Auf den Spuren von Gressel & Co.: USA ist Lieblingsziel der deutschen Legionäre 

Auf den Spuren von Gressel & Co.: USA ist Lieblingsziel der deutschen Legionäre 

Es ist der Traum vieler Fußballer: Einmal seinen Job im Ausland ausüben, ein anderes Land und eine andere Kultur kennenlernen. Hunderte deutsche Kicker haben sich diesen Wunsch erfüllt. Doch, wo ist der deutsche Fußball am stärksten vertreten? Was sind die Gründe für den Auslandsaufenthalt? Was ist das vielleicht außergewöhnlichste Land? All diese Fragen beantworten wir!

Der Fußball boomt weltweit! So ist es auch kein Wunder, dass die Kicker überall auf der Erde genug Geld verdienen, um davon leben zu können. Zahlreiche Deutsche hat es ins Ausland gezogen; aus unterschiedlichsten Gründen. Hauptziel der Fußballer aus der Bundesrepublik sind die USA. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten stehen derzeit 225 deutsche Spieler unter Vertrag. Insgesamt haben es mit Bastian Schweinsteiger, Fabian Herbers (beide Chicago Fire), Julian Gressel, Kevin Kratz, Gordon Wild (alle Atlanta United), Florian Jungwirth (San Jose Earthquakes), Marc Rzatkowski (Red Bull New York) und Kai Wagner (Philadelphia Union) 8 Spieler in die MLS, die höchste amerikanische Spielklasse geschafft. Gressel und Kratz konnten mit Atlanta United im Jahr 2018 sogar den Titel gewinnen.

Hauptgrund für die große Anzahl an deutschen Fußballern in den USA ist natürlich der College-Sport. An den amerikanischen Unis können die Kicker ihren Sport mit einem Studium verbinden, hoffen anschließend auf den Durchbruch in die MLS.

Nachbarländer äußerst beliebt

Neben den USA sind die deutschen Nachbarländer bei unseren Fußballern sehr beliebt. Mit 159 Spielern liegt Österreich auf Rang 2, direkt dahinter folgt die Schweiz mit 134 Legionären aus der Bundesrepublik. Ebenfalls angesagt: das Nachbarland Luxemburg. Sage und schreibe 75 Kicker stehen in dem kleinen Land unter Vertrag. Der bekannteste dürfte Marc-Andre Kruska sein, der in Deutschland schon für den BVB, den SC Paderborn und Energie Cottbus auflief. Der inzwischen 31-Jährige spielt seit 2018 für den luxemburgischen Spitzenklub F91 Düdelingen, beendet nun allerdings seine Karriere.

Chile, Nordmazedonien und Neuseeland – es geht auch außergewöhnlich

Österreich, Schweiz und die Niederlande – das kann doch jeder. Viele Kicker suchen eher das Abenteuer und einige haben es auch gefunden. So zum Beispiel Philipp Kerpen. Der 21-Jährige trägt das Trikot der Nelson Suburbs. Wer sich jetzt fragt, wo dieser Klub beheimatet ist, tut dies zurecht. Denn die Nelson Suburbs findet man am anderen Ende der Welt, in Neuseeland! Der Linksverteidiger stammt aus der Jugend von Rot-Weiß Erfurt und ging im Januar 2018 auf die Ozeanien-Insel.

Auch Robert Moewes hat in seiner Karriere bereits viel gesehen. Der Torwart war in der Jugend für den BVB, Schalke 04 und Rot-Weiss Essen aktiv, landete 2013 in den USA und ist inzwischen in Chile angekommen. Seit 2018 hält er den Kasten des AC Barnechea sauber.

Stephan Vujcic ist seit 2014 in Nordmazedonien, wie das Land seit Anfang des Jahres nun heißt, zu Hause. Der gebürtige Hamburger lief von 2007 bis 2010 für die Profis von Holstein Kiel auf, ging dann zu Rabotnicki Skopje in die Hauptstadt Nordmazedoniens. Seit knapp einem Jahr streift der Mittelfeldspieler nun das Trikot von Belasica Strumica über. Mit dem Erstligisten war er in der abgelaufenen Saison sogar in der Europa League Qualifikation vertreten. Gegen die Glasgow Rangers war jedoch schon in Runde 1 für Vujcic und seine Kollegen wieder Schluss.

Die Top 10 der deutschen Legionärsziele

Platz 1: USA, 225 Spieler

Platz 2: Österreich, 159 Spieler

Platz 3: Schweiz, 134 Spieler

Platz 4: Luxemburg, 75 Spieler

Platz 5: Türkei, 55 Spieler

Platz 6: Niederlande, 52 Spieler

Platz 7: England, 47 Spieler

Platz 8: Spanien, 15 Spieler

Platz 9: Italien, 14 Spieler

Platz 10: Finnland, 13 Spieler

Einst für Holstein Kiel am Ball, inzwischen in Nordmazedonien aktiv – Stephan Vujcic (l.)
X