Klaus Augenthaler: Ein Original wird 60!

Klaus Augenthaler: Ein Original wird 60!

Am 26. September 2017 feiert Bayern Münchens Klublegende Klaus Augenthaler seinen 60. Geburtstag. „Auge“ gehört mit 7 gewonnenen Meistertiteln zu den erfolgreichsten Spielern der Bundesliga-Geschichte. Eine Legende der Liga. Eine Szene machte ihn 1986 als Spieler zum „Staatsfeind Nummer 1“ und eine skurrile Pressekonferenz mit ihm als Trainer des VfL Wolfsburg wurde zum Kult. Noch vor knapp 2 Wochen stand er im exklusiven bwin Interview Rede und Antwort.

20 Zentimeter, so schwört Klaus Augenthaler bis heute, sei er bei seinem dramatischen Foulspiel gegen Werder Bremens Superstar Rudi Völler beim Spitzenduell in der Bundesliga am 23. November 1985 zu spät gekommen. Augenthaler verschätzte sich. Er erwischte seinen Nationalmannschaftskollegen böse. Völler zog sich einen Adduktoren-Abriss im linken Oberschenkel zu. Während der Bremer Stürmer monatelang ausfiel, erst im nicht minder denkwürdigen Rückspiel (0:0) am 33. Spieltag sein Comeback gab, wurde Augenthaler über Nacht zum meist gehassten Fußballprofi der Republik.

Augenthaler: Morddrohungen nach Völler-Foul

„Was danach auf mich einprasselte“, erzählt der Jubilar, der am Dienstag runde 60 Jahre alt wird, im SPORT BILD-Interview (aktuelle Ausgabe), „hätte ich nie für möglich gehalten. Es entlud sich ein regelrechter Bayern-Hass, ich bekam damals Morddrohungen, Bayern stellte zwei Sicherheitskräfte ab, die bei uns im Mannschaftsbus saßen.“ Passiert ist „Auge“ zum Glück nichts. Sein freundschaftliches Verhältnis zu Rudi Völler, mit dem er am 8. Juli 1990 in Rom zusammen Weltmeister wurde, konnte die Aktion nicht eintrüben.

Für Klaus Augenthaler bleibt die Saison 1985/86 mit der am letzten Spieltag dank der besseren Tordifferenz vor Werder Bremen geholten Deutschen Meisterschaft „der emotionalste Titel“ seiner Karriere. 7 Mal holte der 1976 unter Gyula Lorant ins Bayern-Team integrierte Abwehrspieler aus Fürstenzell mit den Münchnern die Meisterschale. „Die Meisterschaft 1986 war an Dramatik nicht zu überbien“, erinnert sich Augenthaler auch mit Blick auf den von Bremens Michael Kutzop im entscheidenden Duell im Weserstadion verschossenen Elfmeter.

Eine ,,Watsch’n“ für Real-Star Hugo Sanchez

Dramatische Szenen erlebte Augenthaler mit den Bayern ein Jahr später auch in Madrid. Im Halbfinale des Meisterpokals gegen die Königlichen erhielt er von Fernando Hierro einen Tritt in den Rücken. Mit seiner berühmten „Hörner“-Geste signalisierte der ansonsten für seine bayerische Bier-Ruhe bekannte Stoiker den Real-Fans: „Wir sind hier nicht beim Stierkampf“. Im Rückspiel in München ging es zwischen Augenthaler und Real-Star Hugo Sanchez bayerisch-rustikal zu. Augenthaler sah nach 20 Minuten Rot – nach einer Ohrfeige für den Mexikaner.

Nach Ende seiner aktiven Laufbahn wirkte Augenthaler zunächst 5 Jahre lang als Assistenztrainer beim FC Bayern (bis 1997). Die wechselhafteste Zeit seiner Trainerlaufbahn hatte er ab 2003 bei Bayer Leverkusen. Ausgerechnet der Bayer Augenthaler, 3. Leverkusener Coach in der Chaos-Saison 2002/2003 rettete Bayer am letzten Spieltag durch ein 1:0 in Nürnberg vor dem Abstieg. In der folgenden Spielzeit führte er die Werkself auf Rang 3 und in die Champions League, landete mit den Leverkusenern in der Königsklasse u. a. den legendären 3:0-Erfolg gegen Real Madrid.

42 Sekunden fürs Bundesliga-Geschichtsbuch

Unvergessen bleibt vielen Fans jedoch ein Auftritt auf Augenthalers letzter Bundesliga-Trainer-Station, 2007 beim VfL Wolfsburg. In nur 42 Sekunden lieferte Klaus Augenthaler – nach Giovanni Trapattoni und Thomas Doll – den denkwürdigsten Auftritt bei einer Pressekonferenz in der Bundesliga. „Guten Tag! Es gibt vier Fragen und vier Antworten. Die Fragen stelle ich, die Antworten gebe ich auch“, erklärte er völlig überraschend und spulte sein Programm ab, ehe er wortlos verschwand. Der Gaga-Auftritt schadete seinen Wolfsburgern nicht. Sie hielten mit 2:2 im direkten Duell bei Alemannia Aachen in der Liga.

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Bayern-Legenden unter sich: Lothar Matthäus (rechts), Giovanni Trapattoni (links) und Klaus Augenthaler.
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