Bayer Leverkusen: Roger Schmidt ist nicht mehr tragbar

Bayer Leverkusen: Roger Schmidt ist nicht mehr tragbar

Roger Schmidt muss derzeit die Bundesliga-Spieler von Bayer Leverkusen von der Tribüne aus verfolgen. Eingreifen kann er während der Partie nicht und so muss er fast hilflos zusehen, wie die Mannschaft seinen Trainerstuhl weiter erfolgreich ansägt. Nach 3 Liga-Niederlagen in Serie und dem Sturz auf Platz 7 zählt auch Geschäftsführer Michael Schade den 48-jährigen Übungsleiter an. Lange schauen sich die Verantwortlichen das Schauspiel wohl nicht mehr an.

„Roger Schmidt hat sich durch sein Verhalten selbst, der Mannschaft und dem Verein geschadet“, äußerte sich Bayer-Geschäftsführer Michael Schade gegenüber dem Express. Gemeint ist natürlich Schmidts peinlicher Fauxpas gegenüber Schiedsrichter Felix Zwayer beim Heimspiel gegen Borussia Dortmund (0:1). Seitdem geht es zumindest in der Liga bergab mit der Werkself. Nach der Dortmund-Pleite folgten auch Niederlagen beim FSV Mainz 05 (1:3) und den SV Werder Bremen (1:4).

So schlecht wie seit 7 Jahren nicht mehr

Schade
Rügte Trainer Schmidt nach seinem Platzverweise und den jüngsten Niederlagen – Bayer-Geschäfstführer Michael Schade

Somit droht Leverkusen derzeit die schlechteste Saison seit 7 Jahren. In der Spielzeit 2008/09 landete Bayer mit Bruno Labbadia als Trainer nur auf dem 9. Rang. Damals erreichte man immerhin das Pokal-Finale (0:1 gegen Bremen). Doch Schmidt hat sich mit seiner Aktion gegen Dortmund noch weiter ins Abseits manövriert als ohnehin schon. Läuft es ganz bitter, qualifizieren sich die Rheinländer nicht einmal für den Europapokal. Vor allem im April warten ganz entscheidende Wochen auf Bayer. Dann nämlich geht es gegen den VfL Wolfsburg, nach Köln, nach Schalke und gegen Hertha BSC – allesamt direkte Konkurrenten im Kampf ums internationale Geschäft.

Schmidt selbst zieht den Schwanz nach den Aussagen seines Vorgesetzten kleinlaut ein. „Der Trainer trägt natürlich die Gesamt-Verantwortung. Und wenn wir nicht da stehen, wo wir stehen wollen und nicht so spielen, wie wir wollen, dann ist es legitim, meine Arbeit zu hinterfragen. Das tue ich selbst auch“, wird der 48-Jährige im Express zitiert.

Verletzungsmisere hat Teilschuld

Allerdings muss man sich derzeit auch mal im Lazarett der Leverkusener umschauen. Trotz enger Zusammenarbeit mit dem großen Pharma-Konzern ist die Krankenstation bei Bayer so gut gefüllt wie selten. Mit Ömer Toprak (Muskelfaserriss), Jonathan Tah (muskuläre Probleme), Roberto Hilbert (Schlüsselbeinbruch), Kyriakos Papadopoulos (Kapselverletzung), Lars Bender (Muskelfaserriss), Kevin Kampl (Wadenbeinbruch), Charles Aranguiz (Achillessehnenriss) und Stefan Kießling (Hüftprellung) fallen gleich 8 potenzielle Stammspieler aus. Hinzu kommt nun gegen FC Augsburg noch die Gelbsperre von Knipser Chicharito. Gegen Bremen zeigte nicht nur die Defensive enorme Schwachpunkte, sondern auch die Offensive. Selten präsentierte sich eine Elf von Bayer Leverkusen so harm- und planlos wie in diesem Spiel. Das gipfelte darin, dass das einzige Tor der Rheinländer ein Eigentor des Bremers Papy Djilobodji war.

Seit 84 Pflichtspielen sitzt Schmidt nun auf der Leverkusener Trainerbank. In diesem Zeitraum sammelte Bayer 1,76 Punkte pro Partie. Nimmt man die Abschlusstabelle der vergangenen Saison, reicht das gerade einmal für Platz 5 und somit für die Europa League. Fazit: Champions League, und somit auch das Saisonziel, verpasst. Konsequenz: Schmidt muss gehen.

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