhe. Aber welche Wendung hätte das Spiel genommen, wenn Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien sich strikt ans Regelwerk gehalten hätte? Sicher ist: Das Spiel hätte nicht mit Elf gegen Elf geendet. Franck Ribéry hatte Glück, dass er nach seinem „Losreißen“ von Robert Lewandowski in der 20. Minute, bei dem der Ellenbogen des Franzosen im Gesicht des Polen landete, keinen Platzverweis bekam. Ebenso hätte sich Lewandowski in der 80. Minute nicht beklagen können, wenn er für seinen Tritt auf den Knöchel von Jerome Boateng die Rote Karte bekommen hätte. Laut Markus Merk hätten beide Entscheidungen Platzverweise nach sich ziehen können, allerdings nicht zwangsläufig müssen. Definitiv falsch gelegen hatte Rizzoli bei der Bewertung des Elfmeters. Dante hätte für sein Foul die zweite Gelbe Karte sehen müssen. Wer weiß, wie der FC Bayern den Ausgleich und zeitgleiche Unterzahl weggesteckt hätte? So entschied Arjen Robben letztendlich die Partie – verdient, wenn man die 90 Minuten vorher betrachtete.

DFB-Pokalfinale 2014
Hätte der DFB bereits im letzten Jahr mit der Torlinientechnik im Finale gearbeitet, würde der Pokalsieger vielleicht nicht Bayern München, sondern Borussia Dortmund heißen. Hätte, hätte Fahrradkette. Torlinientechnik gab es nicht, Schiedsrichter Florian Meyer und seine Assistenten erkannten Mats Hummels regulären Treffer nicht an, Bayern holte zum 17. Mal den Pott. Dass der Ball von Hummels die Linie im vollen Umfang überquerte, bewiesen zahlreiche TV-Kameras. Pech für den BVB, Glück für die Bayern. Positiv: Ab jetzt wird in den Finalspielen mit der Torlinientechnik gearbeitet, nützt der Borussia im Nachhinein aber nichts.

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Der Ball von Mats Hummels ist eindeutig hinter der Linie, bevor Dante ihn klären kann.

Bundesliga-Spiel 2015, 27. Spieltag
Bayern gewann das Aufeinandertreffen mit 1:0. Der BVB präsentierte sich über die gesamten 90 Minuten zu harmlos. Trotzdem wurde später anhand der Fernsehbilder deutlich, dass Dortmund mindestens einen Elfmeter hätte zugesprochen bekommen müssen. Xabi Alonso trat Pierre-Emerick Aubameyang deutlich sichtbar auf das Sprunggelenk – die Pfeife von Schiedsrichter Knut Kircher blieb allerdings stumm.

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Langerak trifft Lewandowski – der Pfiff blieb aus.

DFB-Pokal Halbfinale 2015
Das gestrige Spiel wurde definitiv nicht zugunsten der Bayern entschieden. Zweimal hatte der BVB Glück, dass Schiedsrichter Gagelmann nicht Elfmeter für Bayern gab. Bei Schmelzers Handspiel war die Sache ganz eindeutig – viel klarere Handspiele gibt es kaum im Fußball. Es war eine grobe Fehlentscheidung von Gagelmann, hier nicht auf den Punkt zu zeigen. In der Verlängerung war der Referee wieder auf Seiten der Schwarzgelben. Bei Mitch Langeraks Attacke trifft der Torhüter nur hauchdünn den Ball, dafür aber mit voller Wucht Stürmer Lewandowski. Auch hier hätte es Elfmeter geben können. Eine ähnliche Situation wurde bei der WM zwischen Manuel Neuer und Gonzalo Higuain aber ebenfalls nicht geahndet. Trotzdem hätte sich Dortmund über einen Pfiff nicht beschweren können.

Aber warum passieren den Unparteiischen in diesem Gipfeltreffen derartige Fehlentscheidungen? Ist der Druck auf die Schiedsrichter zu groß? Die fehlenden Platzverweise im Wembley-Finale kann man damit erklären, dass der Referee nicht durch eine Hinausstellung Einfluss auf das Spiel nehmen wollte – auch, wenn sie berechtigt gewesen wären. Warum aber klare Elfmeter nicht gepfiffen werden, ist ein Rätsel. Das lässt sich nur mit einer schwachen Schiedsrichterleistung begründen. Die Männer in schwarz machen eben auch Fehler, genau wie die Spieler und die Trainer der Vereine.

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